Seit ich in Bruxelles mit Besuchern oder auch ohne die beiden wunderschönen Teiche (Etangs d'Ixelles) umrunde (bummelnd mit den Gästen, joggend zu jeder Tages- oder Wetterzeit) ist das hier mein Lieblingshaus (in der Mitte, mit dem Baum auf dem Balkon):
Und jetzt steht es zum Verkauf - sagt das Schild, das an der Fassade klebt ... cool: ich bin die Zielgruppe! Leider: armwieeinekirchenmaus ... naja: stimmt nicht ganz, aber bei einem Verkaufspreis von 2,5 Millionen muss ich passen...deshalb: Spendenaufruf! Jede/r, der/die will und kann darf mir Dollars zustecken und als Gegenleistung gerne mal vorbeischauen (Gästezimmer und Unterhaltungsprogramm inkusive ;-))
Und wenn was übrig bleibt vom dargebotenen Gelde? ... dann kauf ich den dazu:
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Donnerstag, 27. September 2012
Montag, 11. Juni 2012
Zusammenhängendes Zusammenhangsloses
... wie gesagt: es geht ja gerade schreibtechnisch an andere Stelle weiter. Bei Tobi. Und dieses Mal über Unterkünfte, Napoleonzitate und Highheelshöhen ... oder so ;-) Und weil's (auch) um spanische Immobilien geht, kommt hier mein Lieblingsplätze in Andalucia:... those were the days my friend ...
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Freitag, 4. Mai 2012
Freitagsfüllen
Man kann ja nicht immer nur arbeiten/sporteln/networken/trinken & essen.... nein, auch das Hirn braucht mal Nahrung/Beschäftigung/Herausforderung.... da kann man unterschiedlche Dinge machen - oder Barbaras Freitags-Füller aufrufen und Sätze zu vervollständigen... lustig (Vorgabe in “fett”, die Vervollständigung in "nomal"):

1. Eigentlich lebe ich merkwürdigsterweise & trotzallem genau das Leben, das ich haben wollte.
2. Oder? Könnte ich es besser/intensiver/ehrlicher tun - das beschäftigt mich oft in Gedanken.
3. Kürzlich sah ich verblühende, vormals saftige Frühlingskirschblüten... schööön (also vormals).
4. "I follow rivers" ist komischerweise schon länger mein Lieblingssong.
5. Ob oben oder unten - Menschen im Arbeitleben haben immer was beizutragen ... und deshalb: was ist bitteschön oben und unten?!
6. Laufenessenlebenfreundetreffenkombi klappt in letzter Zeit immer besser.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf schlafengehen, morgen habe ich eine Fahradkauf (meins wurde geklaut!!) geplant und Sonntag möchte ich nochmals die 15 km in einer erfreulichen Zeit schaffen! In Liège dieses Mal..
1. Eigentlich lebe ich merkwürdigsterweise & trotzallem genau das Leben, das ich haben wollte.
2. Oder? Könnte ich es besser/intensiver/ehrlicher tun - das beschäftigt mich oft in Gedanken.
3. Kürzlich sah ich verblühende, vormals saftige Frühlingskirschblüten... schööön (also vormals).
4. "I follow rivers" ist komischerweise schon länger mein Lieblingssong.
5. Ob oben oder unten - Menschen im Arbeitleben haben immer was beizutragen ... und deshalb: was ist bitteschön oben und unten?!
6. Laufenessenlebenfreundetreffenkombi klappt in letzter Zeit immer besser.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf schlafengehen, morgen habe ich eine Fahradkauf (meins wurde geklaut!!) geplant und Sonntag möchte ich nochmals die 15 km in einer erfreulichen Zeit schaffen! In Liège dieses Mal..
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Montag, 16. April 2012
Bratschlauchlachs
Sollte demnächst eine Haustieranschaffung anstehen: den Bratschlauchlachs kann ich nur wärmstens empfehlen - er ist ein unkomplizierter Zeitgenosse.
Seine Heimat sind die Frischfischtheken belgischer Supermärkte. Von dort aus wandert er gerne zu Wochenendzeiten in den Einkaufswagen, um schließlich in der heimischen Küche zu landen. Frauchen und Herrchen (oder wie sagt man bei Fischen?) freut das!
Er nimmt kaum Pflege in Anspruch: als Schlafplatz reicht ihm ein Bett aus kurz blanchiertem Gemüse, Zitronenolivenöl und Weisswein, Knoblauch und frischen Gewürzen.
Dass er sich in der neuen Umgebung richtig wohlfühlt merkt man daran, dass sich seine Bratschlauchhaut bei 180 Grad wie ein Kindergeburtstagsluftballon aufbläht. Leider hat er nur eine sehr kurze Lebenserwartung - nach 30 Min im Backofen und weitaus weniger auf dem Teller ist er auch schon Geschichte...der Bratschlauchlachs.
Achso, ja: gesellig ist er auch. Teilen sollte man ihn deshalb. Am besten in mit Freunden ... schön, M+C, dass ihr da gewesen seid! :-)
...nein, das ist natürlich kein Bratschlauchlachs (...übrigens mein neues Lieblingszungenbrecherwort) ... sondern eine eingefärbte Dorade ... vom neuen fast-Haustier in der Folie gibt's leider kein Originalfoto, aber bisschen Fischbeilage musste sein.
Seine Heimat sind die Frischfischtheken belgischer Supermärkte. Von dort aus wandert er gerne zu Wochenendzeiten in den Einkaufswagen, um schließlich in der heimischen Küche zu landen. Frauchen und Herrchen (oder wie sagt man bei Fischen?) freut das!
Er nimmt kaum Pflege in Anspruch: als Schlafplatz reicht ihm ein Bett aus kurz blanchiertem Gemüse, Zitronenolivenöl und Weisswein, Knoblauch und frischen Gewürzen.
Dass er sich in der neuen Umgebung richtig wohlfühlt merkt man daran, dass sich seine Bratschlauchhaut bei 180 Grad wie ein Kindergeburtstagsluftballon aufbläht. Leider hat er nur eine sehr kurze Lebenserwartung - nach 30 Min im Backofen und weitaus weniger auf dem Teller ist er auch schon Geschichte...der Bratschlauchlachs.
Achso, ja: gesellig ist er auch. Teilen sollte man ihn deshalb. Am besten in mit Freunden ... schön, M+C, dass ihr da gewesen seid! :-)
...nein, das ist natürlich kein Bratschlauchlachs (...übrigens mein neues Lieblingszungenbrecherwort) ... sondern eine eingefärbte Dorade ... vom neuen fast-Haustier in der Folie gibt's leider kein Originalfoto, aber bisschen Fischbeilage musste sein.
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Samstag, 31. März 2012
B-Wochenenden
Shittykowski! Längst wollte ich den Eintrag verfasst haben... über die B-Wochenenden.
Neinnein - hat nix mit Promis-von -gestern zu tun! Sondern mit:
1. British - very
Neinnein - hat nix mit Promis-von -gestern zu tun! Sondern mit:
1. British - very
2. Besuch in Bruxelles - erfrischend
Zum ersten bleibt anzufügen: eine Reise nach London ist definitiv jederzeit einen Versuch wert & stand ja wie Paris schon länger auf der Liste (...nettes Vorhaben ...und: eine Flasche Schampus an den/DIE sie umsetzt ... ich warte ;-)).

Einfach mal den Eurostar buchen, dann die Fahrt durch den Meerestunnel verpennen, dann im 12. Stock des Hotels über London blicken, dann asiatisch-indisches Essen austesten, London Eye fahren (bisschen langweilig), den kalten Regen nicht so mögen aber gleichzeitig diese british Girls für ihre Sommer-Gaderobe bewundern, Tate modern, Busfahrt durch untouristische gegenden, Camden Market, Occupied-Bewegung vor dem Buckingham Palace ... und St. Patrick's Day im Pub ... zwei Tage, die wie Urlaubswochen wirken :-)
@Kate & William: all the best!
Dann: Besuch in Brüssel ... oder eher in Belgien, da wir uns dieses Mal beim Freizeitprogramm gar nicht auf das Stadtgebiet beschränkten ( haben wir beim letzten Mal schon ausgiebigst erkundet), sondern uns auf an die Küste machten. Aufrund der frühsommerlichen Temperaturen ausgestattet mit Sonnenbrille, Flip-Flops und Strandmuschel (die uns beim Zeitunglesen am Strand Schatten spenden sollte...). Ein Blick in den Wetterbericht hätte genügt, um uns den frustrierenden Blick auf die Termperaturanzeige im Auto zu ersparen. Die fiel und fiel. Waren es im Stadtgebiet noch 17 Grad, kam das Thermometer in De Haan noch auf magere 8. Naja, so wurde es eben zum "gegen den Wind"- Erfrischungslauf. Und der abschließende Tag in BXL versöhnte dann wettertechnisch noch mit einem lauen Frühlingsabend ... und Fritten und Feierabendbier! Schön, dass du da warst, Sabine!
Zum ersten bleibt anzufügen: eine Reise nach London ist definitiv jederzeit einen Versuch wert & stand ja wie Paris schon länger auf der Liste (...nettes Vorhaben ...und: eine Flasche Schampus an den/DIE sie umsetzt ... ich warte ;-)).
@Kate & William: all the best!
Dann: Besuch in Brüssel ... oder eher in Belgien, da wir uns dieses Mal beim Freizeitprogramm gar nicht auf das Stadtgebiet beschränkten ( haben wir beim letzten Mal schon ausgiebigst erkundet), sondern uns auf an die Küste machten. Aufrund der frühsommerlichen Temperaturen ausgestattet mit Sonnenbrille, Flip-Flops und Strandmuschel (die uns beim Zeitunglesen am Strand Schatten spenden sollte...). Ein Blick in den Wetterbericht hätte genügt, um uns den frustrierenden Blick auf die Termperaturanzeige im Auto zu ersparen. Die fiel und fiel. Waren es im Stadtgebiet noch 17 Grad, kam das Thermometer in De Haan noch auf magere 8. Naja, so wurde es eben zum "gegen den Wind"- Erfrischungslauf. Und der abschließende Tag in BXL versöhnte dann wettertechnisch noch mit einem lauen Frühlingsabend ... und Fritten und Feierabendbier! Schön, dass du da warst, Sabine!
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Dienstag, 20. März 2012
Verbotsschildumgehung
... was macht man, wenn man eigentlich die Straße sperren will, aber weiß, dass man in einem Land wohnt, in dem sich die Menschen (grundsätzlich bzw. gerne bzw. ohne-böse-Absicht) über Straßenverkehrsordnungsangaben hinwegsetzen?
Na, ne Idee??
I can help ... pas de problème ici:
Man fügt dem Verbotsschild (hier: Durchfahrtverbot) einfach noch ein Konsequenzschild (hier: Sackgasse) hinzu ... und sogar ne Verhaltensregel (wenn, dann 30 kmh) ... und für Gesetzestreue gibt es dann schließlich den Hinweis auf die Umleitung ... gewusst wie ;-)
Na, ne Idee??
I can help ... pas de problème ici:
Man fügt dem Verbotsschild (hier: Durchfahrtverbot) einfach noch ein Konsequenzschild (hier: Sackgasse) hinzu ... und sogar ne Verhaltensregel (wenn, dann 30 kmh) ... und für Gesetzestreue gibt es dann schließlich den Hinweis auf die Umleitung ... gewusst wie ;-)
Freitag, 9. Dezember 2011
Wörteradventskalender
Ich mag ja Schokolade nicht soooo sehr. Also Süßes prinzipiell nicht - außer Vanillejoghurt und Joghurteis und Kinderschokolade und Billigschokiausdemadventskalender. Muss irgendwo in der Kindheit eine traumatische Verankerung haben. Ist jetzt aber nicht Thema ...also das Trauma - denn: der Kalender schon.
Ich finde wirklich, der gehört zum Dezember wie Romeo zu Julia, das Äffle zum Pferdle und Loki zu Helmut. In Belgien gibt es aber sowas gar nicht: den Adventskalender. Da werden zwar ganz viele Geschenke zum Nikolausdatum überreicht (und zu Weihnachten noch zusätzlich, wenn man 1. nicht aus Belgien stammt oder 2. aus Belgien stammt, aber reich ist) - aber das tägliche Türchenöffnen ist nicht bekannt. Habe ich deshalb importiert. Die Auswahl in der Schönhauser-Allee-Arkade in Berlin hatte neben Sponge-Bob, Sexy-Hexi auch einen Schlümpfekalender im Angebot - na passt doch perfektestens!Aber irgendwie habe ich mir die letzten Tge gedacht, dass es noch viel schöner wäre, statt Billigschokiausdemadventskalender jeden Tag ein Wundervolleswort hinter dem Papiertürchen aufzufinden....
Zum Beispiel: herumschildkröteln (Gerhard Pold),schlucksessive (Astrid Paul), überbewertet (alle Rankingagenturen und Enttäuschten), Mamaladaamala (Ex-Franken-Studenten)... Locker würde ich 24 zusammenbekommen - vielleicht mach ich nächstes Jahr einfach "in Adventskalender"...Bis dahin lass ich den Weihnachtsmann/Nikolaus (je nach Verbreitungsgebiet und Überzeugung) einen guten Mann sein und denke, dass das auf dem folgenden Bild seine belgische Erscheinungsform ist ;-)
Ich finde wirklich, der gehört zum Dezember wie Romeo zu Julia, das Äffle zum Pferdle und Loki zu Helmut. In Belgien gibt es aber sowas gar nicht: den Adventskalender. Da werden zwar ganz viele Geschenke zum Nikolausdatum überreicht (und zu Weihnachten noch zusätzlich, wenn man 1. nicht aus Belgien stammt oder 2. aus Belgien stammt, aber reich ist) - aber das tägliche Türchenöffnen ist nicht bekannt. Habe ich deshalb importiert. Die Auswahl in der Schönhauser-Allee-Arkade in Berlin hatte neben Sponge-Bob, Sexy-Hexi auch einen Schlümpfekalender im Angebot - na passt doch perfektestens!Aber irgendwie habe ich mir die letzten Tge gedacht, dass es noch viel schöner wäre, statt Billigschokiausdemadventskalender jeden Tag ein Wundervolleswort hinter dem Papiertürchen aufzufinden....
Zum Beispiel: herumschildkröteln (Gerhard Pold),schlucksessive (Astrid Paul), überbewertet (alle Rankingagenturen und Enttäuschten), Mamaladaamala (Ex-Franken-Studenten)... Locker würde ich 24 zusammenbekommen - vielleicht mach ich nächstes Jahr einfach "in Adventskalender"...Bis dahin lass ich den Weihnachtsmann/Nikolaus (je nach Verbreitungsgebiet und Überzeugung) einen guten Mann sein und denke, dass das auf dem folgenden Bild seine belgische Erscheinungsform ist ;-)
Dienstag, 20. September 2011
Autofrei
Vorgestern war hier autofrei.
Man sollte meinen, damit wäre dann die Hauptgefahrenquelle des Brüsseler Pflasters ausgeschaltet und lauftechnisch freie Fahrt für freie Bürger angesagt gewesen.
Mitnichten. Trotz Autofahrbverbotes: der Verkehr rollte - auf zwei Reifen. Ehrlich gesagt, habe ich es vorher immer so empfunden, als seien die Radfahrer eine von den Autofahrern bedrohte Spezies (mich eingegeschlossen, versteht sich). Aber seit gestern weiß ich: nein, sie werden von ihnen nur zu ihrem eigenen Schutze im Zaum gehalten. Einmal losgelassen herrschten vorgestern auf den Straßen vietnamesische Zustände (die Unterschiede der Verkehrsverhalten wurden hier beschrieben). Man stand also am Gehsteigrand wie an einer von Tiefgewässern umgebenen Steilklippe und zitterte vor dem Moment, in dem man sich entscheidet, in die von beiden Seiten tosenden Verkehrswellen einzutauchen. Die Nation des großen Eddy Merckx rausche durch das Sonntagsidyll, als gäbe es einen letzten verbleibenden Stand mit Fritten, den es als erster zu erreichen gilt.
Zum Beispiel diesen.
Denn wenn man das Auto schon nicht als Fortbewegungsmittel nutzen kann, dann kann man es auch in den Dienst eurer Majestät ... ähhh... des Frittenkonsums stellen.... Und weil ich schon wieder mal bei der Fritte gelandet bin: von der Uni Augsburg gibt es eine Studie über Dialektzonen in Deutschland, die unter anderem die Fritten-Pommes-Pommfrits-Verteilung aufzeigt (Landkarte hier). Fällt in die Kategorie "Womit Sie unterhaltsame Small-Talks bestreiten können" ... und das muss man ja manchmal, wenn man vor lauter Radfahrern nicht dazu kommt, die Straße zu überqueren ...
Man sollte meinen, damit wäre dann die Hauptgefahrenquelle des Brüsseler Pflasters ausgeschaltet und lauftechnisch freie Fahrt für freie Bürger angesagt gewesen.
Mitnichten. Trotz Autofahrbverbotes: der Verkehr rollte - auf zwei Reifen. Ehrlich gesagt, habe ich es vorher immer so empfunden, als seien die Radfahrer eine von den Autofahrern bedrohte Spezies (mich eingegeschlossen, versteht sich). Aber seit gestern weiß ich: nein, sie werden von ihnen nur zu ihrem eigenen Schutze im Zaum gehalten. Einmal losgelassen herrschten vorgestern auf den Straßen vietnamesische Zustände (die Unterschiede der Verkehrsverhalten wurden hier beschrieben). Man stand also am Gehsteigrand wie an einer von Tiefgewässern umgebenen Steilklippe und zitterte vor dem Moment, in dem man sich entscheidet, in die von beiden Seiten tosenden Verkehrswellen einzutauchen. Die Nation des großen Eddy Merckx rausche durch das Sonntagsidyll, als gäbe es einen letzten verbleibenden Stand mit Fritten, den es als erster zu erreichen gilt.
Zum Beispiel diesen.
Denn wenn man das Auto schon nicht als Fortbewegungsmittel nutzen kann, dann kann man es auch in den Dienst eurer Majestät ... ähhh... des Frittenkonsums stellen.... Und weil ich schon wieder mal bei der Fritte gelandet bin: von der Uni Augsburg gibt es eine Studie über Dialektzonen in Deutschland, die unter anderem die Fritten-Pommes-Pommfrits-Verteilung aufzeigt (Landkarte hier). Fällt in die Kategorie "Womit Sie unterhaltsame Small-Talks bestreiten können" ... und das muss man ja manchmal, wenn man vor lauter Radfahrern nicht dazu kommt, die Straße zu überqueren ...
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Sonntag, 3. Juli 2011
Royales
Irgendwie ist ja gerade alles sehr royal: heute Brüsseler Kaiserwetter, gestern monegassische Jet-Set-plus-Franzi-van-Almsick-Fürstenhochzeit und vorgestern die Ansage von niederländischen Freunden, dass sie ihren nun Neunjährigen später mal mit der holländischen Prinzessin Amalia verheiraten möchten (weil die Königsfamilie so lustig ist).
Hab ich schon mal erwähnt, dass ich große Anhängerin europäischer Königs- und Fürstenhäuser bin? Nein? Na, sagt man ja auch nicht so gerne in aller Öffentlichkeit ... aber jetzt ist es raus, und ich kann damit zum eigentlichen Problem kommen:
Ich wohne in dem Land mit dem langweiligsten Königshaus! (okay, Luxemburg läuft außer Konkurrenz)
Ja, echt.
Soll früher mal anders gewesen sein, als das jetzige Königspaar in der Sturm- und Drangzeit war. Ist aber lange her - und heute können weder sie noch ihre Kinder und die Angeheirateten mit Skandalen und Skandälchen à la England, Spanien oder auch Schweden aufwarten. Wenn man sich hier durch die Royal-Family klickt, dann schläft man bei den dazugehörigen Geschichten fast ein... ein bisschen Surrealismus im Königshaus, das hätte ich mir gewünscht!
Um aber etwas royalen Glanz in meine Umgebung zu bringen, darf meine Solar-Winke-Liz jetzt aus den Weiten meines Balkon-Parks die holde Leserschaft grüßen.
Hab ich schon mal erwähnt, dass ich große Anhängerin europäischer Königs- und Fürstenhäuser bin? Nein? Na, sagt man ja auch nicht so gerne in aller Öffentlichkeit ... aber jetzt ist es raus, und ich kann damit zum eigentlichen Problem kommen:
Ich wohne in dem Land mit dem langweiligsten Königshaus! (okay, Luxemburg läuft außer Konkurrenz)
Ja, echt.
Soll früher mal anders gewesen sein, als das jetzige Königspaar in der Sturm- und Drangzeit war. Ist aber lange her - und heute können weder sie noch ihre Kinder und die Angeheirateten mit Skandalen und Skandälchen à la England, Spanien oder auch Schweden aufwarten. Wenn man sich hier durch die Royal-Family klickt, dann schläft man bei den dazugehörigen Geschichten fast ein... ein bisschen Surrealismus im Königshaus, das hätte ich mir gewünscht!
Um aber etwas royalen Glanz in meine Umgebung zu bringen, darf meine Solar-Winke-Liz jetzt aus den Weiten meines Balkon-Parks die holde Leserschaft grüßen.
Mittwoch, 13. April 2011
Stilles Örtchen
So ein stilles Örtchen ist ja per se still.
Manchmal aber auch ganz schön aussagekräftig.
Manchmal aber auch ganz schön aussagekräftig.
Versteht man allerdings nicht immer sofort.
Zum Beispiel wenn man vor der Toilettentür des Brüssler Restaurants Belgo Belge steht. Da fragt man sich (beim ersten Mal, versteht sich), warum der Toilettengang für die holde Weiblichkeit das reinste Vergnüngen zu werden scheint, während die männlichen Artgenossen sich offensichtlich eher auf eine Enttäuschung einstellen müssen. Könnte zehnlagiges Frühlings- dufttoilettenpapier (oder eben keines) der Grund dafür sein? Oder vielleicht sind die Piktogramme auch einfach nur ein Hinweis darauf, dass das Frauen WC funktioniert, während das Männer WC vorrübergehend geschlossen ist....
Die Erklärung ist viel einfacher... ähmm, ich meine natürlich: viel absurder...
Anscheinend hält sich auch in Brüssel hartnäcklig das Gerücht, dass Mädels immer nur zu zweit auf Klo gehen. Und so hat sich der Innenarchitekt des Belgo Beges gedacht: okay, dann passen wir die Toilettenausstattung mal den Bedürfnissen unserer Gäste an ... voilà: das Doppeldamenklo!
Warum die Frauen-Piktogramme angesichts dieses Eingriffs in die Privatsphäre so fröhlich dreinschaun, ist mir zwar nach wie vor ein Rätsel. Aber man muss ja auch nicht alles verstehen. Und worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen.... handelt sich ja schließlich auch um ein stilles Örtchen.
Sonntag, 3. April 2011
Pommesmuscheln
Dass es sich bei Moules frites nicht um frittierte Muscheln, sondern um das belgische Nationalgericht Muscheln mit Fritten handelt ist den geneigten Blog-Lesern schon seit diesem Beitrag im letzten Jahr bekannt. Darin erwähnt wurde auch das Phänomen, dass die Belgier für die Zubereitung ihres Leib- und Magengerichtes tonnenweise die besten Muscheln der holländischen Küste importieren.
Gestern, beim ersten sonnig-warmen Küsten-Ausflug des Jahres, habe ich mich allerdings gefragt, warum die Belgier für die Moules frites nicht einfach die Pommes-Muscheln benutzen, die tausendfach am Strand rumliegen.
Wäre doch viel praktischer. Man könnte dann zum Beispiel stäbchenförmige Muscheln mit ebensolchen Pommes viel leichter in eine Take-away-box packen. Oder das ganze auf schicken, eckigen Tellern avangardistisch anrichten. Oder bei Langeweile am Essenstisch ne Runde Mikado spielen ... nein, natürlich soll man ausdrücklich nicht mit Essen spielen, nur mit den übrig gebliebenen Schalen.
Der Belgier ist zum Glück nicht so praktisch veranlagt. Sondern orientiert sich am Geschmack. Und so befindet sich weiterhin die leckere Miesmuschel in den Töpfen und auf den Tellern, während die amerikanische Schwert- oder Scheidenmuschel (lat. Ensis directus) am Strad liegen bleibt.
Bei der Schwertmuschel handelt es sich übrigens um eine Neu-Belgierin mit Migrationshintergrund. Ursprünglich kam sie nur an der amerikanischen Ostküste vor, bis sie 1979 vermutlich durch Larven im Ballastwasser von Schiffen bis in die deutsche Bucht transportiert wurde. Heute bevölkert sie massenhaft europäische Gewässer: von der südlichen Nordseeküste Norwegens bis an die englische und französische Kanalküste gibt's jetzt überall Pommesmuscheln.
Gestern, beim ersten sonnig-warmen Küsten-Ausflug des Jahres, habe ich mich allerdings gefragt, warum die Belgier für die Moules frites nicht einfach die Pommes-Muscheln benutzen, die tausendfach am Strand rumliegen.
Wäre doch viel praktischer. Man könnte dann zum Beispiel stäbchenförmige Muscheln mit ebensolchen Pommes viel leichter in eine Take-away-box packen. Oder das ganze auf schicken, eckigen Tellern avangardistisch anrichten. Oder bei Langeweile am Essenstisch ne Runde Mikado spielen ... nein, natürlich soll man ausdrücklich nicht mit Essen spielen, nur mit den übrig gebliebenen Schalen.
Der Belgier ist zum Glück nicht so praktisch veranlagt. Sondern orientiert sich am Geschmack. Und so befindet sich weiterhin die leckere Miesmuschel in den Töpfen und auf den Tellern, während die amerikanische Schwert- oder Scheidenmuschel (lat. Ensis directus) am Strad liegen bleibt.
Bei der Schwertmuschel handelt es sich übrigens um eine Neu-Belgierin mit Migrationshintergrund. Ursprünglich kam sie nur an der amerikanischen Ostküste vor, bis sie 1979 vermutlich durch Larven im Ballastwasser von Schiffen bis in die deutsche Bucht transportiert wurde. Heute bevölkert sie massenhaft europäische Gewässer: von der südlichen Nordseeküste Norwegens bis an die englische und französische Kanalküste gibt's jetzt überall Pommesmuscheln.
Sonntag, 27. März 2011
Hunde 5
Knapp ein Jahr ist es jetzt her, dass ich nach Belgien gezogen bin. Gefällt mir nach wie vor sehr hier- auch weil ich immer wieder auf neue Alltagsabsurditäten stoße. Der März scheint in meinem persönlichen Jahresablauf der Hundemonat zu sein (obwohl man astrolgisch eher mit Fischen oder Widdern rechnen würde) ... und so habe ich heute (bei einem Ausflug nach Gent) wie schon vor einem Jahr ein Hunde-Kackverbot-Schild entdeckt:

...langsam dämmert mir, warum die Flamen wirtschaflich so viel besser da stehen als der wallonische Landesteil. Ja, manchmal liegt es extrem nahe, aus Sch... Gold zu machen.
...langsam dämmert mir, warum die Flamen wirtschaflich so viel besser da stehen als der wallonische Landesteil. Ja, manchmal liegt es extrem nahe, aus Sch... Gold zu machen.
Dienstag, 15. Februar 2011
Belgistan
Bei der ganzen Berichterstattung über die politischen Umbrüche und Regierungsabsetzungen in Nordafrika gerät derzeit leicht in Vergessenheit, dass es in einem kleinen mitteleuropäischen Land seit Monaten um die EINsetzung einer Regierung geht. Seit 247 Tagen ist Belgistan ohne Staatsregierung. Mehr hat vorher nur der Irak geschafft und ist derzeit mit 289 Tagen noch Weltranglistenerster in dieser Disziplin.
Während sich anderswo die Massen auf zentralen Plätzen versammeln, um die Regierungen aus den bequemen, fast festgewachsenen Regierungssesseln zu heben, protestierten in der Brüssler Innenstadt vor 3 Wochen mehr als 30 000 Menschen dafür, dass sich mal wieder einer - oder besser einen ausgewogene Mischung aus allen Landesteilen - in diesen Amtssitzen niederlässt. Aber nix ist passiert seit dem. Manche sagen: typisch belgisch. Stimmt - aber ebenso typisch ist es hier, sich kreative Lösungen auszudenken. Surrealistische Tradition quasi. Während ich dieses Verfahren bei Elektroreparaturen aller Art mit einem gewissen Argwohn betrachte, finde ich derzeit sehr unterhaltsam, mit welchen Mitteln der Belgier seine Politiker ihrer ureigenen Bestimmung zuführen will:
Da gibt es Leute, die lassen sich einen Bart wachsen, bis es wieder einen Regierung gibt. Das ist sozusagen belgischer Hungerstreik, denn auf Fritten, Pralinen und Filet americain kann hier auch um des Regierungsfriedens Willen keiner verzichten.
Andere fordern wiederum einen Verzicht ganz anderer Art: eine flämischen Senatorin rief alle Belgierinnen - aber insbesonders die Partnerinnen von hochrangigen belgischen Politikern - auf, so lange auf Sex zu verzichten, bis eine Regierung geformt ist.
Hmm, ich denke ja, dass sich irgendwann eine Regierung dem König zuliebe bildet. Nicht aus royalen sondern aus Fairness-Gründen. Der Arme darf nicht wie seine KollegInnen im europäischen Ausland repräsentativ vom Balkon winken, sondern muss ständig Verhandlungspartner an einen Tisch bringen. Das ist eigentlich mit dem Selbstverständnis der Feierabend und Wochenend liebenden und genussfreudigen Belgier auf Dauer nicht vereinbar. Wahrscheinlich sucht man nur noch nach der surrealistischsten aller Lösungen. Bin ja mal gespannt, wie die aussieht.
Während sich anderswo die Massen auf zentralen Plätzen versammeln, um die Regierungen aus den bequemen, fast festgewachsenen Regierungssesseln zu heben, protestierten in der Brüssler Innenstadt vor 3 Wochen mehr als 30 000 Menschen dafür, dass sich mal wieder einer - oder besser einen ausgewogene Mischung aus allen Landesteilen - in diesen Amtssitzen niederlässt. Aber nix ist passiert seit dem. Manche sagen: typisch belgisch. Stimmt - aber ebenso typisch ist es hier, sich kreative Lösungen auszudenken. Surrealistische Tradition quasi. Während ich dieses Verfahren bei Elektroreparaturen aller Art mit einem gewissen Argwohn betrachte, finde ich derzeit sehr unterhaltsam, mit welchen Mitteln der Belgier seine Politiker ihrer ureigenen Bestimmung zuführen will:
Da gibt es Leute, die lassen sich einen Bart wachsen, bis es wieder einen Regierung gibt. Das ist sozusagen belgischer Hungerstreik, denn auf Fritten, Pralinen und Filet americain kann hier auch um des Regierungsfriedens Willen keiner verzichten.
Andere fordern wiederum einen Verzicht ganz anderer Art: eine flämischen Senatorin rief alle Belgierinnen - aber insbesonders die Partnerinnen von hochrangigen belgischen Politikern - auf, so lange auf Sex zu verzichten, bis eine Regierung geformt ist.
Hmm, ich denke ja, dass sich irgendwann eine Regierung dem König zuliebe bildet. Nicht aus royalen sondern aus Fairness-Gründen. Der Arme darf nicht wie seine KollegInnen im europäischen Ausland repräsentativ vom Balkon winken, sondern muss ständig Verhandlungspartner an einen Tisch bringen. Das ist eigentlich mit dem Selbstverständnis der Feierabend und Wochenend liebenden und genussfreudigen Belgier auf Dauer nicht vereinbar. Wahrscheinlich sucht man nur noch nach der surrealistischsten aller Lösungen. Bin ja mal gespannt, wie die aussieht.
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Montag, 31. Januar 2011
"Aussie"-Kim
Wie hier schon das ein oder andere Mal nachzulesen war: Ich mag Belgien. Sehr! Was ich hier noch nicht so oft erzählt habe: Ich mag Australien auch. Sehr!
An beiden Ländern schätze ich vor allem die Ungezwungenheit, die Selbstgenügsamkeit, das Kuriose, die Bodenständigkeit und das Dosenbier. Kann es dann eine schönere Verbindung geben als eine belgische Australian-Open-Gewinnerin?? Die australische Zeitung The Age schrieb über Kim Clijsters gerade »Es gibt viele gute Gründe, sie zu mögen: sie ist unkompliziert, humorvoll und nicht mit Lleyton Hewitt verheiratet.« Hewitt ist ein australischer Schnösel-Tennisspieler. Nööö, sowas brauchte sie nicht - unsre Kim! Und wegen der vor Jahren gescheiterten Beziehung zu dem nicht von allen Australiern geschätzten Hewitt ist Clijsters down under sozusagen »adoptiert« worden.
So kommt zusammen, was zusammen gehört ;-)An beiden Ländern schätze ich vor allem die Ungezwungenheit, die Selbstgenügsamkeit, das Kuriose, die Bodenständigkeit und das Dosenbier. Kann es dann eine schönere Verbindung geben als eine belgische Australian-Open-Gewinnerin?? Die australische Zeitung The Age schrieb über Kim Clijsters gerade »Es gibt viele gute Gründe, sie zu mögen: sie ist unkompliziert, humorvoll und nicht mit Lleyton Hewitt verheiratet.« Hewitt ist ein australischer Schnösel-Tennisspieler. Nööö, sowas brauchte sie nicht - unsre Kim! Und wegen der vor Jahren gescheiterten Beziehung zu dem nicht von allen Australiern geschätzten Hewitt ist Clijsters down under sozusagen »adoptiert« worden.
Mittwoch, 26. Januar 2011
Föhnfrisur
Normalerweise sind Friseur-Besuche für mich eine eher unspannende Angelegenheit. Rein, "bitte nur die Spitzen und nicht zu viel", selber föhnen, raus. Das war's dann meistens schon. Da ich die langen Haare meist zusammenbinde, brauche ich kein "legen-und-föhnen". Dachte ich zumindest immer.
Aber das Leben ändert sich manchmal.
Und wir uns mit ihm.
Bei mir war's gestern soweit.
Ich musste mal wieder zum Friseur. Kein Problem eigentlich, denn in der Nachbarstraße gibt es gleich mindestens sechs davon. Musste also nur einen aussuchen. Als ich mit nassen Haaren und dem Handtuch auf dem Kopf dem Haarabschnitt entgegenfieberte, habe ich mich gefragt, ob das hier die Friseurhaupstraße Brüssels ist? Oder wie lässt sich sonst die Existenz von so vielen Friseurläden gleichzeitig erklären?
Ich sollte es 20 Minuten später herausfinden, denn dann waren die Spitzen rundum um 3 cm gekürzt, ich war mit dem Ergebnis zufrieden und schon fast wieder auf dem Sprung ... aber da fing der eigentliche Friseurbesuch erst an... und wenn die das bei jedem so machen, dann ist mir klar, dass unzählig viele Friseure dafür gebraucht werden.
Die Friseuse, die mich bis dahin betreut hatte, holte den Auszubildenden (?) und bat ihn, das Föhnen zu übernehmen. Das tat dieser dann auch. Und zwar mindestens einen Stunde lang. Mit einer Sorgfalt und Hingabe, die man sonst vielleicht nur von Restauratoren alter Kunstwerke kennt, kümmerte er sich um das Trockenwerden der Haare. Strähne für Strähne (und die kann immer nur so ca. aus 50 Haaren bestanden haben) wurde mit Rundbürste und Föhn in Zeitlupe bearbeitet. Wenn ich den Kopf schief halten sollte, machte er es mir vor. Wenn der Kopf wieder in die Gerade sollte, rückte er ihn zurecht. Er zirkelte ab, er föhnte hier und da nach, er nahm sich Zeit für mich, wie noch fast niemand vor ihm. Es hätte der perfekte Anfang einer schönen Liebesgeschichte werden können - du Ashton, ich Demi.
Allerdings war ich gegen Ende wohl nicht mehr ganz sein Typ. Nein, nicht wegen der Haare, die waren schön. Aber durch die stundenlange Föhnorgie mit Dauerwarmluft, hatte mein Kopf die Farbe eine Tomate angenommen, mein Mund war so ausgetrocknet, dass ich Schmatz-Geräusche von mir gab und meine Schwitzattacken (merken: nie mehr im Winterpulli zum Föhn-Friseur) müssen ihn zur Annahme verleitet haben, dass mir nicht mehr viel Zeit bis zum Erreichen des Klimakteriums bleibt.
Naja, aber ein ordentlich geföhnter Haarschnitt kann sogar über den Verlust eines hypothetischen Junglovers inwegtrösten. In diesem Sinne: La vie est belle!
Aber das Leben ändert sich manchmal.
Und wir uns mit ihm.
Bei mir war's gestern soweit.
Ich musste mal wieder zum Friseur. Kein Problem eigentlich, denn in der Nachbarstraße gibt es gleich mindestens sechs davon. Musste also nur einen aussuchen. Als ich mit nassen Haaren und dem Handtuch auf dem Kopf dem Haarabschnitt entgegenfieberte, habe ich mich gefragt, ob das hier die Friseurhaupstraße Brüssels ist? Oder wie lässt sich sonst die Existenz von so vielen Friseurläden gleichzeitig erklären?
Ich sollte es 20 Minuten später herausfinden, denn dann waren die Spitzen rundum um 3 cm gekürzt, ich war mit dem Ergebnis zufrieden und schon fast wieder auf dem Sprung ... aber da fing der eigentliche Friseurbesuch erst an... und wenn die das bei jedem so machen, dann ist mir klar, dass unzählig viele Friseure dafür gebraucht werden.
Die Friseuse, die mich bis dahin betreut hatte, holte den Auszubildenden (?) und bat ihn, das Föhnen zu übernehmen. Das tat dieser dann auch. Und zwar mindestens einen Stunde lang. Mit einer Sorgfalt und Hingabe, die man sonst vielleicht nur von Restauratoren alter Kunstwerke kennt, kümmerte er sich um das Trockenwerden der Haare. Strähne für Strähne (und die kann immer nur so ca. aus 50 Haaren bestanden haben) wurde mit Rundbürste und Föhn in Zeitlupe bearbeitet. Wenn ich den Kopf schief halten sollte, machte er es mir vor. Wenn der Kopf wieder in die Gerade sollte, rückte er ihn zurecht. Er zirkelte ab, er föhnte hier und da nach, er nahm sich Zeit für mich, wie noch fast niemand vor ihm. Es hätte der perfekte Anfang einer schönen Liebesgeschichte werden können - du Ashton, ich Demi.
Allerdings war ich gegen Ende wohl nicht mehr ganz sein Typ. Nein, nicht wegen der Haare, die waren schön. Aber durch die stundenlange Föhnorgie mit Dauerwarmluft, hatte mein Kopf die Farbe eine Tomate angenommen, mein Mund war so ausgetrocknet, dass ich Schmatz-Geräusche von mir gab und meine Schwitzattacken (merken: nie mehr im Winterpulli zum Föhn-Friseur) müssen ihn zur Annahme verleitet haben, dass mir nicht mehr viel Zeit bis zum Erreichen des Klimakteriums bleibt.
Naja, aber ein ordentlich geföhnter Haarschnitt kann sogar über den Verlust eines hypothetischen Junglovers inwegtrösten. In diesem Sinne: La vie est belle!
Sonntag, 16. Januar 2011
Sonntagsausflug
Das Gemälde eines afrikanischen Künstlers, das sich in der Nähe des U-Bahnstation Porte de Namur an einer Häuserwand befindet (er hat es "Porte de Namur! - Porte de l'Amour?" genannt, dazu an anderer Stelle mehr), könnte den flüchtigen Betrachter meinen lassen, dass Namur mitten in Afrika liegt.
Tut es aber nicht.
Es liegt mitten im der Wallonie (also dem französisch sprechenden Teil Belgiens). Und es ist sogar die Hauptstadt dieser Region. Und es war heute unser Ausflugsziel (denn die Klimaerwärmung gibt es anscheinend doch: heute waren es gefühlte 20 Grad mit Sonne und himmelblau).
Und: Namur wurde von Napoleon der "Termitenhügel Europas" genannt.
Warum das denn jetzt schon wieder? Warum der Vergleich mit Termiten? Weil die „Soldaten“ harte und oft riesig vergrößerte Mundwerkzeuge oder nasenartige Stirnfortsätze mit Drüsenausführgängen hatten? Weil sich die arbeitende Schicht Namurs zu gleichen Teilen aus Männlein und Weiblein zusammensetzte? (...ja,ja, so fortschrittlich sind Termiten...)
Viel einfacher: der Hügel, auf dem sich die große Zitadelle mit Schloss befindet, beherbergt ein riesiges, unterirdisches Gängesystem. Über diese Kanäle wurde seinerzeit kommuniziert, verteidigt und Nahrung herbeigeschafft.
Und es ist das größte Europas. Bis hierhin hatte Napoleon schon recht. Der Vergleich mit den Termiten-Nestern hinkt allein an der Stelle, dass diese sogar Elefanten als Zufluchtsort dienen, nachdem die Termiten ausgezogen sind. Die konnte ich heute in der Zitadelle nicht entdecken. Schade, ein Elefant hätte den quasi tierisch-schönen Sonntagsausflug perfekt gemacht.
Und es ist das größte Europas. Bis hierhin hatte Napoleon schon recht. Der Vergleich mit den Termiten-Nestern hinkt allein an der Stelle, dass diese sogar Elefanten als Zufluchtsort dienen, nachdem die Termiten ausgezogen sind. Die konnte ich heute in der Zitadelle nicht entdecken. Schade, ein Elefant hätte den quasi tierisch-schönen Sonntagsausflug perfekt gemacht.
Sonntag, 9. Januar 2011
Stadtwald
Heute war es also soweit: vor dem Atomium wurde ein neuer Stadtwald angelegt. Und alle Brüssler halfen mit. Jede und jeder spendete die liebgewonnenen und bereits familienintegrierte Weihnachtstanne zugunsten der neuen Bewaldung rund um das kugelige Wahzeichen der Stadt. Der Beginn der Einpflanzarbeiten, der heute in den frühen Nachmittagsstunden stattfand, glich einem Volksfest. Alt und Jung feierten mit Waffel in der einen und Bier in der anderen Hand die Neubepflanzung...
Neinnatürlichnichtvölligerquatsch!
Aber ich habe mich bei diesem Schild in unserem Aufzug (das allen Hausbewohnern mitteilt, dass die Weihnachtsbäume am 9. Januar eingesammelt werden) gefragt, was mir diese Grafik sagen soll....und da ich sie so schön fand, hab ich mir was ausgedacht und damit mal wieder über Stadt und Land und Leute berichtet.
Dienstag, 28. Dezember 2010
Brief-Freude
Ja, nach wie vor fangen viele wichtige Dinge in meinem Leben mit einem B an. Zum Beispiel: Belgische Post, Briefkasten, Brief-Freude. Bedingen sich gerade alle gegenseitig: Nach denm Zusammenbruch des Landes aufgrund von 5 cm Neuschnee vor Weihnachten, sah sich auch die Belgische Post außer Stande ihre Verteilungszentren zu verlassen (hätte sich in Deutschland auch keiner mit Sommerreifen getraut) und feierte lieber die vorweihnachliche Stimmung mit Champagner und Foie-Gras-Häppchen (mutmaße ich). Deshalb blieb mein Briefkasten vor meinem Aufbruch zum Weihnachtsurlaub leer, ist nun aber schon seit zwei Tagen voller Weihnachtspost. Die pure Brief-Freude, kann ich nur sagen! Immer wieder schön, einen Umschlag zu öffnen und zu wissen, dass jemand an einen gedacht hat und sich die Zeit genommen hat, selbiges durch die Belgische Post übermitteln zu lassen (die sich dann ihrerseits auch wieder die Zeit genommen hat ... und so schließt sich der Kreis und ein B folgt dem anderen und schon ist daraus eine runde Sache geworden...)
Dienstag, 23. November 2010
San Fancisco
It never rains in Southern California. In San Francisco schon häufiger. Liegt ja auch nicht in Southern California. Brüssel auch nicht. Und hier regnet es ja bekannter weise auch schon mal gerne. Und ganz schön hüglig ist es in Belgistan auch.
Bei so vielen Gemeinsamkeiten, haben sich die San Franciscoianer (San Francisken? San Francisci??) wohl gedacht, müsste man doch eigentlich ein BRU/SFN-Project ins Leben rufen. Was hat man sich nicht alles überlegt: Schwarzenegger und Van Damme beim Waffel-Wettessen. Die Brüssler-STIB-Trams im Wettrennen mit den Cable-Cars. Eine zeitweilige Leihgabe des Atomiums, das dann der mitgereisten belgischen Königsfamilie als Behausung auf Alcatraz dient...
Aber nein, letztendlich muss dann doch wieder Alkoholisches herhalten: Magnolia Pub & Brewery hat den November zum Monat des Belgischen Bieres auserkoren und deshalb nun 12 verschiedene Sorten des selbigen im Angebot.
Schöne Idee - zumindest für alle Neu-San-Francisco-Bewohner, die mit Brüssel schöne Erinnerungen verbinden und deshalb so coole Karten nach good old Europe schicken :-)
Montag, 15. November 2010
Glückspilz
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