... was macht man, wenn man eigentlich die Straße sperren will, aber weiß, dass man in einem Land wohnt, in dem sich die Menschen (grundsätzlich bzw. gerne bzw. ohne-böse-Absicht) über Straßenverkehrsordnungsangaben hinwegsetzen?
Na, ne Idee??
I can help ... pas de problème ici:
Man fügt dem Verbotsschild (hier: Durchfahrtverbot) einfach noch ein Konsequenzschild (hier: Sackgasse) hinzu ... und sogar ne Verhaltensregel (wenn, dann 30 kmh) ... und für Gesetzestreue gibt es dann schließlich den Hinweis auf die Umleitung ... gewusst wie ;-)
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Dienstag, 20. März 2012
Sonntag, 5. Februar 2012
Kiezkonzert
Das Phänomen der Gentrifizierung ist in allen großen Städten vorzufinden. So sammeln sich gemeinhin die Jüngeren und Gutverdienenden in den angesagten Stadteilen an, genießen den speziellen Flair des Viertels und drängen doch gleichzeitig die einstigen Bewohner in die Randbezirke zurück. War in meiner alten Heimat Berlin am Prenzlauer Berg quasi im Zeitraffer mitzuverfolgen - die Substituierung der Ost-Berliner-Eckkneipen durch Latte-Macchiato-Cafés, Asia-Restaurants oder Yoga-Studios ist legendär. Hier in Brüssel ist alles ein bisschen durchmischter, da sich die Stadt ja sowieso nicht als Gesamtzusammenhang, sondern als Ansammlung von 19 Gemeinden versteht. Dennoch gibt es sie hier natürlich auch: die Gegend, in der alles ein bisschen hipper und schicker und teurer ist ... oder zumindest sein will. Und wenn man in einer solchen Gegend dann an einem Samstagabend zufällig in einer Kneipe landet, die noch aus der Kiezvergangenheit stammt, dann hat man ganz kurz das Gefühl in eine Parallelwelt einzutauchen. Diese wird bewohnt von Paaren jenseits der 60, die sich gerade für 15 Euro ein 3-Gänge-Menü einverleibt haben und sich jetzt selig grinsend mit der Flasche Rotwein auf dem Tisch auf der Eckbank zurcklehnen und dem Konzert der Furious Four lauschen. Musik aus den 60ern steht auf dem Flyer. Ein paar wenige tanzen und mindestens drei Hunde laufen von Tisch zu Tisch und werden gehätschelt. Die Protagonisten selbst haben die 60er-Jahre wahrscheinlich schon Autofahrend erlebt. Rocken aber, was das Zeug hält. War super. Wir waren augenscheinlich die einzigen, die sonst nicht da sind, wurden aber mit Kopfnicken von allen Seiten anstandslos in die Kneipencommunity integriert. Nach ein paar Bier am Tresen, wurden wir von der Besitzerin zum nächsten Konzert am 3. März eingeladen. Ist eingetragen.Und dann ging's wieder raus ins richtige Leben .. oder einfach in die andere Parallelwelt?
Freitag, 21. Oktober 2011
Wege-Wörter
Okay.. da muss ich ja echt mal schmunzeln...bin in Deutschland unterwegs und werde in einem ziemlich schicken Stadtteil darauf hingewiesen, dass es jetzt gleich nicht mehr so einfach werden könnte einen Fuß vor den anderen zu setzen … weil dann vielleicht nicht mehr Stein an Stein au Waterkant-Niveau liegen … hmmm … ich lebe ja in Bruxelles (hinlänglich bekannt) und finde:
1. die Deutschen (in diesem Falle sogar die coolen HHler) übertreiben!
2. warum hat eigentlich noch nie jemand daran gedacht, dieses Schild an den Brüsseler Stadtgrenzen anzubringen???
3. man sollte sich nie über das Erlernen einer anderen Sprache beschweren, solange man nicht alle Straßenschilder der eigenen gelesen hat … uneben… quoi?
Samstag, 18. Juni 2011
Stadterkundungen
Und es geht weiter mit dem "In-der-Stadt-unterwegs-sein".
Ich hatte die ganz wunderbare Möglichkeit an einem Seminar für Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner hier in Brüssel teilzunehmen (dass das Ganze noch einen gewerkschaftlichen Rahmen und Bezug hatte, war das Sahnehäubchen - Danke, Gloria!). In all ihren Details kann und will ich ich diese 4 Tage hier gar nicht wiedergeben (Schreib-bzw. Leseoverkill meiner- bzw. eurerseits) ... aber ein bisschen Reinschnuppern soll's dann schon sein.
Es ist ja schon irre, wenn man durch die "bekannte" Stadt läuft/fährt/schlendert und dabei "fremde" Infos zu Häusern/Statuen/Plätzen bekommt ... ist vielleicht wie einen synchronisierten Filme in der Originalfassung schauen: so vieles Neues & Kurioses, das man vorher nicht bemerkt hat. Dass Bruxelles viel Verstecktes bietet, habe ich ja schon hier oder hier berichtet, aber dennoch bin auch ich immer wieder überrascht, was das dann so alles ist:
Z.B. dass Hitler von den Leuten aus den Marollen (ein traditionelles Arbeiter- und Einwandererviertel mitten im Innenstadtbezirk) 1945 symbolisch duch eine Art Schauspiel zu Grabe getragen wurde - eine Tafel erinnert noch heute daran:
Oder: dass es möglich ist, das komplizierte Mehrebenensystem der belgischen Politik (das heißt auch : der belgischen Lebensrealität, der belgischen Zuständigkeiten, des belgischen Aufeinanderverweisens,....) so systematisch auf eine DIN A4 Seite zu bringen (sieht fast überschaubar aus ;-)):

Oder: dass es in manchen Stadtteilen die Straßenschilder nicht nur zweisprachig, sondern dreisprachig gibt: französisch, flämisch und Gassendialekt:
Und: dass der unbekannte Graffitti-Künstler, der auch schon auf dem Gehweg vor meiner Wohnung seine filigranen "Tiere im Fall oder Schwebezustand" hinterließ, mittlerweile der bekannteste anonyme Sprayer von Brüssel ist ... ich find's gut!
Ich hatte die ganz wunderbare Möglichkeit an einem Seminar für Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner hier in Brüssel teilzunehmen (dass das Ganze noch einen gewerkschaftlichen Rahmen und Bezug hatte, war das Sahnehäubchen - Danke, Gloria!). In all ihren Details kann und will ich ich diese 4 Tage hier gar nicht wiedergeben (Schreib-bzw. Leseoverkill meiner- bzw. eurerseits) ... aber ein bisschen Reinschnuppern soll's dann schon sein.
Es ist ja schon irre, wenn man durch die "bekannte" Stadt läuft/fährt/schlendert und dabei "fremde" Infos zu Häusern/Statuen/Plätzen bekommt ... ist vielleicht wie einen synchronisierten Filme in der Originalfassung schauen: so vieles Neues & Kurioses, das man vorher nicht bemerkt hat. Dass Bruxelles viel Verstecktes bietet, habe ich ja schon hier oder hier berichtet, aber dennoch bin auch ich immer wieder überrascht, was das dann so alles ist:
Z.B. dass Hitler von den Leuten aus den Marollen (ein traditionelles Arbeiter- und Einwandererviertel mitten im Innenstadtbezirk) 1945 symbolisch duch eine Art Schauspiel zu Grabe getragen wurde - eine Tafel erinnert noch heute daran:
Oder: dass es möglich ist, das komplizierte Mehrebenensystem der belgischen Politik (das heißt auch : der belgischen Lebensrealität, der belgischen Zuständigkeiten, des belgischen Aufeinanderverweisens,....) so systematisch auf eine DIN A4 Seite zu bringen (sieht fast überschaubar aus ;-)):
Oder: dass es in manchen Stadtteilen die Straßenschilder nicht nur zweisprachig, sondern dreisprachig gibt: französisch, flämisch und Gassendialekt:
Und: dass der unbekannte Graffitti-Künstler, der auch schon auf dem Gehweg vor meiner Wohnung seine filigranen "Tiere im Fall oder Schwebezustand" hinterließ, mittlerweile der bekannteste anonyme Sprayer von Brüssel ist ... ich find's gut!
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Dienstag, 22. März 2011
Kanaldeckel
Ich bin nicht im Mindesten dafür bekannt, unter Verfolgungwahn zu leiden. Und ich kennen natürlich auch keine Personen, die von sowas besessen sind/ sein könnten/ ....naja, zumindest mal in Verdacht geraten.
Aber der klappernde Kanaldeckel direkt vor dem Schafzimmerfenster nervte schon....
Ich hatte (sehr deutsch wahrscheinlich) meine Vermieterin beauftragt, doch mal rauszufinden, wer in der Commune (quasi: im Bezirksamt) für die Behebung solcher Unpässlichkeiten zuständig sei. Dann könne ich doch mit meinem mittlerweile passablen Französisch quasi die Erin Brockovich unserer Straße werden und für das Grundrecht auf "Ruhe vor Konstruktionsfehlern" kämpfen.
Sie (okay: Juristin - aber sehr nett) wiederum bat mich, von der Situation Fotos zu machen. Ich dachte: okay, aber: wenn schon, denn schon! Hier: Ton & Bild zu plong-plong (or how would you describe that sound?)
Sie (okay: Juristin - aber sehr nett) wiederum bat mich, von der Situation Fotos zu machen. Ich dachte: okay, aber: wenn schon, denn schon! Hier: Ton & Bild zu plong-plong (or how would you describe that sound?)
Stolz auf meine Zuarbeit und in Erwartung meiner Brockovich-Karriere, zog ich mich ertmal in den von der Straße abgewandten Wohnungsteil zurück (isse sonniger ;-)).
Zufällig (oder durch minutenlange Stille gerieben?) habe ich etwas später wieder Richtung Kanaldeckel geschaut .... wow! workinprocess! Da passierte was. Ziemlich belgisch zwar (oder wer sonst befestigt klappernde Gully-Deckel mit Holzabschnitten? Über die Anzahl der Arbeitszuschauer schweige ich...), aber: seitdem herrscht Stille!
Bonne nuit!
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