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Sonntag, 12. August 2012

37

37. Nur eine Zahl. Nur eine Zahl? HA!

3 - die göttliche Zahl,
7 - die interessanteste Zahl überhaupt: Addition von 3+4 also göttliches und irdisches (Elemente, Jahreszeiten...), Märchenzahl (hinter den 7 Bergen, bei den 7 Zwergen, ...), die der Tugenden und die der Laster...

Quersumme 10.

10 hoch 15 = ein Petaflop.
(Wie, was das jetzt schon wieder sein soll? Okay, okay .... Petaflop ist die Rechenleistung eines Supercomputers (groooße Maschinen, mit denen man Klimaveränderungen oder Medikamentenentwicklung oder Fahrzeugprototypen erforscht bzw. entwickelt) in einer Sekunde. Zum Vergleich: würde man soviele der besten Laptpos stapeln, bis man zur selben Rechenleistung käme, wäre der Stapel 1,5 km hoch.)

1 Petaflop hat 15 Nullen. Also 1 000 000 000 000 000.

Der Erdumfang am Äquator muss sich mit einer viel kleineren Zahl zufrieden geben: 40 075 004 m.

Die werde ich erjoggen. Meine ersten 1 000 000 bin ich in einem knappen halben Jahr schon gelaufen  (vorher hatte ich keine Zeiterfassung...). Dauert also noch ca. 20 Jahre bis ich rapporten kann: mission completed!

... dann werde ich darüber und über die 57 berichten;-) Wie, auch nur ne Zahl?? 



Freitag, 10. August 2012

Jeannette

Hier geht es normalerweise um schöne Dinge, um die Weinglashalbvolllstattleer-Theorie, um Heiteres... das ist auch so beabsichtigt.

Aber es fällt mir in den letzten Tagen schwer sowas zu schreiben. Weil eine Person, mit der mich seit Grundschultagen und  immer & immer wieder danach in unserern einschneidensten  Lebensmomenten etwas ganz Besonderes verbindet, wieder mal vom Leben herausgefordert wird. Und das ist nicht fair - denn sie hat schon viele Male bewiesen, dass sie kämpft, kämpfen kann, durchhält und siegt. (:-))
Hat immer was von Fliegengewicht gegen Schwergewicht. Und dann trotzdem erhobenen Hauptes und mit durchgedrücktem Kreuz aus dem Ring gehen. Unglaublich und bewundernswert... oder schlichtweg: fast nicht zu begreifen!
Sie hat gefragt: "Soll  ich mal aufhören "hier" zu schreien?" JA! Bitte! Genug für ein Leben!

Hier laufen die olympischen  Spiele und ich bewundere ganz viele Leistungen, denke "wow"... aber weiß auch immer: DU bist die Kämpferin. Bin stolz auf  DICH! Immer! Und weil  am kommenden Wochenende viele Sternschnuppen fallen und ich sowieso Wünsche frei habe: Alles alles Gute & Liebe für dich!
UND: unser Lied & ich bin in Gedanken immer bei dir!



Samstag, 21. Juli 2012

der 21. Juli ...

... ist Nationalfeiertag in Belgien! Das bedeutet:
1. arbeitsfrei (was, wenn der 21. auf einen Samstag fällt, dem gemeinen Büroarbeiter ein Schulterzucken entlockt)
2. eine Präsentation der nationalen Panzer und sonstigem Miltitärequipment auf der Prachtstraße Rue de Regence (was mich als Pazifistin und in einem Bundeswehrdorf großgeworden unbeeindruckt lässt)
3. man kann den Tag wunderbar mit Karla durch die Stadt flanierend genießen: zum ersten Mal sonnig seit langem, voller gutgelaunter Belgier (oder Menschen, die sich so fühlen), FrittenbudeanFrittenbude, ein Spontanbesuch in der faszinierende Papiermodenausstellung von  Isabelle de Borchgrave ... dann ein Bier für (gegen?) den Durst und Moules fürs Gemüt (und weil ja Nationialfeirtag ist ... das Ganze übrigens im sehr traditionnsreichen Lokal Taverne du Passage in der Galerie de la Reine! super - unbedingt nochmal hin!)
4. Radio Nostalgie gibt ein Konzert im Parc de Bruxelles ... mit den Hits der 60er, 70er, 80er...undundund .... und wer sich nur ein paar Schritte weg vom Bühnenbereich entfernt, kann frittenessendglücklichaufdemrasensitzendeBelgier beobachten... 
5.  gerade höre ich aus der Ferne auch das Feuerwerk... hmmm, ein Belgier möcht ich sein ;-)


Montag, 16. Juli 2012

Schloss-Triologie_ Folge 1


... wie schon berichtet, ging ja die letzte (Kurz-)Reise an die Loire. Das französische Schlössertal ... für mich als Deutsche-Burgenstraßen-Mädel natürlich äußerst interessant ;-) Nee, also ernsthaft: wirklich und superschön!
Und viel zu viele Eindrücke, um sie auf ein Mal zu verarbeiten... deshalb ne Triologie:
1_Pfauenschloss
2_Frauenschloss
3_Traumschloss

Let's start with number 1 (aber wie gewohnt vom Hölzchen auf Stöckchen, ja?): Wenn ich in einem Fernsehquiz gefragt worden wäre, welchen ausgespochenen Satz ich für mein Leben ausschließe, dann hätte ich C: " Ich kann nicht ausparken, denn da stehen mindestens 4 PFAUE vor meinem Kofferraum!" genommen (denn: Frauen & Autos mögen eine Wissenschaft für sich sein  - ich KANN ein- und ausparken!).

Aber dann passiert das -  und noch ganz ganz viele anderer faszinierende und wunderschöne Dinge ... nämlich, dass da in der französischen Provinz in einem Schlösschen einer (sagen wir mal : schon bessere Zeiten gesehen habenden) Adels-Familie Leute aufeinander treffen, die von der ersten Sekunde auch über Sprachgrenzen hinweg sehr persönlich kommunizieren. Die dem Garten, dem Grillgut und den Stechmücken ihre Aufmerksamkeit zu Teil werden und sich selbst auf einen ganz anderen Lebensrhythmus einlassen, um dem Henning&Nathalie-Event beizuwohnen -  also eigentlich:gerecht zu werden!!

War toll... die Location, die Menschen, die Frühstücke am "komm wann immer du willst"-Küchentisch, die Abende am "bleib solange du willst"-Küchentisch, das Tanzen, das Chillen in der Altstadt von Loches (während die Kids ne Schnitzeljagd absolvierten), das Laufen am Morgen in einer total unbekannten Umgebung (und trotzdem wieder am Ziel anzukommen), das superschöne Gefühl, dass alle Menschen schon irgendwie dasselbe Empfinden von Lebensqualität  haben: in Gemeinschaft schön und lange zu reden, zu essen, zu trinken, zu genießen!!! Wunderbar!

.... das Pfauenschloss - wahrscheinlich auch ein Traumschloss... aber so muss das ja bei einer Triologie auch sein: in allem Ende ruht ein/der Anfang.  (Und wenn das jetzt alles holprig war: das war der Zugangsweg auch! C’est la vie! J’adore!)










Sonntag, 1. Juli 2012

Rocking in a free world!

Wir sind hier (nie) nicht bei wdw. ("Wünsch dir was").
Sondern (generell)  im www.
Und (gerade) aktuell in der wnw.  (Wie: was soll das bedeuten? "Was 'ne Woche" natürlich...)

Also, angefangen hat ja alles mit dem Ersten Deutschen Zwangsensemble am Montag. Drei Jungs (hätte ich jetzt lieber stattliche Männer schreiben sollen?), ein Waschbrettbauch am Dienstag vom Zwangsdauerlachen und ein After-Show-Bierchen-mit-den-3-Start in die Woche. Kann man von einem Montag mehr erwarten? Nö.
Vom EM-Deutschland-Italien-Spiel hätte ich das dann aber gerne getan. Denn: wo waren die Torchancen unserer Jungs??... Schlicht: nicht vorhanden. Okay, ich gebe zu Italien hat mich überzeugt, und das lag nicht nur am beeindruckenden Semi-Strip des italienischen Torschützen Balotelli und nicht an meiner eh schon uneingeschränkten Leidenschaft für Bella Italia ... sondern an ... hmm ... räusper keine Ahnung ... also egal: verdient verloren!
Und dann freitags, zum Abschluss der wnw: Rock in Werchter  - das größte OpenAir in Belgien. Sehr coole Atmosphäre, toole Bands,  ... nächstes Jahr gehe ich garantiert länger als einen Tag ... Pearl Jam war grossartig und kept on rocking in a free world...



Und damit sind wir schon fast wieder am Wochenanfang ... denn der spielte ja in der gleichen Liga. "same same but different" sagt man in Asien ... in diesem Sinne: "Keep on rocking in a free world!"

Montag, 7. Mai 2012

montagmorgens

Ich mag Montagmorgende, wenn sie sonnig beginnen, wenn der Muskelkater in den Beinen ein fettes, zufriedenes Grinsen ausloest und wenn der Buerocomputer zum Einstieg in die Woche ein superschoenes, leicht psychedelisches Hintergrundbild aus dem Wechselmodus praesentiert... das kann gerne so weitergehen.

Freitag, 4. Mai 2012

Freitagsfüllen

Man kann ja nicht immer nur arbeiten/sporteln/networken/trinken & essen.... nein, auch das Hirn braucht mal Nahrung/Beschäftigung/Herausforderung.... da kann man unterschiedlche Dinge machen - oder Barbaras Freitags-Füller aufrufen und Sätze zu vervollständigen... lustig (Vorgabe in “fett”, die Vervollständigung in "nomal"):
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1. Eigentlich lebe ich merkwürdigsterweise & trotzallem genau das Leben, das ich haben wollte.
2.  Oder? Könnte ich es besser/intensiver/ehrlicher tun - das beschäftigt mich oft in Gedanken.
3.  Kürzlich sah ich verblühende, vormals saftige Frühlingskirschblüten... schööön (also vormals).
4. "I follow rivers" ist komischerweise schon länger mein Lieblingssong. 
5.  Ob oben oder unten  - Menschen im Arbeitleben haben immer was beizutragen ... und deshalb: was ist bitteschön oben und unten?!
6. Laufenessenlebenfreundetreffenkombi klappt in letzter Zeit immer besser.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf schlafengehen, morgen habe ich eine Fahradkauf (meins wurde geklaut!!) geplant und Sonntag möchte ich nochmals die 15 km in einer erfreulichen Zeit schaffen! In Liège dieses Mal..

Sonntag, 11. März 2012

(Wieder-) Entdeckungen

Wenn man länger an einem Ort ist, dann fallen einem ja bestimmte Dinge nicht mehr auf. Man geht von A nach B routinemäßig auf ausgetretenen Pfaden, gehört im Supermarkt zum Stammpublikum, hat ein Lieblingsrestaurant und will sich oftmals einfach auch sonst wetter- oder zeitaufwandsbedingt (... altersbedingst spare ich absichtlich aus!) nicht mehr sooo weit von der Homebase wegbewegen.
Nix Neues. Weiß man. Will man vermeiden. Geht nicht. Oder nur begrenzt: indem man die Erinnerung aufwärmt. Genau aus diesem Grund habe ich vor 2 Jahren angefangen, meine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen mit und in meiner neue Heimat Bruxelles an dieser Stelle festzuhalten: be bruxelles.... (by the way: je mehr Alzheimer-Reportagen ich sehe, desto sinnvoller finde ich dieses Niedergeschreibsel: später einfach ausdrucken und der Pflegekraft zum Vorlesen in die Hand drücken - nette Erinnerungen garantiert! ;-)).
Einer meiner ersten Bekanntschaften hier in BXL war mein siebzigjähriger Nachbar Sergio. Gestern rief er mich ganz aufgeregt an, um mitzuteilen, dass in unserer ersten Wohnung ein ein Brief für uns angekommen sei und fragte, ob er ihn weiterschicken solle. Nö, dachte ich, persönliche Abholung ist schöner.
War’s auch… ich musste dafür mit dem Rad quer durch die Stadt. Bei grau-regnerischem Wetter (okay: letztendlich: im Regen .. aber nur für kurz). Aber die Luft frühlingshaft und mit Vogelgezwitscher angereichert.

Und ich hab's echt genossen: all diese unterschiedlichen und sehr kontoversen Gegenden, die ich auf dieserStrecke durchradelt habe: das vertraute Ixelles, die schicke Avenue Louise, der eher downtoearth-Bereich von Ixelles mit Kinos & indischen Nightshops, dann sehr afrikanisch à Matonge, runter zum Fritten-Mekka Place Jordan, rauf zum Schuman/ Europaviertel, vorbei an der Moschee im Cinquantenaire und dann schließlich die nette Gegend rund um den Ambiorix (der für mich immer mit dem Ankommen in einem anderen Leben  verbunden sein wird).


Kurz: es hat mir einfach mal wieder bewusst gemacht, wie wahnsinnsschööööön es ist, hier zu leben/leben zu dürfen.

Und schließlich gab's zum Abschluss des Tages nach allen Wiederentdeckungen auch noch eine neue: das vietnamesische Resto KOI. Superlecker! Ich würde sogar sagen, das beste vietnamesische Essen, das ich außerhalb Vietnams gegessen habe ... und eine total nette Besitzerin, die sich sehr aufmerksam um ihre Gäste kümmert. Gerne mal wieder.

Freitag, 13. Januar 2012

Rundumdenrundfunk


Puhh, jetzt wird's hier aber mal langsam Zeit für nen neuen Eintrag...
Also: Von der regelmäßigen Umrundung der Étangs d'Ixelles (also der Teiche/Weiher meines Wohnviertels Ixelles) habe ich ja schon im letzten Beitrag erzählt.
Aber neben der Wasserfläche hat dieser Teil Brüssels auch den Place Flagey und die sternförmige Straßenkonstruktion drumherum zu bieten... und da braucht man sich gar nicht so viel bewegen, sondern kann wunderbar verweilen. Im Café Belga zum Beispiel - retro-style, aber nicht bad-taste. Oder auf dem Platz selbst. Samstags ist Markt - und ob man sich dann da den Waffel-, Austern- oder Käsestand aussucht, bleibt da allein dem persönlichen Gusto überlassen. Oder die arabischen Bäckereien auf der Rue Malibran, mit authentischem Publikum. Oder die Kneipe Petit Pin, in die man sich auf jeden Fall setzten kann, um das Treiben auf der Kreuzung durch das riesige Eckfenster mit zu verfolgen… noch toller isses da mit Freunden … der Mittwochsrunde, klaro … aber das muss ich ja eigentlich nicht betonen ;-)
Noch was wirklich Schönes und Wissenswertes zum Schluss: Der Architekt des ehemaligen Gebäudes des belgischen Rundfunks, in dem sich heute das Café Belga und eine Konzert/Veranstaltungslocation befindet,  heißt Joseph Diongres (1878-1963). Er war Brüsseler, aufgewachsen im sozialschwachen Molenbeek/St Jean, und hat sich nach seinen architektonischen Highlights immer wieder um den sozialen Wohnungsbau in seinem Herkunftsviertel gekümmert. Er wollte was zurückgeben. Bis heute sind diese Gebäude bewohnt – bieten also Leuten Wohnraum, die mir diesem Brüsseler-Upperclass-Eurokrat-System nix zu tun haben. Weil ihn (wahrscheinlich?) wenige kennen, möchte ich ihm hier an dieser Stelle eine zufriedenstrahlende Gedenkminute einräumen!

Donnerstag, 24. November 2011

Haptisches

Hab ich mich eigentlich schon mal zum Haptiker bzw. zur Haptikerin bekannt??
(was issn das? Wikipedia sagt:: mit "haptischer Wahrnehmung, griech.: haptόs „fühlbar“, haptikόs „zum Berühren geeignet“, bezeichnet man das aktive Erfühlen von Größe, Konturen, Oberflächentextur, Gewicht usw. eines Objekts durch Integration aller Hautsinne und der Tiefensensibilität. Die Gesamtheit der haptischen Wahrnehmungen erlaubt es dem Gehirn, mechanische Reize, Temperaturreize und Schmerz zu lokalisieren und zu bewerten")
Falls nicht, dann mach ich das jetzt. Ja, ich bekenne: ich muss immer alles anfassen. Und obwohl ich blogge, mag ich gelegentlich in Realo alles Papierische lieber. Ich liebe das Geräusch von Papier, wenn man es zwischen Daumen und den restlichen Fingern reibt. Ich mag es, ein neues Buch wie ein Daumenkino hunderte Male durchlaufen zu lassen. Und ich mag es, dass Papier meist eine Geschichte erzählen kann (das tut es nur, wenn man es anfasst ;-))
Zum Beispiel hier die Aufzeichnungen unserer Französisch-Lehrerin während des Unterrichts. Die lässt sie immer da, wenn sie uns was aufgemalt hat. Ist ihr peinlich, das mit sich rumzuschleppen, weil sie denkt, sie sei eine schlechte Zeichnerin...(Rezeptoren auf der Zunge darstellen durch eine Quasi-Französin - wer könnte das besser? Halleluja)


Oder die Rechnung aus dem Resto gleich um die Ecke...längst schon wollten wir da hin. Aber hat nie geklappt. Und dann, mit einem ganz speziellen Gast, in einer ganz besonderen Zeit, war es genau das Richtige.Wunderbarer Abend.

Und natürlich: Geschenkpapier. Nicht, dass die Verpackung wichtig wäre. Aber beim Verpacken ist man sich ja schon (ziemlich) sicher, dass man was Schönes gefunden hat, und sich der/die andere beim Auspacken freut ... und dann freut man sich eben schon mal auf Vorrat mit, wenn man das Geschenkpapier in Händen hält (und schussendlich verklebt bekommt!) ... gesetzt den Fall, man ist haptisch veranlagt ;-)

Sonntag, 30. Oktober 2011

Indian Summer belgisch

Freunde müssen ja eigentlich nicht viel machen. Freunde müssen einfach nur da sein. Freunde zu Gast zu haben ist per se schon ein Vergnügen (...okay, es gilt nach wie vor die alte Regel: mit Besuch ist es wie mit Fisch: nach drei Tagen fängt er an zu stinken - aber die ist anscheinend überall bekannt). Aber wenn die Freunde dann zum Besuch noch gutes Wetter mitbringen, dann freut manfrau sich natürlich noch mehr über den Gast.
...habe ich gutes Wetter gesagt? ich meinte natürlich wahnsinnigschönphantastischsonnigeblauhimmeliges und irgendwie so "Indian-Summer-in-belgisch" Wetter ... hmm, falls jetzt jemand weiß was ich meine.... ich mein so rotoragebuntblättrig... also, so:

 

und so:

   
Und ich finde Frühstück (mit Rührei und Ketchup - sorry - aber ein MUSS am Sonntag) auf dem Balkon Ende Oktober einen unglaublichen Luxus und weiß dann für einen (SEHR kurzen) Moment auch gar nicht mehr, ob ich die Klimaerwärmung eher gut oder eher scheiße finden soll....



Nunja. Wie gesagt ein wundervolles Herbstwochenende hier in Bruxelles! Wahrscheinlich auch wirklich wegen der sagenhaften farblichen Eindrücke: die neugekauften Herbstbekleidungsstücke erfreuen das Shoppingtrio, das Glas Rosé - auf dem Wochenendmarkt eingenommen - verlängert den Sommer und selbst zum Abschluss des Wochenendes säumen vierfarbige Säulen vor dem Bahnhof den Weg (des Gastes) nach Hause ...

Was sollen die eigentlich da? Hmmm, lieber nicht fragen (noch so ne alte Regel: keine W-Fragen!!!), denn sie entsprangen wohl der (hochbezahlten) Idee einer Werbe-/Image-Agentur. Demnach sollen diese vierfarbigen Säulen jeden Besucher der europäischen Capitale darauf hinweisen, dass er sich jetzt an einem Bahnhof befindet. Wäre wohl gut, wenn die Besucher das auch wüssten ... aber dafür wurde die Agentur wahrscheinlich nicht bezahlt....
Farblich passt es garade trotzdem - deshalb: könnte schlimmer sein, könnte regnen ;-)

Mittwoch, 10. August 2011

Lebensjahrmotto

Oh ja, das soll mein Motto für's neue Lebensjahr sein:
LÄCHELN,
obwohl man nicht gefilmt wird - ganz einfach, weil es gut für die Gesundheit ist!

Samstag, 18. Juni 2011

Stadterkundungen

Und es geht weiter mit dem "In-der-Stadt-unterwegs-sein".
Ich hatte die ganz wunderbare Möglichkeit an einem Seminar für Architekten, Stadt-  und Landschaftsplaner hier in Brüssel teilzunehmen (dass das Ganze noch einen gewerkschaftlichen Rahmen und Bezug hatte, war das Sahnehäubchen - Danke, Gloria!). In all ihren Details kann und will ich ich diese 4 Tage hier gar nicht wiedergeben (Schreib-bzw. Leseoverkill meiner- bzw. eurerseits) ... aber ein bisschen Reinschnuppern soll's dann schon sein.
Es ist ja schon irre, wenn man durch die "bekannte" Stadt läuft/fährt/schlendert und dabei "fremde" Infos zu Häusern/Statuen/Plätzen bekommt ... ist vielleicht wie einen synchronisierten Filme in der Originalfassung schauen: so vieles Neues & Kurioses, das man vorher nicht bemerkt hat. Dass Bruxelles viel Verstecktes bietet, habe ich ja schon hier oder hier berichtet, aber dennoch bin auch ich immer wieder überrascht, was das dann so alles ist:

Z.B. dass Hitler von den Leuten aus den Marollen  (ein traditionelles Arbeiter- und Einwandererviertel mitten im Innenstadtbezirk) 1945 symbolisch duch eine Art Schauspiel zu Grabe getragen wurde - eine Tafel erinnert noch heute daran:

Oder: dass es möglich ist, das komplizierte Mehrebenensystem der belgischen Politik (das heißt auch : der belgischen Lebensrealität, der belgischen Zuständigkeiten, des belgischen Aufeinanderverweisens,....) so systematisch auf eine DIN A4 Seite zu bringen (sieht fast überschaubar aus ;-)):



Oder: dass es in manchen Stadtteilen die Straßenschilder nicht nur zweisprachig, sondern dreisprachig gibt: französisch, flämisch und Gassendialekt:

Und: dass der unbekannte Graffitti-Künstler, der auch schon auf dem Gehweg vor meiner Wohnung seine filigranen "Tiere im Fall oder Schwebezustand" hinterließ, mittlerweile der bekannteste anonyme Sprayer von Brüssel  ist ... ich find's gut!

Sonntag, 12. Juni 2011

Vorurlaubsfeeling

Mensch, man könnte fast meinen, ich sei auf Dauerurlaub.
Irgendwie stimmt das auch, obwohl ich noch gar nicht im Urlaub bin. Vorurlaubsfeeling quasi ... gibt ja schließlich kaum was Schöneres als Brüssel im Sommer mit Urlaubsgästen zu erkunden ;-)
Zum Beispiel die neuen Fuß-Kühl- und -Waschanlagen, die es am Fuße (wie passend) des Kunstbergs (mont des arts)  gibt - soooooo schön erfrischend!

Oder die lustigen Fotos, die man machen kann, wenn man mal wieder zum Atoumium fährt. Im Alltag besichtigt man ja ein Wahrzeichen eher unregelmäßig - aber Besucher(Innen!) sind ein guter Grund, diesem Architekten- Highlight mal wieder einen Besuch abzustatten.


Und toll ist es natürlich  auch immer wieder nach den langzulaufenden und vielzuentdeckenden Stadtrundgängen den Tag ganz gemütlich auf dem Balkon in der Abendsonne bei einem Apéro ausklingen zu lassen (... und in den Abend zu starten ;-))

Morgen geht's dann weiter im Bruxelles-Besucherprogramm... mit Quiche zum Mittagessen.



Das Foto stammt allerdings aus einer anderen Quiche-Produktion. Ich habe nämlich meinen Fotoapparat bei einer Grillparty am Freitag vergessen. Die fand übrigens innen statt. Außen hat's geregnet. Auch das ist Vorurlaubsfeeling im Brüsselsommer. Mais ... ca va. Comme toujours.

Sonntag, 29. Mai 2011

Marathonfieber

Brüssel leidet derzeit an Fieber.
                                     Genauer: am Marathon-Fieber.

 Wie sich auf dem Bild unschwer erkennen lässt, werden hier keine 42,195 Kilometer bis ins Ziel gelaufen sondern geschätze 42,195 Kilometer zurückgelegt, bis man an allen Bühnen  dieser Stadt war, die an diesem Wochenende Jazz rund um die Uhr präsentieren.
Naja, vielleicht sind es auch ein paar Kilometerchen weniger. Aber wer Aufstockungsbe darf hat, kann heute noch am 20-Kilometer-Lauf (dieses Mal wirklich sportlich gemeinten) durch die Brüsseler Innensstadt teilnehmen oder die geschätzten 5 Kilometer Flohmakt hier direkt vor der Haustüre ablaufen.
Und wenn danach (im wahrsten Sinne des Wortes) gar nichts mehr geht und man auf die Metro zurückgreift, wird man nun auch dort gekennzeichnete "Ein- und Aus-Laufbahnen" antreffen.

Wozu? Tja, wahrscheinlich um das Marathonfieber einigermaßen unter Kontrolle zu halten ... oder?
In diesem Sinne: Alles läuft! Und: Hauptsache man bleibt in Bewegung.

Montag, 25. April 2011

Osterelefant

..... nein, nicht erschrecken, natürlich kommt auch hier in Belgien der Osterhase und versteckt die Eier. Keine Angst, so fremd sind sich die Lebenskulturen dann auch wieder nicht. Aber mein erstes Ostern hier war geprägt von den Elefanten im Park des Afrika-Museums in Tervuren, einem großartigen Abendessen im thailändischen Restaurant "Blue Elephant" in Uccle und klimatischen Bedingungen, die in den Heimaten afrikanischer und/oder asiatischer Elefanten  üblich sind. Daher: Ein Hoch auf die Osterelefanten 2011!
Oder auch einfach eins auf die Olifanten - wie man im flämischen Teil dazu sagt.
... und ganz schnell ist man wie von alleine wieder beim O und beim Ei und bei Ostern... alles sehr sehr leicht(zu)lebig hier in Belgien!.

Montag, 18. April 2011

Eisheilige

 
Gibt ja immer wieder Dinge, die macht man zum ersten Mal. Im letzten Jahr waren das bei mir ganz schön viele: Marktschampus trinken, Plätzchen backen, Grissinis rollen, Supermarkt yogen, Zeitreise machen ...
Und jetzt auch noch: Balkon begrünen. (Isch atte vorär kein'än.)
Hmm, sollte schön aussehen und blühen und grünen und Früchte abwerfen (die ich dann in der nächsten Aktion der Reihe "noch-nie-gemacht" einmache, vermarmelade oder sonstwas) - so der Vorsatz. Also habe ich unter anderem Tomaten und Zucchini gekauft. Erstere liebe ich ohne Ende. Und die anderen sollen schön blühen.
Heute beim Einpflanzen kam mir dann der Satz meiner Oma "Die kalte Sophie macht alles hie." in den Sinn. Und da habe ich mich (auch zum ersten Mal in meinem Leben) gefragt: Wann kommt denn bitte die kalte Sophie? Und gib es die Eisheiligen, zu denen die Sophie zählt, überhaupt in Belgien?
 1. Sie kommt am 15 Mai, ihrem Namenstag, wie alle anderen Eisheiligen auch (Mamertus am 11. Mai, Pankratius am 12. Mai, Servatius am 13. Mai, Bonifatius am 14. Mai und eben abschließend Sophie am 15. Mai)
2. Ja, es gibt sie im französischen  Sprachraum auch, die Saints de glace. Allerdings ohne Sophie. Denn hier gilt die Abfolge: Mamertus am 11. Mai, Pankratius am 12. Mai, Servatius am 13. Mai, Bonifatius am 14. Mai, Yves am 19. Mai und Bernardin am 20. Mai.
Die letzten beiden sind wohl den rauen klimatischen Bedingung der Bretagne geschuldet, wo das ein oder andere Atlantiktief schon Existenzen zerstört haben muss ("Craignez le petit Yvonnet, c'est le pire de tous quand il s'y met" - Fürchtet den kleinen Yves, denn er bedeutet das Schlimmste für alle, die er trifft).
Und obwohl ich stark davon augehe, dass die milde Brüssel-Lage mich vor einem Tomaten-Zucchini-Desaster bewahren würde, hole ich sie trotzdem rein, die zarten Pflänzchen .... muss ja nicht alles zum ersten Mal im Leben erleben.

Montag, 14. März 2011

Feierabend

Auf meiner Nach-Hause-Strecke komme ich hier immer an einem Supermarkt vorbei. Davor sitzt immer der gleiche Supermarkt-Bettler (wenn es dafür einen pc-Begriff geben sollte, dann tausche ich gerne aus). Nix neues, da musste ich mich nicht umgewöhnen, das war in Berlin genauso. Ich pflege da automatisch immer ein bisschen Kontakt (nicken - Geld - nicken, oder auch mal: nicken - kein Geld dabei - nicken). Heute hat der Brüssler seinen Stuhl und sein Tischchen gerade zusammen geräumt, als ich vorbeiging. Also quasi sein Büro geschlossen (er sitzt da tagtäglich wirklich wie am Schreibtisch ... und da er einen Parkplatz blockiert, zieht er auch ordentlicher Weise ein Parkticket, wenn die Polizei kommt - in belgischer Geschwindigkeit, versteht sich...). Und er hat sich heute bei mir mit einem Wink-Gruß in den Feierabend verabschiedet. Ich konnte nix mehr machen - er hatte geschlossen.

Musste echt schmunzeln und an eine Geschichte mit "meinem" Supermarkt-Bettler in meinem alten Kiez denken. Ich kam wie immer gestresst nach der Arbeit kurz vor Torschluss da an: Mit dem Fahrrad. Und dann klemmte das Schloss. Und ich musste doch noch kurz Tomaten, Oliven, Milch und Weißwein (oder ne ähnliche Kombi) kaufen. Da kam er an, der Jute, und sagte mir, ich müsse mein Fahrrad nicht abschließen. Wir kennen uns ja und er passe schon drauf auf, während ich meiner Konsumlust fröne... Als ich rauskam war ich (dummer-, doofer-, peinlicherweise) echt erleichtert, dass der Jute und vor allem das Radl noch da waren. Hab ihm eine Parkgebühr ausgehändigt und gefragt, ob er denn diesen Spezialservice immer anbiete. Er sagte " Jau, icke bin hier. Sechs Tage die Woche. Und immer bis achte. Abba Kaisers baut ja um, wa, und dann is 2 Wochen dicht hier - und dann hab ich endlich mal Urlaub!"

Die Welt ist unerecht. Aber eine optimistische Weltsicht immer großartig. In diesem Sinne: Tassen hoch  auf einen wohlverdienten Feierabend!

(Anm. d. Red.: Wenn Sie schon meinen Parkplatz nehmen, dann bitte auch meine Behinderung)

Montag, 28. Februar 2011

Brotautomat


... und das tägliche Brot gib uns heute - auch nach Feierabend!
In Belgien kein Problem, denn hier gibt es den Brotautomaten. Nein, keine Brot-back-automaten. Brot-kauf-automaten. Vor der Bäckerei. Bestückt mit deren Brot außerhalb der Öffnungszeiten.
Der Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln wird hier in der Rubrik "Grundrechte" geführt. Bei Missachtung sehen wir uns in Straßburg wieder, scheint der Belgier zu denken, denn dort kümmert sich der Europäische Gerichtshof um die Einhaltung der Menschenrechte.
Wobei wir schon fast wieder bei der Politik wären ... sind. Bei der belgischen. Beim Regieren ohne Regierung. Ich wollte mich heute von einer klugen Frau, die schon viele Jahre in Brüssel lebt, über die Gefechtslage in der Auseinandersetzung zwischen Flamen und Wallonen aufklären lassen. Gibt es eine Zukunft für Belgien - oder schlagen die sich bald restlos die Köpfe ein? Ach, meinte sie, bevor die aufeinander los gehen, gehen die erstmal essen. Und nach dem Wein zum guten Essen vergessen sie auch schon wieder, dass sie sich eigentlich streiten wollten. 
Das Regierungsproblem ist also somit nur eines der Politiker. Der Belgier als solcher hat andere. Zum Beispiel, wo er nach Ladenschluss noch ein frisches Brot herbekommt.

Freitag, 18. Februar 2011

Winterwaffelgedanken

Nach zwei Tagen frühlingshaft-sonnigen Wetters (im Gegensatz zu sommerhaft-sonnig hängt da noch der Nebel in dem Straßen und diffundiert das Licht, damit es tausendfach glänzen kann auf der angefeuchteten Haut - sehr erfrischend!), kam heute der Winter zurück nach Bruxelles. Gegen Kälte hilft es ja bekanntlich, sich warme Gedanken zu machen. Nix Anzügliches, lieber was Flauschiges. Sowas aus Kindertagen. So 'nen Samstagabend, an dem man gerade dem Schaumbad im 34 Grad warmen Badezimmer entstiegen, den vorgewärmten Schlafanzug angezogen mit der heißen Schokomilch in Händen auf dem Sofa Schwarzwaldklinik schaut. Ein Gefühl wie ...wie Kindheit eben. Aber bis man all diese Erinnerungen ausgekramt hat, ist man vielleicht fast schon erfroren.

Im Gegensatz zu vielen anderen Dingen des Lebens ist diese Herbeizaubern einer Kindheits-Wohlfühl-Situation in Belgien eine schnelle Sache: Einfach an den gelben Mini-Bus denken - den Waffelwagen.  Dann stellt sich das Wohlbehütetsein von ganz alleine ein. Denn dieses gelbe Gefährt ist in Belgien wirklich Bestandteil einer jeden Kindheit - parkt er doch den ganzen Winter über direkt vor dem Schulausgang. Während deutsche Ernährungsfanatiker schon scharenweise zu Stuttgart21-ähnlichen Protesten vor der Schule campieren würden, sieht es der Belgier wohl eher als eine Art Vorbereitung aufs Leben und dessen alltäglichen Herausforderungen, z.B. kalte Wintertage. Eine Freundin erzählte mir heute, dass sich ihre Kinder ein Leben in einem Land ohne Waffelwagen einfach nicht vorstellen können ... die geborenen Überlebenskünstler.


Deshalb hier eines der Lieblingswinterbilder: