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Montag, 27. Juni 2011

Blauer Montag

Das war tatsächlich ein blauer Wochenstart. Nein, nix Party und Restalkohol und so...

Erst war da heute Morgen dieser Himmel (s.u.) - strahlendbrüsselsonnigblau. Nach zwei Wochen Quasi-Herbst ist in Brüssel seit gestern Nachmittag der Sommer zurück. Super!

Doch damit nicht genug des blauen Montags. Auch im Supermarkt wurde ich heute fast von einem blauen Wesen überrannt. Ein Supermarktmitarbeiter, der sich durch das tolle Weinangebot degustiert hat? Die Blue Men Group auf Europa-Tournee? Oder sind etwa die Außerirdischen doch nicht grün sondern blau?

Nein, verschlumpft nochmal: den kenn ich ja...  Ein Schlumpf! Ja, klar, kommen ja von hier (also aus Belgien, nicht aus dem Supermarkt). Sie heißen im Original Les Schtroumpfs, hatten 1958 ihren ersten Auftritt in der Comicserie Johann & Pfiffikus des belgischen Magazins "Spirou" und stammen aus der Feder von Zeichner Peyo. Lange war es gewesen um die kleinen blauen Dinger, aber so kurz vor Start des neuen 3-D-Films, wird die Werbemaschinerie angekurbelt. In meinem Supermarkt gibt es Ketchup, Kekse und süßen Sirup in Schtroumpf-Verpackung... (na, um welche Zielgruppe es sich dabei wohl handeln mag?).

Ich habe mal irgendwo die Frage gelesen, ob Gelbsucht einen Schlumpf grün macht ... aber das kann ich jetzt leider nicht an einem blauen Montag klären ...

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween

...dieses Foto ist natürlich Teil des Horrors und kein Abbild etwaiger Fotokunst...


Bis Samstag habe ich echt gedacht, dass hier im Staate der Belgier mal wieder alles anders ist und sich der belgische Groß- und Einzelhandel nicht für die mittlerweile ausschließlich dafür stattfindenden Feiertage interessiert.

In Deutschland seit Ende der Sommerferien in den Regalen sichtbar, fehlt hier auch Anfang November jedes Vorzeichen von Weihnachten in den Supermarktregalen. Kein Lebkuchen, kein Marzipan, keine Schokoladenweihnachtmänner weit und breit. Gut, könnte man meinen, vielleicht geht ja hier alles seinen gewohnt bürokratischen Gang und vor dem X-Mas-Geschäft muss erst das neuerer aber gerade bei Kindern und Süßigkeitenherstellern sehr beliebte Halloween ausgelebt werden. Doch wieder Fehlanzeige: null Fledermäuse, null Gespenster, allein das Kürbisangebot wurde ausgeweitet.
Bis ... ja bis ich am Samstag zum Brötchenholen war. Die Kassiererin afrikanischer Herkunft hatte ihr Haar mit weißem Spray bearbeitet und trug Spinnweben-Make-up. Als ich an die Reihe kam, funktionierte der Kassencomputer (mal wieder/ wie immer/ gewohnterweise) nicht. Sie schaute mich geheimnisvoll an, machte mit den Händen Spinnenbewegungen und sagte, das sei mysteriös und liegt an Halloween. Huihui....

Ich unterdrückte den Satz, dass dann hier wohl immer Halloween sei, schlenderte von dannen und weiß nun auch, warum man für dieses Fest keine Extra-Werbung braucht.

Samstag, 21. August 2010

Ice Bag

Der Sommer ist zurück. So richtig. Und mit ihm sommerliche Alltagsgegenstände aus der Rubrik "kauf es und es wird dir mehr nützen als schaden". Dinge also, die die Welt nicht braucht, aber der einzelne Erdenbürger schon. Z.B. der/die/das Ice Bag, womit der Besitzer einen Teil seiner Markteinkäufe tätigen kann.
Dabei kann und soll nicht unerwähnt bleiben, dass Brüssel aufgrund seiner Aufteilung in 19 Gemeinden über ein sehr reichhaltiges Angebot an Märkten verfügt. Man kann quasi jeden Tag in einem anderen Viertel auf Obst-, Gemüse-,Käse-, Wurst- und Wasweißichnochwas-Jagd gehen. Auf den meisten wird aber nicht nur geshoppt sondern auch gegessen und getrunken. Und der Belgier wäre kein Belgier, wenn er auf der Straße mit seinem Hang zur gehobenen Küche und teuren Lebensmitteln brechen würde. Deshalb werden an kleine Plastikstehtischen Austern, Schneckensuppe und auch das ein der andere Glas Champagner konsumiert - gesellschaftsschichtenübergreifend.
Wer einen Plastiktisch etwas entfernt der Bar ergattert hat und sich mit einem Glas des Schaumweins nicht zufrieden geben will - für den hat die Konsumgüterindustrie folgendes Teil gefertigt. Und wo Ice drauf steht ist auch Eis drin (das bekommt man dann beim Kauf dazu). Momentan gibt es diese Dinger hier für 7 Euro im Sommerschlussverkauf im Supermarkt... cool ;-)

Mittwoch, 26. Mai 2010

Erdbeerzeit



Manchmal bin ich zu ungeduldig - mit mir selbst, mit anderen, beim Anbraten von Fisch und wohl auch beim Erdbeer-Einkauf sowie beim Wetter.
Heute hat es hier wie aus (sehr großen) Eimern gegossen - und damit waren quasi gleich beim Aufwachen all meine Tagespläne zerstört. Ich hatte mir eine Mittwoch-Liste geschrieben: mit Dingen, die gemacht werden müssen, aber keinen Spaß bereiten (ich erzähle die Arbeitsamtsstory ein anderes Mal, ok?) und zum Ausgleich mit Dingen, die richtig nett sind (dazu gehörte der erste Besuch des Mittwoch-Marktes hier um die Ecke auf dem Place du Châtelain).
Shit, bei dem Wetter hatte ich natürlich weder Bock auf das eine noch auf das andere und habe mich der kleinen indoor-to-do-Liste gewidmet (und war kurz davor über das Brüssler Wetter zu schimpfen - aber das war ja bisher so gut zu mir, dass ich mich nicht traute).
Wie gesagt, manchmal bin ich zu ungeduldig. Denn den Ämtergag musste ich ja machen, und dannach war das Wetter zumindest so gut/trocken, dass ich auch dem doch noch den Markt in Angriff nahm. SEHR gute Entscheidung! Die Atmosphäre dort zieht automatisch alle Mundwinkel nach oben - versprochen ;-) Habe unter anderem Erdbeeren gekauft (1,5 Kilo belgische für 5 Euro). Und endlich die einfache Antwort auf die Frage gefunden, die mich die letzten Wochen im Supermarkt beschäftigt hatte: Wer kauft denn 500g Erdbeeren für 5 Euro? Na? Natürlich bezahlt der, der nicht warten kann. Der muss einen höheren Preis zahlen oder die billigeren aus Spanien nehmen (habe ich hier aber nicht so oft gesehen). Denn Saison ist Saison - und es ist ja kein Geheimnis, dass die Sachen, die gerade Jahreszeit haben eingach auch besser schmecken.
Also: ruhig Brauner, immer schön warten. Alles hat seine Zeit: die Erdbeeren und auch die Sonne (die heute Abend dann doch noch kurz raus kam).

Samstag, 17. April 2010

Supermarktyoga


Die einen nehmen Yoga-Unterricht.
Die anderen gehen in einem belgischen Supermarkt einkaufen.
Zu den letzteren gehöre derzeit ich.

Es ist nicht so, das in den hiesigen Läden die Yoga-Matten ausgerollte werden oder alle Kunden die Angebote der Woche mit dem Sonnengruß begrüßen. Aber wenn man hier nach dem Rundgang durch das Reich des Lucius Licinius Lucullus (* 117 v. Chr., † 56 v. Chr.; ein römischer Senator und Feldherr, der allerdings vor allem durch seine grandiosen Gastmähler in Erinnerng geblieben ist) den Kassenbereich erreicht hat, dann muss man sich - aus Deutschland oder einem stressigen Job kommend - ganz auf seine Mitte komzentrieren, unheimlich ruhig atmen und am besten für eine halbe Stunde die Augen schließen. Wenn man das nicht tut, kann man (als einen Art Meditation) beobachen, wie die Kundin, die momentan den Platz an der Kasse inne hat, zigtausend Gutschein-Special-Offer-Coupons aus der Tasche zieht (einzeln, na klar), denn mithilfe dieser ausgeschnittenen Papierzettel füllt der belgische Supermarktgast sein Bonuspunktekonto. Es ist eine sehr geschwindigkeitsentbehrende, fast rituelle Handlung. Die Kassiererin (als Zeremonienmeisterin des Supermarktyogas) gutiert die Übergabe der Zettel mit einem milden Lächeln und legt selbige ebenso sorgfältig, wie sie der Kundentasche entnommen wurden, in ihre Kassenschublade. Es scheint die Weitergabe positiver Energie in Reinform zu sein. Und die ist nun mal mit der herrschenden Vorstellung von Zeit schwer zu reglementieren.

Ich konnte noch nicht in Erfahrung bringen, was man macht, wenn man es eilig hat - wahrscheinlich geht man dann einfach nicht in den Supermarkt. Aber natürlich bin ich mittlerweile im Besitz eines Bonuspunktekontos, denn schließlich will ich mich ja integrieren. Und Supermarkt ohne Bonuskonto ist wie Yoga ohne Matte - geht, aber professionell ist anders.