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Samstag, 14. Mai 2011

Manneke-Zinneke-Pis

Die kleine pinkelnde Bronzefigur Manneken Pis ist als Wahrzeichen Brüssels weit über dessen Stadtgrenzen hinaus kannt. Nicht ganz so bekannt dürfte die Tradition sein, dass der kleine Wasserlasser seit 1698 in regelmäßigen Abständen kostümiert wird. Bei Länderspielen der belgischen Nationalmannschaft präsentiert er sich beispielsweise in deren Trikot. Und er sieht aus wie Elvis Presley oder Mozart, wenn sich deren Geburtstag jährt. Am Welt-Aids-Tag wird die Figur dann auch gerne mit Kondomen bestückt. Insgesamt soll es mehr als 500 verschiedene Kostüme geben. Leider ist es mir noch nicht gelungen einen verkleideten Manneken Pis zu fotografieren.

Aber dafür habe ich nach langer Suche in der letzten Woche das skurrile Gegenstück zum Manneken Pist wieder entdeckt. Darf ich vorstellen: Zinneke Pis. Er steht mitten im Gewirr kleiner Gässchen zwischen Bourse und St. Chaterine (Kreuzung der Rue des Chartreux mit der Rue du Vieux-Marché). Als Zinneke werden im Brüsseler Dialekt Straßenköter bezeichnet (die sich wohl früher immer in der Nähe des Kanals "Senne" herumgetrieben haben).
... ja, und weil auch hier gilt, dass Hund und Herchen sich gleichen, darf auch Zinneke das Beinchen heben und ist so wohl somit weltweit eine der wenigen Brunnenfiguren ohne Brunnen .... Sachen gibt's.



Sonntag, 27. März 2011

Hunde 5

Knapp ein Jahr ist es jetzt her, dass ich nach Belgien gezogen bin. Gefällt mir nach wie vor sehr hier- auch weil ich immer wieder auf neue Alltagsabsurditäten stoße. Der März scheint in meinem persönlichen Jahresablauf der Hundemonat zu sein (obwohl man astrolgisch eher mit Fischen oder Widdern rechnen würde) ... und so habe ich heute (bei einem Ausflug nach Gent) wie schon vor einem Jahr ein Hunde-Kackverbot-Schild entdeckt:



...langsam dämmert mir, warum die Flamen wirtschaflich so viel besser da stehen als der wallonische Landesteil. Ja, manchmal liegt es extrem nahe, aus Sch... Gold zu machen.

Montag, 22. März 2010

Hunde 3

Es ist unglaublich, was einem hier so alles begegnet. Und wieviel davon mit Hunden zusammenhängt. Ich hatte wirklich noch nie einen besondern Bezug zu Hunden. Meine Kindheit - wie so viele andere - war geprägt durch Wellensittiche (Maxi & Pipsi), die ihr sonniges Schattendasein auf dem Küchenfensterbrett fristeten. Meine Eltern wollten keinen Hund (sie hatten ja schon drei Kinder und somit genug Verpflichungen). Okay, meine beste Freundin hatte einen tollen (Mischung Straßenköter mit dem in Westdeutschland irritierenden Namen Ossi - war jedoch abgeleitet von Oswald), aber diese Beziehung ist ja keine echte (sondern vielleicht vergleichbar mit einer Facebook-Freundschaft - man kennt sich nicht wirklich...).

Ansonsten sind Hunde für mich böhmische Dörfer.
Und zunehmend werden sie zu belgischen Dörfern.

Ich dachte eigentlich, der Deutsche wäre ein Held der Straßenverkehrsschilder - aber ich muss den Medallienspiegel in dieser Disziplin korrigieren: der Belgier kann was. Und wie immer ist es zugleich etwas Absonderliches: Er kann Hundeschilder (so schlicht er da steht - nie im Leben hätte ich gedacht, je einen solchen Satz zu formulieren/ geschweige denn zu denken).

Beim Sonntagsspaziergang habe ich folgendes Schild entdeckt. Eine Lebensbotschaft möchte ich meinen : "Hier mag ich laufen - in aller Freiheit" ... schön, finde ich, und werde es den Hunden gleichtun ;-)

Montag, 15. März 2010

Hunde 2



















Über das Kack-Verbot auf Brüssler Gehsteigen habe ich schon berichtet. Das mag jetzt den ein oder anderen Hundebesitzer auf die Palme getrieben haben, denn schließlich ist ein Hund auch nur ein Mensch und muss eben auch mal müssen dürfen und können. Und wenn das alles in einer Stadt wie Brüssel nicht erlaubt ist, ja, dann bleibt der erzürnte Hundebesitzer eben wo er ist und nach Brüssel sollen sich die abgehalfterten Landespolitiker verpissen (oder eben, um in diesem Beispiel zu bleiben, auch nicht).

In der Tradition der Völkerverständigung und der Aufklärung zugleich muss ich an dieser Stelle klarstellen: keine Aufregung! Alles nicht so schlimm! Auch das Töpfchengehen des besten Freundes des Menschen in der Öffentlichkeit ist hier in der europäischen Hauptstadt kein Problem. Man - respektive Hund - muss nur wissen wo und wie.

Wer jetzt erwartet, dass ich einen Gassiplan mit Austrittsecken darbiete - weit gefehlt. Die Systematik folgt wie immer dem schönen Brüssler Grundsatzt: es gibt Regeln, keiner weiß wie sie lauten, aber alle halten sich dran. Vielleicht kann man sich vereinfachend merken, dass die Hundetoiletten aussehen wie deutsche Spielplätze - nur sauberer ;-)

Mittwoch, 10. März 2010

Hunde

















Bevor ich nach Brüssel gekommen bin, habe ich in einer Stadt gelebt, in der der Winter eisig kalt ist. Sibirisch. In der sich jeder freut, wenn steigenden Temperaturen zur Schnee- und Eisschmelze führen und somit der Frühling Einzug erhält. Doch halt: immer dann gibt es genau eine Sache, die die Vorfreude auf den Frühling zerschlägt. Um genauer zu sein: zermatscht. Es ist das Abschmelzen der gefrogenen Hundekothügel. Einmal kurz mit den winterlichen Profilsohlen in die braune Masse gedippt, entfaltet sich schon nach kürzester Zeit ein Geruch, gegen den Krokusse einfach keine Chance haben.
Der patente Belgier ist dem ersten Eindruck nach (selbigen habe ich mir durch enschlägige Literatur und Erzählungen aus den engsten Bekanntenkreis erworben und bin gerne bereit, alles nach einer kurzen Phase des Einlebens bei Bedarf zurückzunehmen) kein Freund der großen "Jetzt bringen wir alles mal wieder in den perfekten Ausgangszustand zurück"-Aktionen.
Deshalb hat er wohl vorsorglich diesen schönen Warnhinweis auf den Gehsteigen angebracht (siehe Bild) der doch vielleicht als Modell für andere Städte gelten könnte...