Posts mit dem Label Freunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Freunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 23. November 2012

Geschichtenherbst-mit-Schuss

Dunkle Abende und Nieselwetter sind das klassische Setting um ein Buch zu lesen. Aber man muss ja auch nicht immer alles selber machen. Das hat sich das Wien Haus auch gedacht und diese Woche zu einer Lesung mit Robert Menasse eingeladen. Naja, besser gesagt zu einer Erzählung, denn vorgelesen hat er dann nichts, der zigfach ausgezeichnete, schriftstellende Wiener. Aber erzählt hat er: über seinen aktuellen Essay "Der europäische Landbote", über den Euro, über den Frieden, über die Österreicher, über die Regionen Europas, ... gut war's, sehr unterhaltsam, sehr wortwitzig. Aber lesen muss man's halt noch ... sollte machbar sein, denn: das Buch ist kurz und der Winter lang...
... und das beste am Erzählen ist, das es meist zu einem Weitererzählen und nicht selten zu einem Noch- einen-drauf-erzählen wird. So habe ich meine Lieblingsequenzen des Abends ("Ich habe mich immer meiner Zeitgenossenschaft zugehörig gefühlt." "So unreguliert wie der Euro wurde vorher nur die Kauri-Muschel als Zahlungsmittel eingeführt" ... etc.) an meine San Francisco-Connection weiterkommuniziert. Der fand's witzig und belohnete mich mit einem Beitrag zur Sammlung "Worauf Sie in eder small-talk-Konversation zurückgreifen können" - oder hätte der gemeine Leser dieses Blogs gewusst, dass man sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten am Thanks-giving-Morgen einen Eierlikör in den Kaffee kippt? Wahrscheinlich das man den Truthanzubereitungsmarathon (Frau) und den Familienoverkill (Mann) einigermaßen easy-going übersteht .... ich schätze es gibt in den USA soviele Thanks-giving-Realsatieren wie bei uns Weihnachtfernsehfilme (die immer mit Schnapsgelagere, zerstörtem Weihnachtsbaum und tränenaufgelöster Schwiegermutter, die eigentlich doch ganz nett ist, enden) ...
Hollywood ganz nah sozusagen.
Das spürt ... ähmm sieht... man hier in Brüssel, wenn man von der Brüstung vor dem Justizpalast in die Weite schaut (jaja, das Foto ist nicht soo toll, aber einfach mal auf das große schwarze Dach konzentrieren). Und heute soll da auch ganz in der Nähe Nicole Kidman rumgeschwirrt sein... auf High-heels durch die Altstadt, um einen Grace-Kelly -Film zu drehen - das sagte zumindest der Radiomoderator heute morgen. Hoffentlich haben die hübschen Beinchen das überlebt ... Absätze tragen ist ja hier eher ein Hochseilakkt denn ein Sonntagsspaziergang.
So, und wie kam ich jetzt gleich und schon wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen?
Achja, Menasse.
Den Titel seines Essays hat er übrigens angeleht an das Pamphlet "Der Hessische Landbote" von Georg Büchner (und Ludwig Weidig), in dem er 1834 die sozialen Missstände der Zeit anprangerte .... Was für Auswirkungen das noch Jahrhunderte später haben kann, zzz.

Montag, 1. Oktober 2012

1. Plankstädter Oktoberfest

..war wunderbar! Wegen des Wiedersehens, wegen der "endlich die ganze Geschichte hören und sehen"-Sache ...  wegen des "gelacht und fast geweint"- Parts... wegen der selbstgebackenen Herzen, der Weißwürste, der Kürbissuppe und des Radis, wegen der "alten" Freundinnen (schön, Steffi, dass du da warst), wegen der Kleindorfidylle und wegen des Sonnenscheins ... einfach wunderbar... das Wohlfühlen und das Wir-sein... Wiesn-Feeling eben!
Zuviel W? Just B!


 

Mittwoch, 5. September 2012

Augusturlaub I: Warszawa

Polen (oder viel mehr: die Polinnen) spielt in meinem Leben immer wieder eine Rolle. Immer taucht es (sie) irgendwo auf, fixiert mich, breitet die Arme aus, drückt mich fest an sich und schließt mich ins Herz.
So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann ich nach dem Crashkurs "Polnischer Partykeller in Berlin" (ich möchte behaupten: der tollste der Welt!) in "richtigen Polen" lande. August 2012 war es dann also soweit: Warschau, die Heimatstadt meiner Freundin Tatiana, die vor kurzem noch ganz Fussball-Europa zu Gast hatte (also jetzt nicht Tatiana, sondern Warschau) wollte und sollte ein Wochenende lang entdeckt werden ....
.... tak... dobrze... dla scislosci: es war ein superschöner Kurzurlaub!
Fing schon damit an, dass ich so glücklich war, die Taxifahrt vom Flughafen zur Wohnung überlebt zu haben. Meine Herren, Tachoüberschreitungen sind mir ja bekannt - warum um Himmels Willen auch alle roten Ampeln überfahren werden mussten, blieb mir allerdings ein Rätsel ... aber mit Disco-Techno-80's Mischmasch aus dem Radio war ich sowieso dermaßen überfordert, dass ich mich meinem Schicksal ergeben habe. Und selbiges hat es gut mit mir gemeint: Stadtbummeln und in hippen Lädchen stöbern, morgens durch die Altstadt joggen, nachmittags am Denkmal des Warschauer Aufstandes inne halten, vom Fitnessstudio eines Hotels im 15. Stock einen fantastischen Blick über die Stadt genießen, ich mit polnischem Bier erfrischen, aber eine Wodkabar besuchen ohne einen Wodka zu trinken,... und und und ...
Ach, und natürlich nicht zu vergessen, mein absolutes Lieblingsgericht dieses Kurzurlaubs: Rote-Beete-Suppe!


Freitag, 10. August 2012

Jeannette

Hier geht es normalerweise um schöne Dinge, um die Weinglashalbvolllstattleer-Theorie, um Heiteres... das ist auch so beabsichtigt.

Aber es fällt mir in den letzten Tagen schwer sowas zu schreiben. Weil eine Person, mit der mich seit Grundschultagen und  immer & immer wieder danach in unserern einschneidensten  Lebensmomenten etwas ganz Besonderes verbindet, wieder mal vom Leben herausgefordert wird. Und das ist nicht fair - denn sie hat schon viele Male bewiesen, dass sie kämpft, kämpfen kann, durchhält und siegt. (:-))
Hat immer was von Fliegengewicht gegen Schwergewicht. Und dann trotzdem erhobenen Hauptes und mit durchgedrücktem Kreuz aus dem Ring gehen. Unglaublich und bewundernswert... oder schlichtweg: fast nicht zu begreifen!
Sie hat gefragt: "Soll  ich mal aufhören "hier" zu schreien?" JA! Bitte! Genug für ein Leben!

Hier laufen die olympischen  Spiele und ich bewundere ganz viele Leistungen, denke "wow"... aber weiß auch immer: DU bist die Kämpferin. Bin stolz auf  DICH! Immer! Und weil  am kommenden Wochenende viele Sternschnuppen fallen und ich sowieso Wünsche frei habe: Alles alles Gute & Liebe für dich!
UND: unser Lied & ich bin in Gedanken immer bei dir!



Montag, 16. Juli 2012

Schloss-Triologie_ Folge 1


... wie schon berichtet, ging ja die letzte (Kurz-)Reise an die Loire. Das französische Schlössertal ... für mich als Deutsche-Burgenstraßen-Mädel natürlich äußerst interessant ;-) Nee, also ernsthaft: wirklich und superschön!
Und viel zu viele Eindrücke, um sie auf ein Mal zu verarbeiten... deshalb ne Triologie:
1_Pfauenschloss
2_Frauenschloss
3_Traumschloss

Let's start with number 1 (aber wie gewohnt vom Hölzchen auf Stöckchen, ja?): Wenn ich in einem Fernsehquiz gefragt worden wäre, welchen ausgespochenen Satz ich für mein Leben ausschließe, dann hätte ich C: " Ich kann nicht ausparken, denn da stehen mindestens 4 PFAUE vor meinem Kofferraum!" genommen (denn: Frauen & Autos mögen eine Wissenschaft für sich sein  - ich KANN ein- und ausparken!).

Aber dann passiert das -  und noch ganz ganz viele anderer faszinierende und wunderschöne Dinge ... nämlich, dass da in der französischen Provinz in einem Schlösschen einer (sagen wir mal : schon bessere Zeiten gesehen habenden) Adels-Familie Leute aufeinander treffen, die von der ersten Sekunde auch über Sprachgrenzen hinweg sehr persönlich kommunizieren. Die dem Garten, dem Grillgut und den Stechmücken ihre Aufmerksamkeit zu Teil werden und sich selbst auf einen ganz anderen Lebensrhythmus einlassen, um dem Henning&Nathalie-Event beizuwohnen -  also eigentlich:gerecht zu werden!!

War toll... die Location, die Menschen, die Frühstücke am "komm wann immer du willst"-Küchentisch, die Abende am "bleib solange du willst"-Küchentisch, das Tanzen, das Chillen in der Altstadt von Loches (während die Kids ne Schnitzeljagd absolvierten), das Laufen am Morgen in einer total unbekannten Umgebung (und trotzdem wieder am Ziel anzukommen), das superschöne Gefühl, dass alle Menschen schon irgendwie dasselbe Empfinden von Lebensqualität  haben: in Gemeinschaft schön und lange zu reden, zu essen, zu trinken, zu genießen!!! Wunderbar!

.... das Pfauenschloss - wahrscheinlich auch ein Traumschloss... aber so muss das ja bei einer Triologie auch sein: in allem Ende ruht ein/der Anfang.  (Und wenn das jetzt alles holprig war: das war der Zugangsweg auch! C’est la vie! J’adore!)










Freitag, 15. Juni 2012

Spielerfrauen

Wer was über Spielefrauen erfahren will, die/der muss hier lesen.  ... puhh, also: so viel/sprich: so häufig/ sprich: so themenfixiert wurde hier ja noch nie gebloggt ... und dann auch gar nicht hier, sodern da!
Macht Spaß!
Und: im richtigen Leben freu mich jetzt schon auf das nächste public viewing ... denn: ich mag ja andere Menschen echt gern... zeitweise zumindest... und denke gerade voll oft an die Fußball-WM 2006 in Berlin ... war sehr cool! Was? 2006? Time flies by ...

Mittwoch, 30. Mai 2012

Barcelona

Habe gerade 4 Tage dort verbracht - sehr schön (... was durchaus auch der hanseatischen Reisebegleitung geschuldet war ;-)) Wahrscheinlich muss ich diesen Eintrag Teil I nennen, denn ich finde diese Stadt wirklich sooo toll, dass ich befürche, ich muss nochmal einen dazu machen (...und ich sehe jetzt schon Bruxelles angeknatscht in der Ecke stehen, die Arme verschrenkt und die Unterlippe beleidigt nach vorne gekippt fragend "Warum die und  nicht ich?" -  Na hallo, tranquilo: Beach? Altstadt mit Tapas? Gaudi und Modernisme und gleichzeitig viel neue Architektur? Märkte mit Fruchtsäften und Piementos de Padron? Sonne? Segeln? ... ) Okayokayokay BXL ist momentan the place to be ... aber: fängt ja auch mit einem B an ... hmmm ;-)


Donnerstag, 17. Mai 2012

Schelde-Radtour

Ich mag ja Radfahren ... sehr gerne sogar. Schon immer. In meiner Kindheit habe ich mit meiner besten Freundin J. Rollschuhradfahrausflüge geliebt, d.h. Rollschuhe angeschnallt und dann mit denen aufs Fahrrad und losdüsen (weil man dann auch schnell ist, wenn man vom Fahrrad absteigt ;-))... und wir haben uns vorgestellt, wir hätten Pferde... und gepicknickt haben wir immer ... mit "geklautem" Mais oder auch Äpfeln (Mundraub = nicht justiziabel) und Dauerkeksen und Sunkist ... hach die 80er!
Heute war's fast so ähnlich ... ohne Rollschuhe: eine Fahrradtour im Scheldeland (getreu dem Motto "Was Wiki schon gesammelt hat muss ich nicht nochmals in neue Worte fassen): "Die Schelde (fr. Escaut) ist ein Fluss in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Sie entspringt in Gouy im äußersten Norden Frankreichs, fließt durch Flandern, unter anderem durch die Stadt Antwerpen. Dort befindet sich der zweitgrößte Seehafen Europas. Die Schelde hat seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung von Flandern, Brabant und Hennegau gespielt. Sie war lange Zeit Grenze zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich.Sie ist ein langsamer und nicht besonders wasserreicher Fluss (104 m³/s)."

UND:  für's Herz isse auch, die Schelde, denn hier spielt die Handlung der romantischen Oper Lohengrin von Richard Wagner... ;-)
Heute war - wie gesagt Radfahren dran...richtig schööön hier... wie früher ... düsen ohne zu überlegen .... und weil das Weinbergskind die Hügel ja nicht so gerne mag: flaches Land, wohnin man auch blickt!
UND: quasi romantisch... denn Picknick gab's auch:

 

Dienstag, 1. Mai 2012

Koninginnendag 2012

 
... Mensch, endlich, stand ja für mich als sagenwirmal "beobachtende" Royalistin schon lange auf der to-do-Liste: mein erster Koninginnendag! Niederländische Tradition ( Wiki definiert: Koninginnedag, zu deutsch Königinnentag, ist Nationalfeiertag in den Niederlanden, den Niederländischen Antillen und Aruba, der jährlich am 30. April gefeiert wird. An diesem Tag feiern die Niederländer den Geburtstag der Königin.
Aus diesem Anlass kleiden sich viele Niederländer in Orange (Farbe des Königshauses von Oranien) und feiern landesweit mit Paraden, Volksfesten und Konzerten.)
So oder so ähnlich habe ich das gestern auch gemacht ... bzw. erleben dürfen! Herzlichen Dank an die Gastgeber: war volmaakt! Fries, sate saus en Heineken ... und natürlich alle und alles in oranje! Hach, die Beatrix hätte ihre Freude an uns gehabt. In den Mai über den Dächern von Bruxelles in der Nähe der Etanges d'Ixelles ... mit Kölner Karnevalsmusik und Krönchen ... und nem klassischen Regenschauer zum Abschluss... I'm loving it! 




Montag, 16. April 2012

Bratschlauchlachs

Sollte demnächst eine Haustieranschaffung anstehen: den Bratschlauchlachs kann ich nur wärmstens empfehlen - er ist ein unkomplizierter Zeitgenosse.
Seine Heimat sind die Frischfischtheken belgischer Supermärkte. Von dort aus wandert er gerne zu Wochenendzeiten in den Einkaufswagen, um schließlich in der heimischen Küche zu landen. Frauchen und Herrchen (oder wie sagt man bei Fischen?) freut das!
Er nimmt kaum Pflege in Anspruch: als Schlafplatz reicht ihm ein Bett aus kurz blanchiertem Gemüse, Zitronenolivenöl und Weisswein, Knoblauch und frischen Gewürzen.
Dass er sich in der neuen Umgebung richtig wohlfühlt merkt man daran, dass sich seine Bratschlauchhaut bei 180 Grad wie ein Kindergeburtstagsluftballon aufbläht. Leider hat er nur eine sehr kurze Lebenserwartung - nach 30 Min im Backofen und weitaus weniger auf dem Teller ist er auch schon Geschichte...der Bratschlauchlachs.

Achso, ja: gesellig ist er auch. Teilen sollte man ihn deshalb. Am besten in mit Freunden ... schön, M+C, dass ihr da gewesen seid! :-)

...nein, das ist natürlich kein Bratschlauchlachs (...übrigens mein neues Lieblingszungenbrecherwort) ... sondern eine eingefärbte Dorade ... vom neuen fast-Haustier in der Folie gibt's leider kein Originalfoto, aber bisschen Fischbeilage musste sein.

Sonntag, 11. März 2012

(Wieder-) Entdeckungen

Wenn man länger an einem Ort ist, dann fallen einem ja bestimmte Dinge nicht mehr auf. Man geht von A nach B routinemäßig auf ausgetretenen Pfaden, gehört im Supermarkt zum Stammpublikum, hat ein Lieblingsrestaurant und will sich oftmals einfach auch sonst wetter- oder zeitaufwandsbedingt (... altersbedingst spare ich absichtlich aus!) nicht mehr sooo weit von der Homebase wegbewegen.
Nix Neues. Weiß man. Will man vermeiden. Geht nicht. Oder nur begrenzt: indem man die Erinnerung aufwärmt. Genau aus diesem Grund habe ich vor 2 Jahren angefangen, meine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen mit und in meiner neue Heimat Bruxelles an dieser Stelle festzuhalten: be bruxelles.... (by the way: je mehr Alzheimer-Reportagen ich sehe, desto sinnvoller finde ich dieses Niedergeschreibsel: später einfach ausdrucken und der Pflegekraft zum Vorlesen in die Hand drücken - nette Erinnerungen garantiert! ;-)).
Einer meiner ersten Bekanntschaften hier in BXL war mein siebzigjähriger Nachbar Sergio. Gestern rief er mich ganz aufgeregt an, um mitzuteilen, dass in unserer ersten Wohnung ein ein Brief für uns angekommen sei und fragte, ob er ihn weiterschicken solle. Nö, dachte ich, persönliche Abholung ist schöner.
War’s auch… ich musste dafür mit dem Rad quer durch die Stadt. Bei grau-regnerischem Wetter (okay: letztendlich: im Regen .. aber nur für kurz). Aber die Luft frühlingshaft und mit Vogelgezwitscher angereichert.

Und ich hab's echt genossen: all diese unterschiedlichen und sehr kontoversen Gegenden, die ich auf dieserStrecke durchradelt habe: das vertraute Ixelles, die schicke Avenue Louise, der eher downtoearth-Bereich von Ixelles mit Kinos & indischen Nightshops, dann sehr afrikanisch à Matonge, runter zum Fritten-Mekka Place Jordan, rauf zum Schuman/ Europaviertel, vorbei an der Moschee im Cinquantenaire und dann schließlich die nette Gegend rund um den Ambiorix (der für mich immer mit dem Ankommen in einem anderen Leben  verbunden sein wird).


Kurz: es hat mir einfach mal wieder bewusst gemacht, wie wahnsinnsschööööön es ist, hier zu leben/leben zu dürfen.

Und schließlich gab's zum Abschluss des Tages nach allen Wiederentdeckungen auch noch eine neue: das vietnamesische Resto KOI. Superlecker! Ich würde sogar sagen, das beste vietnamesische Essen, das ich außerhalb Vietnams gegessen habe ... und eine total nette Besitzerin, die sich sehr aufmerksam um ihre Gäste kümmert. Gerne mal wieder.

Donnerstag, 24. November 2011

Haptisches

Hab ich mich eigentlich schon mal zum Haptiker bzw. zur Haptikerin bekannt??
(was issn das? Wikipedia sagt:: mit "haptischer Wahrnehmung, griech.: haptόs „fühlbar“, haptikόs „zum Berühren geeignet“, bezeichnet man das aktive Erfühlen von Größe, Konturen, Oberflächentextur, Gewicht usw. eines Objekts durch Integration aller Hautsinne und der Tiefensensibilität. Die Gesamtheit der haptischen Wahrnehmungen erlaubt es dem Gehirn, mechanische Reize, Temperaturreize und Schmerz zu lokalisieren und zu bewerten")
Falls nicht, dann mach ich das jetzt. Ja, ich bekenne: ich muss immer alles anfassen. Und obwohl ich blogge, mag ich gelegentlich in Realo alles Papierische lieber. Ich liebe das Geräusch von Papier, wenn man es zwischen Daumen und den restlichen Fingern reibt. Ich mag es, ein neues Buch wie ein Daumenkino hunderte Male durchlaufen zu lassen. Und ich mag es, dass Papier meist eine Geschichte erzählen kann (das tut es nur, wenn man es anfasst ;-))
Zum Beispiel hier die Aufzeichnungen unserer Französisch-Lehrerin während des Unterrichts. Die lässt sie immer da, wenn sie uns was aufgemalt hat. Ist ihr peinlich, das mit sich rumzuschleppen, weil sie denkt, sie sei eine schlechte Zeichnerin...(Rezeptoren auf der Zunge darstellen durch eine Quasi-Französin - wer könnte das besser? Halleluja)


Oder die Rechnung aus dem Resto gleich um die Ecke...längst schon wollten wir da hin. Aber hat nie geklappt. Und dann, mit einem ganz speziellen Gast, in einer ganz besonderen Zeit, war es genau das Richtige.Wunderbarer Abend.

Und natürlich: Geschenkpapier. Nicht, dass die Verpackung wichtig wäre. Aber beim Verpacken ist man sich ja schon (ziemlich) sicher, dass man was Schönes gefunden hat, und sich der/die andere beim Auspacken freut ... und dann freut man sich eben schon mal auf Vorrat mit, wenn man das Geschenkpapier in Händen hält (und schussendlich verklebt bekommt!) ... gesetzt den Fall, man ist haptisch veranlagt ;-)

Dienstag, 8. November 2011

Von 4 bis 6

Oft sind es Ereignisse, die die Woche, das Jahr, das Leben prägen.
Manchmal sind es aber auch Nicht-Ereignisse, die den Tag zum Erinnerungsfach im Hirn werden lassen.
In diesem Falle war es ein Ausflug in die Ardennen. Mit Freunden, mit Sonne, mit Proviat und mit Hund. Und mit und ohne Plan (ausgedruckte Routen waren vorhanden - ein Zeitraster hingegen nicht).
Loswandern hilft ... erstmal.... aber dann war's die falsche Route, danach ein serviceunorientiertes Café, dann die geschlossene Grotte, dann eine Zicke, die grade keinen Hunger hatte und damit ein frühes Mittagessen blockierte. Hmm.

Aber manchmal hat dann alles am Ende auch sein Gutes. Erstmal, weil es zu einer zweiten Wanderung in die ardenn'sche Hügellandschaft und zu nichtwiederholungsdürftigen Hundebegegnungen führte. Und dannach musste gemeinsam die Zeit von 4 bis 6 irgendwie überbrückt werden (denn dann erst öffnet die belgische Resto-Küche) ... trinkend auf der Veranda, in der Herbstsonne, ohne Plan, ohne Gesellschaftsspiel, ohne richtige Struktur. Ohne Ereignis eben. Aber schön: weil so kurzweilig, so angenehm, so normal. Und dann auch noch angereichert duch zwei große Tüten Pommes. Ist man belgisiert oder einfach nur einfachgestrickt, wenn man nach zwei Bissen derselben Glücksgefühle empfindet und kreisgrinsend im auf dem unbequemen Gartenstuhl sitzt?
Manchmal sind es einfach Nicht-Ereignisse - von 4 bis 6 - die den Tag zum Erinnerungsfach im Hirn werden lassen!

Sonntag, 30. Oktober 2011

Indian Summer belgisch

Freunde müssen ja eigentlich nicht viel machen. Freunde müssen einfach nur da sein. Freunde zu Gast zu haben ist per se schon ein Vergnügen (...okay, es gilt nach wie vor die alte Regel: mit Besuch ist es wie mit Fisch: nach drei Tagen fängt er an zu stinken - aber die ist anscheinend überall bekannt). Aber wenn die Freunde dann zum Besuch noch gutes Wetter mitbringen, dann freut manfrau sich natürlich noch mehr über den Gast.
...habe ich gutes Wetter gesagt? ich meinte natürlich wahnsinnigschönphantastischsonnigeblauhimmeliges und irgendwie so "Indian-Summer-in-belgisch" Wetter ... hmm, falls jetzt jemand weiß was ich meine.... ich mein so rotoragebuntblättrig... also, so:

 

und so:

   
Und ich finde Frühstück (mit Rührei und Ketchup - sorry - aber ein MUSS am Sonntag) auf dem Balkon Ende Oktober einen unglaublichen Luxus und weiß dann für einen (SEHR kurzen) Moment auch gar nicht mehr, ob ich die Klimaerwärmung eher gut oder eher scheiße finden soll....



Nunja. Wie gesagt ein wundervolles Herbstwochenende hier in Bruxelles! Wahrscheinlich auch wirklich wegen der sagenhaften farblichen Eindrücke: die neugekauften Herbstbekleidungsstücke erfreuen das Shoppingtrio, das Glas Rosé - auf dem Wochenendmarkt eingenommen - verlängert den Sommer und selbst zum Abschluss des Wochenendes säumen vierfarbige Säulen vor dem Bahnhof den Weg (des Gastes) nach Hause ...

Was sollen die eigentlich da? Hmmm, lieber nicht fragen (noch so ne alte Regel: keine W-Fragen!!!), denn sie entsprangen wohl der (hochbezahlten) Idee einer Werbe-/Image-Agentur. Demnach sollen diese vierfarbigen Säulen jeden Besucher der europäischen Capitale darauf hinweisen, dass er sich jetzt an einem Bahnhof befindet. Wäre wohl gut, wenn die Besucher das auch wüssten ... aber dafür wurde die Agentur wahrscheinlich nicht bezahlt....
Farblich passt es garade trotzdem - deshalb: könnte schlimmer sein, könnte regnen ;-)

Donnerstag, 14. Juli 2011

Berliner-B-Betrachtungen

Man kann von A nach B reisen. 
Könnte ich auch.
Aber ich gestalte mein Leben ja gerne so, dass ich hier darüber berichten kann. Also bin ich von B nach B gereist.
Aber so ganz streng habe ich dises Projekt dann doch nicht weitergeführt, sonst hätteich auf die Bread & Butter gehen, dort Boris Becker treffen und dazu eine Brombeer-Bowle trinken müssen.
Just B eben.
Aber das Programm war ein anderes: Polnische Partykeller in Tempehof, Spurenwandeln mit Familie Mendelssohn-Bartholdy, Biergartenbesuch am Prenzelberg, Mädelsstammtisch mit Weißweinschorle (wäre zumindest für alle Beteiligten besser gewesen), Französischstunde im Lieblingsresto, Blick nach dem Aufstehen über die Dächer der Stadt und auf den Fernsehturm, Kaffeetrinken in der Nähe des Mauerradwegs und immernoch Kneipen mit dem Bauwagen gleich davor, Pellkartoffeln mit Quark mitten im türkischen Geschäftsviertel...
Sehr schön war's ... auch ohne to B too strict.
Und übrigens: wenn man Dinge etwas entspannter sieht oder Zugeständnisse macht, dann sagt man im französischen "Il a mis de l'eau das son vin". Mache ich ja auch gerne. So passt's dann wieder ;-)

Montag, 10. Januar 2011

Wochenstart

Morgens halb 10 in Brüssel... nö, da gibt's kein Knoppers und in diesem Falle auch kein Pain au chocolat, sondern: diesen strahlendblauen-wolkenlosen-sommerobwohlwinter Himmel!
















Ich muss es hier festhalten, sonst glaube ich es am Ende der Woche selbst nicht mehr, denn der Wetterbericht kündigt für die nächsten Tage das krasse Gegenteil an. Nunja, da wir hier keine DB-Katastrophen haben, braucht man einen Alternativaufreger.

Apropos Bahn: die belgische hat eine richtig lange Geschichte. "Nach England war Belgien das zweite europäische Land, das eine ausschließlich dampfbetriebene Eisenbahnlinie eröffnete. Belgien folgte, noch stärker als England, dem allgemeinen Klischee einer  durch Kohle und Stahl. Ein begünstigender Faktor war auch die hohe Bevölkerungsdichte in dem westeuropäischen Land. So wurde die erste rein dampfbetriebene Bahnlinie auf den europäischen Kontinent am 5. Mai 1835 zwischen Brüssel und Mecheln eröffnet. Belgien war auch das erste Land, das den Bau von Eisenbahnstrecken staatlich förderte. Es hat neben der Schweiz und der Tschechischen Republik eines der dichtesten Eisenbahnnetze der Welt. Der frühzeitige Ausbau des belgischen Eisenbahnnetzes strahlte auch auf Westdeutschland und Nordfrankreich aus und trug mit dazu bei, dass die erste durchgehende Schienenverbindung zwischen Paris und Köln 1846 zustande kam, früher als die meisten Fernverbindungen innerhalb des Deutschen Bundes und innerhalb Frankreichs." (Quelle: Wikipedia)

Ist ja nicht so, dass die Bahn hier ohne Zwischenfälle auskommen würde, aber so lange die Belgier sich hier untereinander streiten, scheinen ihnen Bahnverspätungen egal zu sein.

Mir auch, denn erstens bin ich aufregungstechnisch schon zur Belgierin mutiert (viel Supermarkt-Yoga) und zweitens sind in der letzten Woche soviele schöne Dinge passiert (Sarahtelefonat, Spontankaffee, Mittwochsrundenquicheabendessen, Samstagsgrieche, Minigruppen-Französischunterricht ...), dass ich nix aber auch garnix beanstanden kann ... will.... darf.

Dienstag, 4. Januar 2011

Freibier? Feingebäck!

Wenn es während meiner Unizeit im oberfränkischen Bamberg von irgendwoher "FB"schallte, dann war klar: das hat jetzt irgendwas mit Alkohol zu tun. Denn entweder war es ein Hinweis auf "Freibier" oder es handelte sich um ein so genanntes "Fänn-Brost" (also ein "Fern-Prost" - in typischer fränkischer p-wird-zu-b-Manie), wenn man am anderen Ende des Tisches und es zum "richtigen Anstoßen" nicht reichte.
Jetzt tönte es nach Jahren plötzlich wieder FB aus allen Ecken meines Bekannten- und Freundeskreises. Ich solle doch mitmachen. FB sei so lustig. Und so nett zum sozialen Austausch. Mitnichten hatte es dieses Mal etwas mit dem reinheitsgebotlichen Gerstensaft zu tun - dennoch: ein Suchfaktor spielt wiederholt einen nicht wegzuleugnende Rolle. Ich rede von FB alias Facebook. Und ich bin mir bewusst, dass ich davon zu reden beginne, nachdem die ersten Facebook-Nutzer schon Enkel bekommen haben. Egal. Ich hab's getan. Ich habe dort jetzt auch eine Identität und verfolge mit der Faszination eines frühkindlichen Außerirdischen schon den ganzen Tag, wie mir Freunde ihre Freundschaft bestätigen und Herr B. (Gottseidank) unseren Beziehungsstatus....
Puhh, ans Freibier hatte ich mich seinerzeit schneller gewöhnt.

Zum Beweis, dass es in meinem Leben auch reale Dinge gibt und ich mich nach wie vor auch mit andere FBs beschäftige, habe ich mich heute noch der Feinbäckerei gewidmet und die ersten Grissini meines Lebens gebacken (mag ich persönlich ja lieber als Apfeltarte)... was soll ich sagen... Finallement: Bien!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Brief-Freude


Ja, nach wie vor fangen viele wichtige Dinge in meinem Leben mit einem B an. Zum Beispiel: Belgische Post, Briefkasten, Brief-Freude. Bedingen sich gerade alle gegenseitig: Nach denm Zusammenbruch des Landes aufgrund von 5 cm Neuschnee vor Weihnachten, sah sich auch die Belgische Post außer Stande ihre Verteilungszentren zu verlassen (hätte sich in Deutschland auch keiner mit Sommerreifen getraut) und feierte lieber die vorweihnachliche Stimmung mit Champagner und Foie-Gras-Häppchen (mutmaße ich). Deshalb blieb mein Briefkasten vor meinem Aufbruch zum Weihnachtsurlaub leer, ist nun aber schon seit zwei Tagen voller Weihnachtspost. Die pure Brief-Freude, kann ich nur sagen! Immer wieder schön, einen Umschlag zu öffnen und zu wissen, dass jemand an einen gedacht hat und sich die Zeit genommen hat, selbiges durch die Belgische Post übermitteln zu lassen (die sich dann ihrerseits auch wieder die Zeit genommen hat ... und so schließt sich der Kreis und ein B folgt dem anderen und schon ist daraus eine runde Sache geworden...)

Dienstag, 23. November 2010

San Fancisco



It never rains in Southern California. In San Francisco schon häufiger. Liegt ja auch nicht in Southern California. Brüssel auch nicht. Und hier regnet es ja bekannter weise auch schon mal gerne. Und ganz schön hüglig ist es in Belgistan auch.
Bei so vielen Gemeinsamkeiten, haben sich die San Franciscoianer (San Francisken? San Francisci??) wohl gedacht, müsste man doch eigentlich ein BRU/SFN-Project ins Leben rufen. Was hat man sich nicht alles überlegt: Schwarzenegger und Van Damme beim Waffel-Wettessen. Die Brüssler-STIB-Trams im Wettrennen mit den Cable-Cars. Eine zeitweilige Leihgabe des Atomiums, das dann der mitgereisten belgischen Königsfamilie als Behausung auf Alcatraz dient...

Aber nein, letztendlich muss dann doch wieder Alkoholisches herhalten: Magnolia Pub & Brewery hat den November zum Monat des Belgischen Bieres auserkoren und deshalb nun 12 verschiedene Sorten des selbigen im Angebot.
Schöne Idee - zumindest für alle Neu-San-Francisco-Bewohner, die mit Brüssel schöne Erinnerungen verbinden und deshalb so coole Karten nach good old Europe schicken :-)

Donnerstag, 11. November 2010

Fremdgehen



Ja, klar, schön ist es nicht. Und unfair zudem, denn natürlich kann auch der Neue nicht alles. Natürlich hat auch er seine Defizite. Auch bei ihm wird man auf Dauer kein Leben ohne den schnöden Alltag, die zähnezusammengebissenen Kompromisse und die theatralischen Aufreger finden. Aber wer will das schon. Also doch immer beim Alten bleiben? Auch wenn der Neue so verlockend, so unberührt, so natürlich-charmant aussieht?
Gewissensentscheidung.
Dann ein Ja.
Für ihn, für den Neuen,... nur kurz, nur mal ausprobieren...den NEUEN STRAND.
Und so sind wir am vergangenen Wochenende Richtung Westkappeler Strand/ holländische Küste aufgebrochen und haben ein wunderbares Wochenende in den Dünen, bei Freunden mit ziemlich viel Rotwein verbracht. Eine unverbaute Dünenlandschaft. Superschön. Aber schließlich haben die Niederländer mit einem Küstenabschnitt von 451 km auch deutlichen Startvorteil vor unserer alten und immernoch Liebe Belgien mit klitzekleinen 67 km.