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Samstag, 30. Juli 2011
La Tomatä est arrivée!
Ja, leider auch aus dem belgischen Königreich keine guten Neuigkeiten ... Wolken, 17 Grad, kein Sommer at all. Und wir überlegen hier allen Ernstes im August in die Bretagne zu fahren! Wahrscheinlich lauten dort dann die Postkartentexte "il pleut des cordes" - es regnet Seile ... (weil der Französischsprachige an sich ja zu Übertreibungen neigt ... bei uns sind es schließlich Bindfäden ... und im Flämischen gibt es ebenfalls mehrerer Entsprechungen http://www.buurtaal.de/blog/regen - um hier auch jeder Sprachgemeinschaft genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen). Aber ein bisschen Sommerfeeling gibt's dann doch: die ersten eigenen Tomaten vom Balkon sind reif & köstlich süß! Und das belgischste daran: man genießt sie wie Pralinen! (Nein, nicht weil sie dick machen ... nur, weil sie so rar sind.) Aber: wenn der Sommer sich dann samt Sonnenschein zum Bleiben entscheiden sollte, kann ich mich hier in die Massenproduktionsernte begeben. Den Butterbergen und Milchseen in der EU werden dann die Tomatentäler folgen....
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Mittwoch, 2. März 2011
Geschichtensalatsalatgeschichten
Kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich in meiner Jugend immer wieder gefragt habe, warum ein Auto in Sportcoupé-Form, das vornehmlich von coolen Cowboystiefel tragenden Discobesuchern gefahren wurde, den Namen eines Gemüses trägt.
Heute weiß ich, dass mich meine Verlese-Fehler wohl noch mein ganzes Leben lang unterhalten werden. Und, dass Scirocco und Chicorée einfach mal gar nichts miteinander zu tun haben.
Bei zweitem handelt es sich um das belgische Nationalgemüse (sieht man von der Kartoffel ab, die aber ihr Gemüseleben aber meist stäbchenförmig als Fritte beendet). Dass der Chicorée hier in Belgien entstanden ist, darüber besteht kein Zweifel. Allein über das „wie“ gibt es mindestens zwei Geschichtsversionen.
Die erste besagt, dass der Chefgärtner des Botanischen Gartens in Brüssel, Monsieur Brèzier, 1845 im hauseigenen Keller zufällig über die dort vor sich hin dümpelnden Zichorienwurzeln gestolpert sei. Wohl kurz nach dem Stolpern ist ihm dann aufgefallen, dass die Wurzeln in der Dunkelheit neue Triebe produziert hatten. Am Boden liegend hat er wohl ein bisschen daran rumgekaut, fand’s ganz lecker und hat den Chicorée dann über Jahre hinweg kultiviert und weitergezüchtet.
Die zweite geht so ähnlich, spielt aber bereits im Jahr 1830 (dem Jahr der belgischen Revolution und Staatsgründung). Aus Angst, man könne ihnen die Wurzeln, die zum Brennen des Kaffeeersatzes gebraucht wurden, wegnehmen, hätten die Bauern sie in der Erde versteck. Auch hier entdeckte man nach kurzer Zeit zufällig die neuen, essbaren, weißen Sprossen.
Nur nebenbei: Die Kaffeeersatzproduktion aus den Zichorienwurzeln geht übrigens- laut einem Kriegskochbuch mit dem sinnigen Titel "Haushaltungskunst im Kriege" aus dem Jahre 1722 – auf den Hofgärtner Timme aus Thüringen zurück. Diese Gärtner scheinen ein ganz schön innovatives Völkchen zu sein. Vielleicht hatten sie ja doch auch bei der Autoentwicklung irgendwie ihre Finger mit drin ….
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