Culture Club ist nicht nur der Name der 80er-Jahre-Boy-George-Band, sondern bekanntermaßen auch der meines Fitness-Club. Ich liebe es, dorthin zu gehen. Nicht nur des guten Gewissens und des Muskelzuwachses wegen... nein, es herrscht dort eine eigentümliche, ganz wunderbare Atmosphäre vor: Familienunternehmen & Kleinstadttreff & Querbeetsportler & Alltagsabsurditäten. Ich gehe echt immer raus und denke: wenn ich etzt keine Ohren hätte, könnte ich beim Drandenken, was gerade eben wieder geschehen ist, im Kreis grinsen :-)
Da gab es schon die Tage, an denen (die von mir auf Mitte 90 geschätzte) Signora Maria nebst Pflegerin auftauchte. Nicht, dass sie auf einem der Geräte mehr als eine halbe Minute trainiert hätte, aber behandelt wurde sie vom Culter-Club-Team wie eine Spitzenportlerin. Jeder hielt die Daumen hoch, jeder feuerte sie an.
Oder welche, an denen einer der Trainer, der üblicherweise in Disco-Outfit und Rollköfferchen anrauscht, auch noch seinen Mops (in entsprechenden Outfit) mitbrachte und ihm jeden einzelnen Studio-Besucher vorstellt.
Oder welche, an denen es wieder von der Decke tropft (remember: Regen à Bruxelles), die Geräte ohne Plan (und ohne Sinn) umgestellt werden (was meist nicht klappt bzw. nicht von Dauer ist) und, on top, die Kindergartengruppe zu Gast im Übungsraum ist und alle 2 Minutenein kleines Kind angetapps kommt und die Toilette sucht (dann natürlich vom Culture-Club-Team bereut wird wie Signora Maria) ....
Oder eben Tage wie heute, an denen gefeiert wird. Weihnachten steht ja vor der Tür und dann gibt es eben im Fitness-Studio des Vertrauen auch ein Weihnachtbuffet... ähm...okääääy... nö, klar. Ich hätte so gerne einen Fotoapparat dabei gehabt, um die weihnachtlich dekorierte (Kugeln, Luftballons, Stoffweihnachtsmänner, Lichterketten) Ansammlung von Chipsbergen, Käsewürfeln, Tomatensuppe mit Baguette, Kuchenstückchen, Oliven und (Achtung:) gepellten BLUTWURSTSCHEIBEN zeigen (d.h. beweisen) zu können. Hatte ich leider nicht zur Hand. Hoffe, mir wird auch so geglaubt. Ils sont fous, ces Belges! J'aime ca!
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Sonntag, 18. Dezember 2011
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Muscles from Brussels
Mit der Überschrift bin ich gemeint. Echt. Zumindest bald. Nach zwei Wochen Fitness-Studio gibt es an meinen Oberarmen bereits die ersten muskulösen Anzeichen. Bizeps, Trizeps, Cardio sind meine neuen Freunde. Und dieses Mal muss es einfach klappen mit dem regelmäßigen Studio-Besuch. Meine Erfahrungen als passives Mitglied in einem jungen, hippen Club in Berlin liegen schon Jahre zurück. Aber die Erinnerung an das persönliche Scheitern ist so frisch wie ein Frühstücksei.
Dieses Mal habe ich - gealtert, gereift und im Besitz diversester Selbstüberlistungsstrategien - auf ein angenehmes Ambiente geachtet. Ich dachte, dass ich bestimmt öfter hingehe, wenn ich es da schön finde. Und so ist es. Das Studio meiner Wahl ist in einem typisch belgischen Stadthaus untergebracht (schmale Front, Bel-Etage und steile Treppen von einem Stockwerk zum nächsten). Wozu das gut ist? Naja, beispielsweise erspart das Treppensteigen alleine schon den Stepper und die Hantelübungen vor dem Jugendstil-Spiegel über dem offenen Kamin lassen sogar mich dabei richtig gut aussehen...
Es gibt allerdings eine Sache, die es dort nicht gibt - und die ich mir doch hier in einem belgischen Studio erwartet hätte. Nein, keine frischen Waffeln! Ich meine ein Poster vom Mr. "Muscles from Brussels" himself: von Jean-Claude Van Damme! Muss ich mir wohl selbst mitbringen. Das wird mich bestimmt zusätzlich motivieren. Aber ehrlich gesagt auch daran erinnern, dass dies der erste Blog-Eintrag ist, in dem ich bereits im ersten Satz gelogen habe... nehme also alles zurück, und bekenne, dass es mit meinen Muskelbergen vielleicht noch ein Weilchen dauern kann. Der Titel "Muscles from Brussels" gehört also weiterhin dem belgischen Arnie: Jean-Claude Van Damme. (Ich verneige mich durch Kontraktion der Bauchmuskelpartie und konzentriertem Ausatmen). Dieser soll hier übrigens gleich um die Ecke ein anderes Studio besitzen. Ob das wirklich stimmt konnte ich bisher nicht herausfinden, wohl aber, dass JCvD gerne an die Küste fährt, wenn er in seinem Heimatland Belgien weilt. Wahrscheinlich weil dort immer noch einige der Bodybuilding-Veteranen rumliegen;-)
Dieses Mal habe ich - gealtert, gereift und im Besitz diversester Selbstüberlistungsstrategien - auf ein angenehmes Ambiente geachtet. Ich dachte, dass ich bestimmt öfter hingehe, wenn ich es da schön finde. Und so ist es. Das Studio meiner Wahl ist in einem typisch belgischen Stadthaus untergebracht (schmale Front, Bel-Etage und steile Treppen von einem Stockwerk zum nächsten). Wozu das gut ist? Naja, beispielsweise erspart das Treppensteigen alleine schon den Stepper und die Hantelübungen vor dem Jugendstil-Spiegel über dem offenen Kamin lassen sogar mich dabei richtig gut aussehen...
Es gibt allerdings eine Sache, die es dort nicht gibt - und die ich mir doch hier in einem belgischen Studio erwartet hätte. Nein, keine frischen Waffeln! Ich meine ein Poster vom Mr. "Muscles from Brussels" himself: von Jean-Claude Van Damme! Muss ich mir wohl selbst mitbringen. Das wird mich bestimmt zusätzlich motivieren. Aber ehrlich gesagt auch daran erinnern, dass dies der erste Blog-Eintrag ist, in dem ich bereits im ersten Satz gelogen habe... nehme also alles zurück, und bekenne, dass es mit meinen Muskelbergen vielleicht noch ein Weilchen dauern kann. Der Titel "Muscles from Brussels" gehört also weiterhin dem belgischen Arnie: Jean-Claude Van Damme. (Ich verneige mich durch Kontraktion der Bauchmuskelpartie und konzentriertem Ausatmen). Dieser soll hier übrigens gleich um die Ecke ein anderes Studio besitzen. Ob das wirklich stimmt konnte ich bisher nicht herausfinden, wohl aber, dass JCvD gerne an die Küste fährt, wenn er in seinem Heimatland Belgien weilt. Wahrscheinlich weil dort immer noch einige der Bodybuilding-Veteranen rumliegen;-)
Sonntag, 15. August 2010
Moules frites
Da es heute schon den ganzen Tag entweder regnet oder zumindest der Himmel durch regenschwangeren Wolken verhangen ist, habe ich schon fast vergessen, was für ein schöner, lauer Sommerurlaubsabend es gestern war. Und da diese mit dem ausklingenden Sommer immer spärlicher werden, muss man einen solchen natürlich entsprechend genießen.
Haben wir gemacht und sind mit unserem Brüsselgast zum Muschelessen gegangen. "La nouvelle saison des moules de Zélande" hat schließlich schon begonnen, und wo, wenn nicht in Brüssel, hat man so viele Möglichkeiten unterschiedlichste Muscheln-und-Fritten-Kombinationen zu testen. Ob ganz klassisch mit Weißwein, mit viel Gemüse à la provencal, anti-vampirisch mit Unmengen an Knoblauch oder exotisch-scharf durch Pili-Pili, jeder (der Muscheln mag, na klar) wird hier seine Geschmacksrichtung finden. Moules frites (Muscheln mit Fritten) ist ein Klassiker der belgischen Küche. Und wer einmal vor einem dampfenden Topf saß und sich Muschel für Muschel zum köstlichen Sud vorgearbeitet hat, der wird verstehen, dass ich gerade eine kleine Schreibpause machen muss, um etwas zu essen, weil mir beim Gedanken daran das Wasser im Munde zusammenläuft.
Okay, vorher noch was Wissenswertes: die Muscheln, die hier in Brüssel und in weiten Teilen Belgiens verzehrt werden, kommen nicht von der belgischen Küste, sondern werden aus der niederländischen Region Zeeland importiert. Das scheint den Belgier aber in keinster Weise zu stöhren: zwei Drittel der gesamten Muschelernte aus der Osterschelde in Zeeland (50 Millionen Kilo) werden hier pro Jahr verzehrt - damit dürfe schon klar sein, wer die europäische Rangliste in dieser Disziplin anführt. Und wir haben gestern unseren Teil dazu beigetragen - unser neuer Sommersport...
Montag, 5. Juli 2010
Eddy-Merckx-Gedächtnistour
Ganz zu Beginn meines Studentenlebens habe ich mal jemanden kennengelernt, der die Tour de France zuhause vor dem Fernseher auf dem Hometrainer mitgefahren ist...
Hätte nie gedacht, dass ich mich mal daran erinnern würde. Es fiel mir aber heute wieder ein, als ich zum ersten Mal im Leben live an der Rennstrecke weilte.
Warum? Na, weil in diesem Jahr die erste Etappe nach Brüssel und die zweite von Brüssel wieder weg führte. Um den 65. Geburtstag von Eddy Merckx und sein Vermächtnis an den Radsport zu feiern. Wer und was war das nochmal? Ah ja: der von den Belgiern geliebte und heute bejubelte Radrennfahrer (in Rente) war - gemessen an Qualität & Quantität seiner Siege – der erfolgreichste in der Radsportgeschichte. Weil er, wenn man alle in Holland und Belgien sehr beliebten „Kirmesrennen“ dazu zählt, zwischen 1965 und 1978 insgesamt über 530 Radrennen gewonnen hat.
Und deshalb musste er heute auch nicht mehr in die Pedalen treten, sondern durfte im roten Cabrio voraus fahren.
Und sich bejubeln lassen... "Eddyyyyyyyyyyyy"
Wenn man ganz genau hinschaut, kann man ihn sehen:
Hätte nie gedacht, dass ich mich mal daran erinnern würde. Es fiel mir aber heute wieder ein, als ich zum ersten Mal im Leben live an der Rennstrecke weilte.
Warum? Na, weil in diesem Jahr die erste Etappe nach Brüssel und die zweite von Brüssel wieder weg führte. Um den 65. Geburtstag von Eddy Merckx und sein Vermächtnis an den Radsport zu feiern. Wer und was war das nochmal? Ah ja: der von den Belgiern geliebte und heute bejubelte Radrennfahrer (in Rente) war - gemessen an Qualität & Quantität seiner Siege – der erfolgreichste in der Radsportgeschichte. Weil er, wenn man alle in Holland und Belgien sehr beliebten „Kirmesrennen“ dazu zählt, zwischen 1965 und 1978 insgesamt über 530 Radrennen gewonnen hat.
Und deshalb musste er heute auch nicht mehr in die Pedalen treten, sondern durfte im roten Cabrio voraus fahren.
Und sich bejubeln lassen... "Eddyyyyyyyyyyyy"
Wenn man ganz genau hinschaut, kann man ihn sehen:
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