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Sonntag, 3. Juni 2012

Balkonbepflanzung...

... ist ja nach Angrillen (war 2012 super) nicht nur der logische Anfangsbuchstabe in der Reihenfolge, sondern auch das ambitionierteste Freiluftevent schlechthin ...
Warum? Na, weil ich
1. (wirklich gar) keinen grünen Daumen habe,
2. nie (seit ich zuhause ausgezogen bin)  einen Balkon besaß und
3. Nutzpflanzen bevorzuge und es doch aber auch trotzdem schön finde, Blümchen zu sehen und die Kombi aber gar nicht so einfach ist ...

Was tun? Hmmm... einfach machen. Zum Beispiel gestern. Man startet mit Pflanzen kaufen :
- Minze(brauche ich  für den leckersten Zucchinisalat der Welt: 2 große Zucchini mit dem Sparschäler in Streifen hobeln, quer und längs halbieren, nen guten Schuss Zitronen(!!wichtig)-Olivenöl drüberkippen, nen kleineren Schuss weißen Balsamico, dann bisschen Salz und Pfeffer und in Streifen geschnittene Minze dazu... ganz groß! Kombimöglichkeiten: plus Koriander, plus Rote Beete Würfel, plus Schafskäsebrösel, plus spicy Garnelen...undundund... jomeidesisderwahnsinn)
- Zitronenthymian (war letztes Jahr mein Kräuterfavorit ... Gutes bleibt!)
- Erdbeeren (ich hätte Walderdbeeren nehmen sollen)
-  und Tomaten (meine Erfolgsstory 2011)
- ... und Blümchen;-)














Beim Einbuddeln und Saubermachen auf dem Balkon (sehr cool mit verspiegelter Sonnenbrille und 60cent Gummihandschuhen ;-)) habe ich in bester b-Manier einen Brand bekommen ..  von der Sonne, die sich heute gar nicht zeigte und einem novemberartigen Regen die Bühne überließ (ahhh kalt...üsselig...brrr). Angießen hätte ich mir also sparen können ... binne trotsdeme serrä  stolze, weisse :-)
Und passend zum Anlass gibt es jetzt noch Blumisches auf die Ohren: Flowerpornos alias Tom Liwa! YES!


Samstag, 30. Juli 2011

La Tomatä est arrivée!

Ja, leider auch aus dem belgischen Königreich keine guten Neuigkeiten ... Wolken, 17 Grad, kein Sommer at all. Und wir überlegen hier allen Ernstes im August in die Bretagne zu fahren! Wahrscheinlich lauten dort dann die Postkartentexte "il pleut des cordes" - es regnet Seile ... (weil der Französischsprachige an sich ja zu Übertreibungen neigt ... bei uns sind es schließlich Bindfäden ... und im Flämischen gibt es ebenfalls mehrerer Entsprechungen http://www.buurtaal.de/blog/regen - um hier auch jeder Sprachgemeinschaft genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen). Aber ein bisschen Sommerfeeling gibt's dann doch: die ersten eigenen Tomaten vom Balkon sind reif & köstlich süß! Und das belgischste daran: man genießt sie wie Pralinen! (Nein, nicht weil sie dick machen ... nur, weil sie so rar sind.) Aber: wenn der Sommer sich dann samt Sonnenschein zum Bleiben entscheiden sollte, kann ich mich hier in die Massenproduktionsernte begeben. Den Butterbergen und Milchseen in der EU werden dann die Tomatentäler folgen....

Dienstag, 3. Mai 2011

Japan-Mai

Alles neu, macht der Mai....manchmal auch andersrum... dann kommt nix, dann geht was...
Denn ganauso wie Japan derzeit wieder aus der Medienberichterstattung verschwunden ist, genauso sind die japanischen Accessoirs aus meiner Umgebung plötzlich einfach weg.
Und dabei waren sie so schöööön.... die japanische Kirschblüte zum Beispiel... hmmm, räusper, peinlichpeinlich. Beim Recherchieren, was die japanische Kirschblüte nach Brüssel verschlagen haben mag, ist mir aufgefallen, dass sich die Bilder im Internet irgendwie nicht mit meinen übereinstimmen. Hatte meine Mutter also (wieder) Recht und es handelt sich um Magnolien? Je ne sais pas. Vraiment pas. Und konnte es auch bisher nicht rausfinden. Aber wahrscheinlich eher Magnolien... hmmm... egal, die kommen auch aus Asien....und sind seeeehr schööön. Satt. Fleischig. Prall. Als wollten sie gleich auf die Straße fallen und "platsch" machen...

ielleicht kann man ja die tollen Übersetzungen (von japanisch-quickstart.blogspot) , die ich mir für die Kirschblüte zurecht gelegt hatte, auch auf Magnolien ummünzen....:

一緒に花見しよう。 いっしょにはなみしよう。 Laß uns gemeinsam zum Kirschblütenschauen gehen.
今年桜はすごいキレイですね! ことしさくらはすごいきれいですね! Dieses Jahr ist die Kirschblüte sehr schön, nicht wahr?


Und bevor ich es vergesse: verschwunden sind auch die beiden Sumo-Ringer-Statuen.... Sie standen seit meiner ersten Streifzüge hier (also seit über einem Jahr) in der Rue Molière, inmitten eines kleinen Kreisverkehrs (die gibt es hier zu tausenden). Ich fand die toll. Energiegeladen. Präsent. Gewaltig. Ein großes Dankeschön an die Künstlerin Alexandra G.!!!

Montag, 25. April 2011

Osterelefant

..... nein, nicht erschrecken, natürlich kommt auch hier in Belgien der Osterhase und versteckt die Eier. Keine Angst, so fremd sind sich die Lebenskulturen dann auch wieder nicht. Aber mein erstes Ostern hier war geprägt von den Elefanten im Park des Afrika-Museums in Tervuren, einem großartigen Abendessen im thailändischen Restaurant "Blue Elephant" in Uccle und klimatischen Bedingungen, die in den Heimaten afrikanischer und/oder asiatischer Elefanten  üblich sind. Daher: Ein Hoch auf die Osterelefanten 2011!
Oder auch einfach eins auf die Olifanten - wie man im flämischen Teil dazu sagt.
... und ganz schnell ist man wie von alleine wieder beim O und beim Ei und bei Ostern... alles sehr sehr leicht(zu)lebig hier in Belgien!.

Montag, 18. April 2011

Eisheilige

 
Gibt ja immer wieder Dinge, die macht man zum ersten Mal. Im letzten Jahr waren das bei mir ganz schön viele: Marktschampus trinken, Plätzchen backen, Grissinis rollen, Supermarkt yogen, Zeitreise machen ...
Und jetzt auch noch: Balkon begrünen. (Isch atte vorär kein'än.)
Hmm, sollte schön aussehen und blühen und grünen und Früchte abwerfen (die ich dann in der nächsten Aktion der Reihe "noch-nie-gemacht" einmache, vermarmelade oder sonstwas) - so der Vorsatz. Also habe ich unter anderem Tomaten und Zucchini gekauft. Erstere liebe ich ohne Ende. Und die anderen sollen schön blühen.
Heute beim Einpflanzen kam mir dann der Satz meiner Oma "Die kalte Sophie macht alles hie." in den Sinn. Und da habe ich mich (auch zum ersten Mal in meinem Leben) gefragt: Wann kommt denn bitte die kalte Sophie? Und gib es die Eisheiligen, zu denen die Sophie zählt, überhaupt in Belgien?
 1. Sie kommt am 15 Mai, ihrem Namenstag, wie alle anderen Eisheiligen auch (Mamertus am 11. Mai, Pankratius am 12. Mai, Servatius am 13. Mai, Bonifatius am 14. Mai und eben abschließend Sophie am 15. Mai)
2. Ja, es gibt sie im französischen  Sprachraum auch, die Saints de glace. Allerdings ohne Sophie. Denn hier gilt die Abfolge: Mamertus am 11. Mai, Pankratius am 12. Mai, Servatius am 13. Mai, Bonifatius am 14. Mai, Yves am 19. Mai und Bernardin am 20. Mai.
Die letzten beiden sind wohl den rauen klimatischen Bedingung der Bretagne geschuldet, wo das ein oder andere Atlantiktief schon Existenzen zerstört haben muss ("Craignez le petit Yvonnet, c'est le pire de tous quand il s'y met" - Fürchtet den kleinen Yves, denn er bedeutet das Schlimmste für alle, die er trifft).
Und obwohl ich stark davon augehe, dass die milde Brüssel-Lage mich vor einem Tomaten-Zucchini-Desaster bewahren würde, hole ich sie trotzdem rein, die zarten Pflänzchen .... muss ja nicht alles zum ersten Mal im Leben erleben.

Mittwoch, 2. März 2011

Geschichtensalatsalatgeschichten



Kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich in meiner Jugend immer wieder gefragt habe, warum ein Auto in Sportcoupé-Form, das vornehmlich von coolen Cowboystiefel tragenden Discobesuchern gefahren wurde, den Namen eines Gemüses trägt.
Heute weiß ich, dass mich meine Verlese-Fehler wohl noch mein ganzes Leben lang unterhalten werden. Und, dass Scirocco und Chicorée einfach mal gar nichts miteinander zu tun haben.

Bei zweitem handelt es sich um das belgische Nationalgemüse (sieht man von der Kartoffel ab, die aber ihr Gemüseleben aber meist stäbchenförmig als Fritte beendet). Dass der Chicorée hier in Belgien entstanden ist, darüber besteht kein Zweifel. Allein über das „wie“ gibt es mindestens zwei Geschichtsversionen. 
Die erste besagt, dass der Chefgärtner des Botanischen Gartens in Brüssel, Monsieur Brèzier, 1845 im hauseigenen Keller zufällig über die dort vor sich hin dümpelnden  Zichorienwurzeln gestolpert sei. Wohl kurz nach dem Stolpern ist ihm dann aufgefallen, dass die Wurzeln in der Dunkelheit neue Triebe produziert hatten. Am Boden liegend hat er wohl ein bisschen daran rumgekaut, fand’s ganz lecker und hat den Chicorée dann über Jahre hinweg kultiviert und weitergezüchtet.
Die zweite geht so ähnlich, spielt aber bereits im Jahr 1830 (dem Jahr der belgischen Revolution und Staatsgründung). Aus Angst, man könne ihnen die Wurzeln, die zum Brennen des Kaffeeersatzes gebraucht wurden, wegnehmen, hätten die Bauern sie in der Erde versteck. Auch hier entdeckte man nach kurzer Zeit zufällig die neuen, essbaren, weißen Sprossen.

Nur nebenbei: Die Kaffeeersatzproduktion aus den Zichorienwurzeln geht übrigens- laut einem Kriegskochbuch mit dem sinnigen Titel "Haushaltungskunst im Kriege"  aus dem Jahre 1722 – auf den Hofgärtner Timme aus Thüringen zurück. Diese Gärtner scheinen ein ganz schön innovatives Völkchen zu sein. Vielleicht hatten sie ja doch auch bei der Autoentwicklung irgendwie ihre Finger mit drin ….

Donnerstag, 19. August 2010

Gartenterror



Heute scheint die Sonne.
Nach zwei Tagen regnerischen Brüssel-Wetter im August sollte diese schlichte Feststellung genügen, mich in einen Taumel der Glückseligkeit zu versetzen. Ideale Wohlfühlbedingung: Sonnenschein, etwa 25 Grad, ein laues-fast-erfrischendes Lüftchen, das dann und wann vobei weht.
Aber? Was mach ich?
Ich wünsche mir den Regen zurück. Wünsche mir, dass ich guten Gewissens NICHT auf dem Balkon sitzen kann/muss. Wüsche mir von grauen Häuserfassaden umgeben zu sein und nicht von üppigen Gärten. Wünsche mir, dass die Leute um mich herum faul und desinteressiert sind. Und ich wünsche mir, dass ich endlich wieder das Hintergrundgeräusch Autolärm wahrnehmen kann (das ist doch sonst immer und überall in Belgistan möglich!).

(... nein, ich habe heute noch keine Drogen zu mir genommen - falls diese Frage bei der geneigten Leserschaft aufgetauchtsein sollte...)

To make a long story short (jaja, ich weiß, das mir das nie gelingt): Es geht um die Gartenarbeit (nicht um meine - isch 'abe nämlich gar keinen grünen Daumen - ergo keine Pflanzen). Die findet hier seit Stunden unter Einsatz aller technischen Geräte, die der Baumarkt dafür im Angebot hat statt. Es ist eine Geräuschkulisse, die mich in Anlehnung an die Abstammung des Wortes Lärm in höchste Alarmbereitschaft versetzt ("Lärm" stammt von italalienischen "all'arme", also: „zu den Waffen!“ ab und hat somit eine eindeutige Wortsverwandtschaft mit „Alarm“).

Warum ist den Gartenarbeit eigentlich nur bei schönem Wetter möglich? Können denn die Hecken und Wiesen nicht auch an Regentagen zurechtgestutzt werden? Davon gibt es doch viele hier...und dann sind alle Fenster zu ... und dann... ach, schööööön, das fleißige Gärtnerlein hat die Kettensäge gegen den Gartenschlauch eingetauscht.
Und ich kann endlich wieder dem Klang der Polizeisirene lauschen ;-)

Montag, 26. Juli 2010

Hunde 4



Ich habe schon lange nichts mehr über Hunde, Hundeschilder und deren Bedeutung geschrieben (Folge 1-3 siehe März-Archiv). Es gab einfach keine neuen mehr im Stadtgebiet.
Aber es gibt eine goldene Regel fürs Hundeschildergeschichtenschreiben (die man 1:1 auch auf alle anderen Lebensbereiche anwenden kann): Wenn nichts mehr weiter geht, muss man selbst weitergehen. Zum Beispiel an die belgische Küste (okay, das ist jetzt vielleicht nicht in allen Lebensbereichen sinnvoll...).
Egal. In meinem Falle war es richtig. Denn dort stand es dann unverhofft vor mir: das neue Hundeschild. Und ich habe viel über das Leben und das Meer gelernt, denn wie ich so auf das Schild schaue und dem Kreischen der Möwen lausche, wurde mir klar:
Die Gezeiten werden nicht nur durch die Gravitation des Mondes und der Sonne verursacht, sondern auch durch Hoch- und Nebensaison der belgischen Urlaubsgebiete. Der Strand ist da von November bis Februar und weg von März bis Oktober. Ein großes Naturspektakel - zumindest aus Sicht der Vierbeiner... da-weg-da-wieder weg... und das ein ganzes Hundeleben lang. Man bezeichnet dieses Phänomen auch als Gassi-Gezeiten.
Fazit: Reisen bildet - und Hundeschilder auch.

Donnerstag, 10. Juni 2010

BBQ



Endlich: Grillsaison! BBQ! Ich liebe es (obwohl ich weder Flesch noch Wurst esse)! Aber beim Angrillen in Brüssel gibt es dann doch zwei Punkte Abzug in der B-Note:

1.) letztes Wochenende wurde (in Deutschland) der ersten Elektrogrill in life erworben - Fazit: es macht schon schon Sinn und Spaß mit Kohle zu grillen - sonst riecht es nicht nach Texas und fühlt sich auch nicht so an. Aber ok, die haben dort ja auch keine Nachbarn auf dem Balkon nebenan...oder erschießen sie einfach, wenn sie sich beschweren.
2.) die vorgebrühte Grillwurst ist dem Belgier fremd (wahrscheinlich weil er essenstechnisch dem Franzosen gleich kommt und dieser der simplen Wurst nicht die gleiche Bedeutung beimisst wie der Deutsche)... und somit hat die Zubereitung der rohen Wurst auf der heißen Platte dann doch die Geduld der Wurst-Esser auf die Probe gestellt.

Ansonsten war es aber toll, weil das Brüssler Wetter meist abends besser/sonniger ist als am Rest des Tages, weil es hier Dosenbier gibt (...hurra! .... jaja, nicht öko-pc, aber wunderbar) und weil das Zusammensein mit Menschen, die Brüssel und die belgische Lebensweise ebenso genießen wie man selbst, einfach großartig ist!