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Sonntag, 7. Oktober 2012

Magritte gestern

Aus einer Magisterarbeit:
"L´empire des Lumiéres (Das Reich der Lichter), 1954: Auf dem Bild sieht man eine Häuserreihe im Dunkeln, vor der eine erleuchtete Straßenlaterne steht. Auf den zweiten Blick erkennt man erst, dass der Himmel tageshell und blau ist, was im krassen Gegensatz zu der nächtlichen Szene der erleuchteten Häuser steht. Damit rüttelt Magritte an der Ordnung der Dinge und überrascht mit einer unlogischen Kombination der Tageszeiten, durch die er Sicherheit und Orientierung verschwinden lässt."
Aus meinem Leben gestern:
"Foto machen, blaue Stunde, wunderschön ...wenn Surrealisms zur Realität wird ..."


Montag, 10. Januar 2011

Wochenstart

Morgens halb 10 in Brüssel... nö, da gibt's kein Knoppers und in diesem Falle auch kein Pain au chocolat, sondern: diesen strahlendblauen-wolkenlosen-sommerobwohlwinter Himmel!
















Ich muss es hier festhalten, sonst glaube ich es am Ende der Woche selbst nicht mehr, denn der Wetterbericht kündigt für die nächsten Tage das krasse Gegenteil an. Nunja, da wir hier keine DB-Katastrophen haben, braucht man einen Alternativaufreger.

Apropos Bahn: die belgische hat eine richtig lange Geschichte. "Nach England war Belgien das zweite europäische Land, das eine ausschließlich dampfbetriebene Eisenbahnlinie eröffnete. Belgien folgte, noch stärker als England, dem allgemeinen Klischee einer  durch Kohle und Stahl. Ein begünstigender Faktor war auch die hohe Bevölkerungsdichte in dem westeuropäischen Land. So wurde die erste rein dampfbetriebene Bahnlinie auf den europäischen Kontinent am 5. Mai 1835 zwischen Brüssel und Mecheln eröffnet. Belgien war auch das erste Land, das den Bau von Eisenbahnstrecken staatlich förderte. Es hat neben der Schweiz und der Tschechischen Republik eines der dichtesten Eisenbahnnetze der Welt. Der frühzeitige Ausbau des belgischen Eisenbahnnetzes strahlte auch auf Westdeutschland und Nordfrankreich aus und trug mit dazu bei, dass die erste durchgehende Schienenverbindung zwischen Paris und Köln 1846 zustande kam, früher als die meisten Fernverbindungen innerhalb des Deutschen Bundes und innerhalb Frankreichs." (Quelle: Wikipedia)

Ist ja nicht so, dass die Bahn hier ohne Zwischenfälle auskommen würde, aber so lange die Belgier sich hier untereinander streiten, scheinen ihnen Bahnverspätungen egal zu sein.

Mir auch, denn erstens bin ich aufregungstechnisch schon zur Belgierin mutiert (viel Supermarkt-Yoga) und zweitens sind in der letzten Woche soviele schöne Dinge passiert (Sarahtelefonat, Spontankaffee, Mittwochsrundenquicheabendessen, Samstagsgrieche, Minigruppen-Französischunterricht ...), dass ich nix aber auch garnix beanstanden kann ... will.... darf.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Blaues Wunder


Man kann hier echt oft sein blaues Wunder erleben. Quasi täglich. Und nein, ich meine jetzt nicht Regierungsauflösungen, umständliche Behördengänge oder unglaubliche Szenen im Straßen. Ausnahmsweise können die Belgier als solche in diesem Falle nichts dafür. Sie können nur daran teilhaben oder es auf die Leinwand bannen. Das hat zumindest einer der bekanntesten Söhne der Stadt, René Magritte, mannigfach gemacht.
Es geht um den Himmel
Den Himmel über Brüssel.
Diesen Himmel, der selbst an Regentagen manchmal kurz zwischen den riesig-grauen Wolken durchblickt und immer wie "der Simpsons-Himmel in echt" aussieht.
Großartig.
Auf den Magritte-Bildern mag man noch denken, es sei ein surrealistisches Element, aber wenn man hier aus dem Fenster schaut, dann ist es ein blaues Wunder!

Woher diese Redewendung stammt ist übrigens umstritten (somit passt es auch wieder zu den Belgiern). Glaubensgemeinschaft Nr.1 denkt, dass die Redensart aus der Tuchfärberei stammt (grün- oder gelbgefärbte Gewebe veränderten sich durch das Aufhängen draußen, also die Berührung mit Sauerstoff, chemisch zu blau, so dass der Betrachter "sein blaues Wunder" erlebte). Glaubensgemeinschaft Nr. 2 vertritt die Auffassung, dass die blaue Hängebrücke in Dresden (erbaut 1891-1893), deren technische Konstruktion sehr gewagt war, Ausgangspunkt für diese geflügelte Wort war.

Es ist an dieser Stelle nicht so wichtig, weil es ja hier um Geschichten geht und in diesem Sinne beide schön sind. Und außerdem lässt sich die Begrifflichkeit sogar in Französische übersetzen. Sein blaues Wunder erleben heißt "en voir de bleues" ... und da sind wie schon bei der nächsten Geschichte, denn seltsamerweise gibt's auf französisch ganz viele blaue Redewendungen: "encore un bleu" (grün hinter den Ohren sein), "en être bleu" (von den Socken sein), "bleu de colère" (rot vor Zorn sein), "voir tout en bleu" (alles in rosigem Licht sehen) ... lieber Himmel!

Sonntag, 4. Juli 2010

Feierlaune



Dieses gigantische Feuerwerk konnte man gestern Nacht auf dem Place du Luxembourg direkt vor dem europäischen Parlament bewundern. Es krachte, blitzte und funkelte in dieser lauen Sommernacht, weil Belgien seit dem 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft inne hat. Man möchte sich fast wünschen, dass die Präsidentschaft ähnlich perfekt organisiert und dabei so entspannt in der Ausführung werden wird wie dieser Abend.

Nunja, zumindest haben die Belgier mit dieser Feier ein gutes Zeitgfühl für die Bedürfnisse ihrer europäischen Nachbarn bewiesen. Die waren nämlich in Feierlaune - eher aus weltsportlichen als aus europapolitischen Gründen: Spanier und Deutsche feierten & tanzten gemeinsam und ausgiebig. Das sollte man doch zumindest mal vor dem Spiel am kommenden Mittwoch festhalten.