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Freitag, 12. November 2010

Wasserdicht

Was ist das?


Richtig: ein abgerissener Papiertragetaschenhenkel (oh, ich liebe die Möglichkeit der deutschen Sprache Kettenwörterketten zu bauen)von hier:


Und warum ist er abgerissen?
Richtig. Weil es hier bis aus Kübeln schüttet und man, solange man sich noch keinen Schlafplatz in seiner Lieblingskaufhauskette eingerichtet hat, mindestens bis zur Metro zu Fuß bewegen muss. Und da prasseln schon einige Kübel Wasser auf das schwarzgefärbte (und somit abfärbende) Täschchen ein. Die Alternative "mit dem Auto fahren" existiert hier in der Innenstadt nicht, denn dann müsste man für die An- und Abreise schon den halben Tag einplanen und hätte schließlich die gleiche Strecke zum Parkplatz zurückzulegen wie der Fußgänger zur Metro.
Ergo: man wird immer nass. Mach ja nix, kann man sich ja mit abfinden, sind ja nicht aus Zucker. Aber das Täschchen...
Ich meine, dass es für weltweit agierende Unternehmen ein Vorteil wäre (oder wenigstens ein feiner Zug), würden sie sich bei der Herstellung ihrer Tragetaschen mit den klimatischen Bedingungen vor Ort vertraut machen. Papierverpackungen in Brüssel scheiden einfach kategorisch aus.
Man verkauft ja schließlich auch keine Skiunterwäsche auf den Kanaren...

Dienstag, 25. Mai 2010

Belgacom


Darf ich vorstellen: unser neuer Mitbewohner - das Belgacom-Telefon!

Es funktioniert - seit heute. Und das, nachdem ich schon fast gemutmaßt hatte, Opfer eines "Versteckte Kamera"-Einsatzes geworden zu sein. Vor ein paar Tagen waren nämlich zwei junge Elektriker hier, die den Zugang freischalten sollten (Nummer hatten wir ja in der Übergangswohnung schon - und eigentlich könnte man theoretisch diese Dienstleistung auch telefonisch erbringen, ABER eben nicht beim Telefonanbieter). Erst verschwanden die beiden mit geschätzten 10 Koffern im Keller (um dort die richtige Leitung zu identifizieren???), dann setzte sich einer von ihnen im Wohnzimmer vor die Steckdose und klemmte sich einen Schuhkarton-großen Hörer unters Ohr und versuchte zigtausendmal mittels Klemmen Kontakt zum Kabel in der Wand aufzunehmen. (Ja, man ahnt es: vergeblich...esmachtimmertuttutganzlautimmertuttut...)
Das ist der Moment, in dem
1. der Belgier auf das alles entschuldigende "désolé" zurückgreift. Wörtlich übersetzt etwa "untröstlich", aber eigentlich die sprachliche Allzweckwaffe für: "funktioniert nicht - nie mehr, ich kann's einfach nicht ändern, ich habe gerade keine Zeit/Lust mich drum zu kümmern, ich hab nicht zugehört, will aber Anteilnahme signalisieren...")
2. jeder Deutsche sofort an "Verstehen Sie Spaß?" mit Paola und Kurt Felix denkt und sich mit angezogenen Schultern vorsichtig nach links und rechts dreht, um die Kamera zu suchen.

Konsequenz der ganzen Aktion: keine. Die Leitung sei tot, da könne man nix machen.
Heute war dann ein erfahrener Elektriker da - und somit der Anschluss kein Problem. Hmm ... was soll ich sagen?
Ich kann's (mir) nicht erklären - désolé ;-)

Freitag, 12. März 2010

Pannen-Lift



















Ich wohne momentan im 10. Stock eines Hochhauses. Das ist wunderschön, wenn man oben angekommen, den unversperrten Ausblick über die Stadt genießen kann. Das ist etwas weit oben, wenn man die gefüllten Einkaufstüten zu Fuß in die Wohnung bringen will. Aber da haben sich
schlaue Erfinder ja schon im vorletzten Jahundert etwas einfallen lassen: den Personenlift (maßgebend für den Durchbruch der Lifte weltweit war die Erfindung des absturzsicheren Aufzugs im Jahre 1853 durch den Amerikaner Elisha Graves Otis - an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank). Dass Aufzüge manchmal ihren Dienst versagen ist nichts wirklich Neues für mich. So gab es beispielsweise bei meiner letzten Arbeitsstelle regelmäßigen Informationsflurfunk darüber, welcher Lift gerade mal wieder nicht funktioniert und mit welchem es vermeindlich unkompliziert nach wahlweise oben oder unten geht. Es hingen dort dann offizielle Schilder mit der Aufschrift "Funktionsstörung - die Wartungsarbeiten durch die Firma xy werden in der 23. Kalenderwoche durchgeführt".
Der Aufzug hier im Brüssler Hochhaus funktioniert auch gerade nicht (um genauer zu sein: nur einer der beiden, die zur Wahl stehen). Überrascht hat mich das wie gesagt nicht, aber sehr schön ist allerdings das selbstgemalte Warnschild mit der Aufschrift "! En panne" ... Ich finde die kleinen Pannen im Leben netter als die offiziellen Funktionsstörungen.