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Samstag, 14. Juli 2012

I'm singing in the rain...

...ist nur einer der Titel, der mir bei den momentanen klimatischen Bedingungen als Hintergrundmusik einfällt ... gerne auch „Here comes the rain again“  (Eurythmics) oder „Es regnet, es regnet, die Erde wird nass“ (Kindergarten) oder als Wunschgedanke „Always the sun“ (The Stranglers)…

 …kann man auf dem Bild die Regentropfen auf der Scheibe erkennen? Und nicht mal da macht das kühle Nass Stopp: es hat sogar schon reingeregnet ....auf der Nicht-Wetterseite! Und ein Minütchen später macht dieses Wetter einen auf „hey war doch alles nicht so schlimm“.... okay, klar, nur Wasser - aber eben auch: kein Picknick, keine Sommerröcke und ständig aufgeweichte Füße.
Harter Sommer!
Aber zurück zum Projekt „Lieber Weinglas halbvoll als halbleer“ (oder: Wie man sich einfach immer nd bei jeder Gelegenheit auf die Suche nach dem „wozusgutist“ machen kann): Wir waren letzte Woche in Frankreich (Reisebericht folgt), im Gebiet rund um die Loire ... wunderschön, aber auch nicht so sommerlich... und, was soll ich sagen: während der angereiste Südfranzose sich schlotternd in den Rollkragenpullover kuschelte, habe ich als Brüsslerin T-shirt-Kluft getragen und solange es möglich war auch Flipflops... könnte alles schlimmer sein - könnte regnen. ;-)




Samstag, 11. Februar 2012

Yannik Noah

Ein Held meiner Kindheit!
Ich glaube, ich verbinde bis heute Dreadlocks zu allererst mit Yannik Noah und dann erst mit Bob Marley. Auch: Sexiest Zahnlücke ever. Und so vieles andere ... natürlich vor allem die Tennisübertragungen in den 80ern: der hitzköpfige Becker, der leidende Lendl, der beherrschte Leconte und eben der clownige Noah. Ganz groß!
Als ich hier nach Brüssel kam, hab ich (ganz klassisch) einen Sprachkurs in der Alliance francaise absolviert. Das war toll, weil ich endlich einen Zugang zu dieser komplizierten Sprache fand, weil ich die beste Sprachkursgruppe der Welt hatte und weil unsere (unvergleichliche, wundervolle) Lehrerin Florence uns via la musique das Lernen ein bisschen angenehmer machen wollte...
Das war der Moment in dem ich erfuhr, dass Yannik Noah seine Sportlerkarriere noch um eine als Musiker ergänzt hat ... J'aime ca!!! Und jetzt hatte ich Karten für sein Konzert im Mai hier in Brüssel ... ja, und, was ist: unauffindbar! Klar: das Haus verliert nichts ... eigentlich ... aber nach tagelangem Suchen es ist irgendwie wie mit dem "Socken, die in der Waschmaschine verschwinden"... unerklärbar & doof!!
Als Trost jetzt erstmal ein Video...

Sonntag, 5. Februar 2012

Kiezkonzert

Das Phänomen der Gentrifizierung ist in allen großen Städten vorzufinden. So sammeln sich gemeinhin die Jüngeren und Gutverdienenden in den angesagten Stadteilen an, genießen den speziellen Flair des Viertels und drängen doch gleichzeitig die einstigen Bewohner in die Randbezirke zurück. War in meiner alten Heimat Berlin am Prenzlauer Berg quasi im Zeitraffer mitzuverfolgen - die Substituierung der Ost-Berliner-Eckkneipen durch Latte-Macchiato-Cafés, Asia-Restaurants oder Yoga-Studios ist legendär. Hier in Brüssel ist alles ein bisschen durchmischter, da sich die Stadt ja sowieso nicht als Gesamtzusammenhang, sondern als Ansammlung von 19 Gemeinden versteht. Dennoch gibt es sie hier natürlich auch: die Gegend, in der alles ein bisschen hipper und schicker und teurer ist ... oder zumindest sein will. Und wenn man in einer solchen Gegend dann an einem Samstagabend zufällig in einer Kneipe landet, die noch aus der Kiezvergangenheit stammt, dann hat man ganz kurz das Gefühl in eine Parallelwelt einzutauchen. Diese wird bewohnt von Paaren jenseits der 60, die sich gerade für 15 Euro ein 3-Gänge-Menü einverleibt haben und sich jetzt selig grinsend mit der Flasche Rotwein auf dem Tisch auf der Eckbank zurcklehnen und dem Konzert der Furious Four lauschen. Musik aus den 60ern steht auf dem Flyer. Ein paar wenige tanzen und mindestens drei Hunde laufen von Tisch zu Tisch und werden gehätschelt. Die Protagonisten selbst haben die 60er-Jahre wahrscheinlich schon Autofahrend erlebt. Rocken aber, was das Zeug hält. War super. Wir waren augenscheinlich die einzigen, die sonst nicht da sind, wurden aber mit Kopfnicken von allen Seiten anstandslos in die Kneipencommunity integriert. Nach ein paar Bier am Tresen, wurden wir von der Besitzerin zum nächsten Konzert am 3. März eingeladen. Ist eingetragen.Und dann ging's wieder raus ins richtige Leben .. oder einfach in die andere Parallelwelt?


Sonntag, 29. Mai 2011

Marathonfieber

Brüssel leidet derzeit an Fieber.
                                     Genauer: am Marathon-Fieber.

 Wie sich auf dem Bild unschwer erkennen lässt, werden hier keine 42,195 Kilometer bis ins Ziel gelaufen sondern geschätze 42,195 Kilometer zurückgelegt, bis man an allen Bühnen  dieser Stadt war, die an diesem Wochenende Jazz rund um die Uhr präsentieren.
Naja, vielleicht sind es auch ein paar Kilometerchen weniger. Aber wer Aufstockungsbe darf hat, kann heute noch am 20-Kilometer-Lauf (dieses Mal wirklich sportlich gemeinten) durch die Brüsseler Innensstadt teilnehmen oder die geschätzten 5 Kilometer Flohmakt hier direkt vor der Haustüre ablaufen.
Und wenn danach (im wahrsten Sinne des Wortes) gar nichts mehr geht und man auf die Metro zurückgreift, wird man nun auch dort gekennzeichnete "Ein- und Aus-Laufbahnen" antreffen.

Wozu? Tja, wahrscheinlich um das Marathonfieber einigermaßen unter Kontrolle zu halten ... oder?
In diesem Sinne: Alles läuft! Und: Hauptsache man bleibt in Bewegung.

Freitag, 20. Mai 2011

Brüssel-Sound

Am tollsten ist es ja wirklich, wenn ich in Anlehnung an die diversen Brüssel-Posts hier in diesem Blog richtige Post bekomme.
So geschehen diese Woche.
Natürlich was mit B.
BELGOTRONICS.
Das erste Album des (Wahl-) des Brüsseler Trios (spricht man wie “OK” aus ... jaja, der fancophone Buchstabenverschwender ist wieder unterwegs...). Großartig! Mit englischen, französischen und flämischen Texten und selbstgebauten Instrumenten (bestehend aus Brettern, Blechdosen, Bindfäden und anderen weggeworfenen Materialien) besingen sie die Alltäglichkeiten sowie die Besonderheiten Belgistans. Vielleicht könnte ich sie ja bitten, einige Texte dieses Blogs zu vertonen ;-) Ihre punk/funk-Richtung gefällt mir jedenfalls supergut.
 
Und das beste: auf ihrer Homepage habe ich entdeckt, dass sie im Rahmen der "fête de la musique" am 19. Juni hier in Brüssel spielen ... in meiner Nachbarschaft. Schon fest im Kalender eingetragen.

Danke, Micha! Belgiskanesk to the fullest.

Samstag, 7. Mai 2011

Arabischer Frühling

Nach einer langen Autofahrt heute von D zurück nach B haben wir uns richtig gefreut, als wir uns auf der Terasse des "kifkif" (an den Étangs d’Ixelles) in die Sesselkissen schmeißen konnten. Entspannen, runterkommen, genießen  - das war der Auftrag.
Im Schatten dieses südspansisch oder auch osteuropäisch anmutenden Hochhausensembles scheint nix ferner zu liegen als ein sommerlich-leicht-arabisches Abiente. Aber genau das gibt es da. Und: Lauter lächelnde Leute - Gäste wie Servicepersonal (...beides ist in Brüssel nicht selbstverständlich....) UND: tolles arabisches Essen!!
... wunderbar leicht, sehr orientalisch, großartig zum Dippen und Unterhalten, aber leider erst fotografisch festgehalten, als alles schon zm wohligen Sättigungsgefühl beigetragen hatte... (foodfotographen sind überbewertet  - der Trend geht hin zum leere-Teller-Fotographierer, I guess& hope). So soll der Frühlng sein, so kann der Sommer kommen.
Temperaturtechnisch & kulinarisch muss für diesen Frühling in Bruxelles also festgehalten werden, dass alles supersonnenschein ist & lecker!
(.... und, ganz unarabisch  aber musitktechnisch freu' ich mich in auch gerade, dass in D eine kleine Franka das Licht der Welt erblickte, und uns ihre Eltern einen Frühlings-Soundtrack zusammengestellt haben... merci...manifique!)

Samstag, 18. Dezember 2010

Last Christmas

Heute Morgen beim Frühstück beschlich mich das ungute Gefühl, dass was fehlt. Komisch, denn Rührei, Zeitung und Kaffee stande/lagen/befanden sich vor mir. Sollte doch eigentlich für einen gelungenen Start in einen Dezembersamstag reichen. Hmm. Aber irgendwas war anders. Anders als sonst. Als letzten Dezember.
Anders als... ja, last Christmas.
In der Zeit vor Weihnachten 2009 lebte ich noch in Deutschland, d.h. sämtliche Frühstücke dieser Art wurden musiktechnisch vom Wham-Dauerbrenner "Last Christmas I gave you my heart..." begleitet (wenn man 100Millionen1000 Mal begleitet wird, dann nennt man das auch belästigt oder stalking oder so...)
Merkwürdigerweise wird jetzt gerade im Retro-80s-Land Belgistan dieses Lied nicht gespielt. Ist wohl wieder ein Teil des ureigenen Indiviadualismusstrebens der Belgier à la: Nö, wenn's alle gut finden, dann ist das nix für uns. Wir machen dann lieber was anderes. (Am Rande: dass anders nicht immer besser ist beweist dann die Dauerschleife Alphaville "Forever young" oder ohgottohgottohgott täglich Sealraufundrunter).
Komisches Völkchen.
Aber sehr liebenswert - und immer auch sehr detailverliebt.
Heute zum Beispiel hat hier ein Restaurantbesitzer fürsorglich auf dem Weg zu seinem Schlemmertempel Salz gestreut. Last Christmas hätte ich noch behauptet, das selbiges in Kilopackungen von den Streufahrzeugen fällt. Seit dem Winter 1 in Belgistan weiß ich: das Ganze lässt sich auch in liebevoller Handarbeit mit einem Salzstreuer bewerkstelligen. So in etwa:


(Szene musste - in Ermangelung eines Fotoapparates zur rechten Zeit - später beim Erzählen in den eigenen 4Wänden nachgestellt werden)

Mittwoch, 14. April 2010

Playlist

Ich mag Musik. Und ich brauche sie in ziemlich vielen Situationen: wenn ich dusche, wenn ich koche, wenn ich schreibe, aber vor allem, wenn ich micht fortbewege. Beim Fahrradfahren singe ich selbst (da ist man schnell wieder weg, wenn die Leute schauen), aber beim Joggen greife ich auf Musikkonserve zurück. Zur Zeit bediene ich mich der Playlist, die wir für die Abschied-aus-Deutschland-Party vor ein paar Wochen zusammengestellt haben. Ich höre Elvis' "In the Ghetto" zum Loslaufen, weil wir dann beide einen Auftrag haben. Dann Grönemeyers "Mensch", weil ich "momentan ist richtig, momentan ist gut" momentan unterstreiche. Dann Querbeet alles von ABBA bis Zappa (und das Beste von heute, klar.).


Aber heute habe ich mir dann gedacht, dass es doch schon mal ein französisches Lied sein sollte (flämisch, da war ich mir sicher, gibt die Playlist nicht her). Und ich wurde fündig: France Gall; Poupée de cire, poupée de son. Super Lied und antreibender Takt, um heiter durch den Park zu stampfen! Geschrieben hat's Serge Gainsbourg und gewonnen hat France Gall 1965 damit den Grand Prix d´Eurovision (für Luxemburg).
Zuhause angekommen hat mich natürlich interessiert, ob nicht Belgien auch eineN Grand-Prix-GewinnerIN vorzuweisen hat. Ja,tatsächlich, das ist der Fall: Sandra Kim gewann 1986 den Titel zum ersten und auch letzten Mal für Belgien. Als jüngste Interpretin ever. Habe mir gerade das Video dazu angeschaut: die perfekte Mischung aus einer jungen Stephanie von Monaco und Freddy Mercury - optisch. Das Lied "J`aime la vie" werde ich natürlich in die Playlist aufnehmen. Erstens, weil ich's tue und zweitens, weil's zum Dasein gehört ;-)