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Dienstag, 1. Mai 2012

Koninginnendag 2012

 
... Mensch, endlich, stand ja für mich als sagenwirmal "beobachtende" Royalistin schon lange auf der to-do-Liste: mein erster Koninginnendag! Niederländische Tradition ( Wiki definiert: Koninginnedag, zu deutsch Königinnentag, ist Nationalfeiertag in den Niederlanden, den Niederländischen Antillen und Aruba, der jährlich am 30. April gefeiert wird. An diesem Tag feiern die Niederländer den Geburtstag der Königin.
Aus diesem Anlass kleiden sich viele Niederländer in Orange (Farbe des Königshauses von Oranien) und feiern landesweit mit Paraden, Volksfesten und Konzerten.)
So oder so ähnlich habe ich das gestern auch gemacht ... bzw. erleben dürfen! Herzlichen Dank an die Gastgeber: war volmaakt! Fries, sate saus en Heineken ... und natürlich alle und alles in oranje! Hach, die Beatrix hätte ihre Freude an uns gehabt. In den Mai über den Dächern von Bruxelles in der Nähe der Etanges d'Ixelles ... mit Kölner Karnevalsmusik und Krönchen ... und nem klassischen Regenschauer zum Abschluss... I'm loving it! 




Dienstag, 20. September 2011

Autofrei

Vorgestern war hier autofrei.
Man sollte meinen, damit wäre dann die Hauptgefahrenquelle des Brüsseler Pflasters ausgeschaltet und lauftechnisch freie Fahrt für freie Bürger angesagt gewesen.
Mitnichten. Trotz Autofahrbverbotes: der Verkehr rollte - auf zwei Reifen. Ehrlich gesagt, habe ich es vorher immer so empfunden, als seien die Radfahrer eine von den Autofahrern bedrohte Spezies (mich eingegeschlossen, versteht sich). Aber seit gestern weiß ich: nein, sie werden von ihnen nur zu ihrem eigenen Schutze im Zaum gehalten. Einmal losgelassen herrschten vorgestern auf den Straßen vietnamesische Zustände (die Unterschiede der Verkehrsverhalten wurden  hier beschrieben). Man stand also am Gehsteigrand wie an einer von Tiefgewässern umgebenen Steilklippe und zitterte vor dem Moment, in dem man sich entscheidet, in die von beiden Seiten tosenden Verkehrswellen einzutauchen. Die Nation des großen Eddy Merckx rausche durch das Sonntagsidyll, als gäbe es einen letzten verbleibenden Stand mit Fritten, den es als erster zu erreichen gilt.


Zum Beispiel diesen.
Denn wenn man das Auto schon nicht als Fortbewegungsmittel nutzen kann, dann kann man es auch in den Dienst eurer Majestät ... ähhh... des Frittenkonsums stellen.... Und weil ich schon wieder mal bei der Fritte gelandet bin: von der Uni Augsburg gibt es eine Studie über Dialektzonen in Deutschland, die unter anderem die Fritten-Pommes-Pommfrits-Verteilung aufzeigt (Landkarte hier). Fällt in die Kategorie "Womit Sie unterhaltsame Small-Talks bestreiten können" ... und das muss man ja manchmal, wenn man vor lauter Radfahrern nicht dazu kommt, die Straße zu überqueren ...

Mittwoch, 30. März 2011

Weltrekord

So, jetzt ist es also soweit: Belgien ist Weltmeister!
290 Tage ohne Regierung - und noch ist kein Ende in Sicht. Der Irak mit 289 Tagen wird damit absehbar auf der Strecke bleiben. Es ist eine absurde politische, nicht-regierte Situation mitten in Europa.
Gegen die Teilungsabsichen setzten sich hier öffentlich vor allem die jungen Leute ein. Frittenrevolution nennen sie das. Schließlich sind die Fritten hier eine Art Nationalsymbol. Eine Sache, auf die sich alle Belgier einigen können. Fritten werden abgöttisch geliebt und nur ungern geteilt. Wenn, dann für den guten Zwek - so zum Beispiel gestern im Rahmen der Kundgebungen. Die jungen Frites-Belgier aus allen Landesteilen haben dabei eindeutig klar gemacht, dass ihnen dieser Weltrekord nicht gefällt und dass sie von den Politikern endlich eine konstruktive Lösung erwarten. Für ein gemeinsames Belgien! Für die Fritten!





Freitag, 11. März 2011

Herzig

Ja, manchmal fasst sich der Belgier ein Herz und verarbeitet die Kartoffel nicht zu Fritten sondern zu Stoemp.
Stoemp ist eine Art Kartoffelstampf, der aber fast nie ausschließlich aus Kartoffeln besteht, sondern meist eine Mischung aus verschiedenen Gemüsesorten (und oft auch gleich dem Wurst-/Fleisch-Anteil der Mahlzeit) darstellt. Man könnte es daher auch Resteessen nennen ... oder Bubble and squeak (England), Colcannon (Irland), Rumbledethumps (Schottland), Pyttipanna (Schweden), Biksemad (Dänemark), Roupa Velha (Portugal)...

Und manchmal ist die Kartoffel ein Herz.
Und will eingentlich gar nicht verarbeitet werden.

Montag, 7. März 2011

Karneval

Wer sich je in der Karnevalszeit in der Nähe eines Rheinländers aufgehalten hat, der weiß: der MUSS singen, der MUSS schunkeln und der MUSS zum "Zoch" (wegen: Kamelle, Strüßjer, Bützje...)! Was macht man nun, wenn man derzeit in Belgien weilt und leider keine Zeit für einen Kölnausflug hat? Man fährt nach Binche!

Im etwas über 30.000 Enwohner großen Städtchen ist der Karneval  DIE Sehenswürdigkeit überhaupt. Und das erkennt man vor Ort nicht zuletzt daran, dass wirklich jeder beparkbare Quadratmillimeter zugeparkt ist. 
Das hatten wir unterschätzt - aber ansonsten waren wir eigentlich gut vorbereitet und wussten, dass der Bincher Karneval der alemannischen Fasnacht ähnelt und 2003 von der UNESCO in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit” aufgenommen wurde. Denn der erste Umzug fand bereits 1395 statt.
So standen wir dann stundenlang in der Sonne (!) und warteten (an einer der wenigen Ecken, an der man von der Bierzufuhr abgeschnitten war) auf Masken und Schellen-Kostüme. Aber da kam nix. Oh doch, natürlich kanm da viel: Leute mit Bier-Hüten, Leute im Frittenkostüm , Leute verkleidet als Comic-Figuren... und alle hatten Spaß und überall spielte Musik... ziemlich belgisch eben... aber nicht alemannisch.

Heute habe ich entdeckt, dass wir einfach zwei Tage zu früh dran waren. Denn: "In der Stadt Binche findet am Fastnachtssonntag ("Dimanche Gras") ein Umzug statt, wo Männer als Frauen ("Binchous") verkleidet und Frauen als Männer ("Mam'zèles") verkleidet, begleitet von Violen und Trommeln, durch die Straßen tanzen. Am Fetten Dienstag ("Mardi Gras") füllen die Gilles, die symbolisch für die Erneuerung des Lebens und Fruchtbarkeit stehen, schon 7 Uhr in der Früh die Straßen. Die Maske der Gilles ist allein den Männern vorbehalten. Der Kopf des Gille wird wie bei einer Mumie mit weißen Bandagen gewickelt, dazu trägt er um den Hals eine plissierte Krause und um die Taille einen schweren Gürtel mit Schellen. Die Kostüme selber bestehen aus einem groben Leinenstoff, sind mit den belgischen Landesfarben und Wappenlöwen geschmückt und mit Strohbüscheln ausgestopft. So ausstaffiert sehen die Gilles von Vorne wie das Michelin-Männchen und von hinten wie der Glöckner von Notre-Dame aus" (Quelle : www.carnevalo.de)

.... hmm, für's nächste Mal vormerken... obwohl, da will der Rheinländer auf jeden Fall nach Kölle ;-) Egal: meinen Kostümwunsch für das nächste närrische Treiben steht seit dem gestrigen Ausflug jedenfalls fest: ich geh als Fritte (- die Wucht in Tüten ;-))!