Sonntag, 4. Juli 2010

Feierlaune



Dieses gigantische Feuerwerk konnte man gestern Nacht auf dem Place du Luxembourg direkt vor dem europäischen Parlament bewundern. Es krachte, blitzte und funkelte in dieser lauen Sommernacht, weil Belgien seit dem 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft inne hat. Man möchte sich fast wünschen, dass die Präsidentschaft ähnlich perfekt organisiert und dabei so entspannt in der Ausführung werden wird wie dieser Abend.

Nunja, zumindest haben die Belgier mit dieser Feier ein gutes Zeitgfühl für die Bedürfnisse ihrer europäischen Nachbarn bewiesen. Die waren nämlich in Feierlaune - eher aus weltsportlichen als aus europapolitischen Gründen: Spanier und Deutsche feierten & tanzten gemeinsam und ausgiebig. Das sollte man doch zumindest mal vor dem Spiel am kommenden Mittwoch festhalten.

Samstag, 3. Juli 2010

Grillhähnchen-Feeling



Bitte gleich noch mal das Foto anschauen.
Geübten und einfühlsamen Betrachtern wird es vielleicht gelingen, sich in das Grillhähnchen hinein zu versetzen.
Sie werden das das ständige Abperlen von Flüssigkeit auf der Haut spüren und merken, wie die Hitze immer tiefer und tiefer in den ganzen Körper eindringt. Sie werden sich hin und her drehen und versuchen dieser misslichen Lage zu entkommen.
Sie werden mich dann verstehen.
Denn genau so habe ich mich gestern gefühlt.

Allen Menschen, die Brüssel mit Dauerregen verbinden sei gesagt: diese Stadt kann auch anders. Momentan herrschen hier hochsommerliche Außentemperaturen. Das ist toll und ich bin ohne Zweifel ein Sommerkind, genieße jeden Sonnenstrahl and alles über 25 Grad.

ABER falls man noch nie in einem Trainingscamp für Grillhähnchen war, sollte man derzeit darauf verzichten, eine Tram in Brüssel zu besteigen. Ansonsten: siehe Foto.

Dienstag, 29. Juni 2010

andthisisafrica



Ist schon toll, so eine Fußball-WM. Immer. Spielplan, Dosenbier und Hup-Kommunikation habe ich schon erwähnt. Mag ich. Jetzt gibt es noch einen drauf: Fußball-WM ist gut, denn dann lernt man seine Nachbarschaft kennen. Manche von denen haben nämlich einen Garten nach hinten raus - und der ist jetzt quasi zum regional public viewing point mutiert. Heißt: Grillpartys mit Jubelschreien. (Und wir haben uns vor zwei Wochen entschieden, lieber einen Elektrogrill zu nehmen - wegen der Nachbarn...)

Aber irgendwie ist es ja auch total interessant auf diese Art und Weise seine Umgebung kennenzulernen. Nach dem letzten Wochenende weiß ich: hier leben glückliche Deutsche (Jubel& Würstchen) und leidende Engländer (Trauer & Steaks).
Heute war festzustellen: Japaner und Leute aus Paraguay (oder wie nennt man nochmal die Einwohner dort?)scheinen nicht hier zu wohnen. Oder nicht öffentlich zu grillen. Oder dies nicht mit Jubelrufen zu tun.
Und gerade eben: Ein herzzerreissender Schrei nach über 60 Minuten Spiel. "Viva Espana!" Olà, auch Spanier leben hier!

Dienstag, 22. Juni 2010

Fußball-WM



Es mag schon sein, dass derzeit in Südafrika die Vuvuzelas verantwortlich für den typischen Sound des Fußball-Spektakels sind. Hier in Brüssel sind es momentan eindeutig die Auto-Hupen.

Und zwar nach dem Spiel. Nach jedem Spiel. Zunächt drei, inzwischen vier Mal täglich setzt sich in Brüssel ein ein Autokorso der jeweiligen Gewinner-Nation in Gang. Gibt ja sämtliche Landsmannshaften hier. Und die fahren dann los: mit Sack und Pack und Fahnen und Freunden und eben mit Dauerhupen.

Ich habe mit in den letzten Tagen schon überlegt, ob man nicht Hupkonzerte in Morsezeichen-Manier einführen sollte. Damit man bei dem ganzen Lärm wenigstens was über das Ergebnis oder die Highlights des jeweiligen Spiels erfahren könnte. Wäre doch ganz praktisch. Dann könnte ich während der Spielzeit von A nach B laufen, wäre aber durch das anschließende Hupkonzert dennoch in der Lage meinen Spielplan ausfüllen und mit meiner internationalen Lerngruppe (die sich nachher in B trifft) über die Spiele zu fachsimpeln...

...obwohl: dann würden wir wahrscheinlich im Test morgen ziemlich schlecht abschneiden, und das wiederum wäre für unsere Lehrerin die zweite herbe Niederlage nach der desaströsen Performance der Equipe tricolore in Südafrika.
Hmm, also, wenn ich es recht überlege, dann sind uninformative Hupkonzerte vielleicht doch die bessere Variante.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Kurzurlaub

Heute war ich auf dem Markt in Molenbeek. In diesem Stadtteil von Brüssels leben besonders viele marokkanischer Einwanderer. Und sie leben nicht nur dort, sondern kaufen auch alle jeden Donnerstagvormittag auf dem Markt gleich bei der U-Bahn-Station "Comte de Flandre" ein. Und ich mache das auch seit ein paar Wochen. Mir gefällt dieses nordafrikanische Markttreiben total: Minzduft, arabische Verkaufsrufe, Oliven in allen Geschmacksrichtungen und egal, mit was man sich auf der U-Bahnfahrt noch beschäftigt hat, man ist von einem Moment auf den anderen plötzlich in einer komplett neuen Welt.
Heute wurde dieses Vergnügen durch eine polnische Freundin, die mich begleitete, und einen Italiener, der den Käsestand beherrschte, noch getoppt. Mit Händen und Füßen haben wir uns so lange verständigt, bis jeder den Preis des Käses in jeweils vier Sprachen wiederholen konnte. Schade, dass man auf diese Weise keine Grammatik lernt, denn dann könnte ich einfach den ganzen Tag einkaufen gehen und müsste nicht bis zum Sprachkurs-Test in der nächsten Woche fleißig lernen...

... dieses Bild respektive Straßenschild gehört zwar zu einem ganz anderen Stadtviertel, aber ich finde es passt irgendwie zu diesem Markt. Vor allem, weil ich mich jedes Mal, wenn ich daran vorbei laufe, frage, ob es sich bei der Carrosserie de l'Orient um eine Werkstatt für fliegende Teppiche handeln könnte??

Dienstag, 15. Juni 2010

Girlsclub


Clubs im klassischen Sinne (also der Gentlemen’s Club als Vereinigung der Angehörigen der britischen Upper Classs) sind eigentlich nur was für alte Männer.
Ein Treffpunkt, Fixpunkt, gar ein Rückzugsort, um in adäquater Atmosphäre genüsslich an dicke Zigarren zu ziehen, 'nen Whisky dazu zu nippen und gleichzeitig wichtige Gespräche mit Männern zu führen, die quasi in derselben Situation sind.
Wenn man es nicht so klassisch definiert, dann gehören da alle regelmäßigen Treffen von Menschen dazu, die das gleiche Interesse/Hobby/Verlangen haben (Bücher/Tennis/Swinger).
Hier in Brüssel gibt es viele Leute (meist Frauen, aber durchaus auch Männer), die in diese Stadt "mitgekommen" sind. Ob aus Interesse/Hobby/Verlangen sei dahin gestellt. Aber ich habe einge von ihnen in meinem Sprachkurs getroffen. Aus allen Ländern, die derzeit zur Europäisch Union gehören oder gehören wollen. Wir unterhalten uns auf englisch und lernen gemeinsam französisch. "Welcome to the Club" hieß es zu mir - und danach haben wir (dann tatsächlich nur die Frauen) genüsslich Mittagessen zelebriert, 'nen Wein dazu genippt und gleichzeitig wichtige Gespräche mit Frauen geführt, die quasi in der selben Situation sind.
Clubbing à Bruxelles - c'est cool.

Donnerstag, 10. Juni 2010

BBQ



Endlich: Grillsaison! BBQ! Ich liebe es (obwohl ich weder Flesch noch Wurst esse)! Aber beim Angrillen in Brüssel gibt es dann doch zwei Punkte Abzug in der B-Note:

1.) letztes Wochenende wurde (in Deutschland) der ersten Elektrogrill in life erworben - Fazit: es macht schon schon Sinn und Spaß mit Kohle zu grillen - sonst riecht es nicht nach Texas und fühlt sich auch nicht so an. Aber ok, die haben dort ja auch keine Nachbarn auf dem Balkon nebenan...oder erschießen sie einfach, wenn sie sich beschweren.
2.) die vorgebrühte Grillwurst ist dem Belgier fremd (wahrscheinlich weil er essenstechnisch dem Franzosen gleich kommt und dieser der simplen Wurst nicht die gleiche Bedeutung beimisst wie der Deutsche)... und somit hat die Zubereitung der rohen Wurst auf der heißen Platte dann doch die Geduld der Wurst-Esser auf die Probe gestellt.

Ansonsten war es aber toll, weil das Brüssler Wetter meist abends besser/sonniger ist als am Rest des Tages, weil es hier Dosenbier gibt (...hurra! .... jaja, nicht öko-pc, aber wunderbar) und weil das Zusammensein mit Menschen, die Brüssel und die belgische Lebensweise ebenso genießen wie man selbst, einfach großartig ist!